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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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bar wie es mag, aber es schien mir immer, schien mir gewisser-massen zu meiner Beruhigung so, als hätte Adrians lachlusti-ge Freundschaft für Schildknapp mit dieser Gleichheit ihrerAugenfarbe zu tun, - was dem Gedanken gleichkam, dass sie aufeiner ebenso tiefen wie heiteren Indifferenz beruhte. Kaumbrauche ich hinzuzufügen, dass sie einander allezeit mitNachnamen und "Sie" anredeten. Wusste ich Adrian auch nichtso zu amüsieren, wie Schildknapp, - das Kindheits-Du zwischenihm und mir hatte ich doch vor dem Schlesier voraus.

XXI

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Heute morgen, während Helene, meine gute Frau, uns denMorgentrank bereitete und ein frischer oberbayrischer Herbst-tag sich aus den obligaten Frühnebeln hervorzuklären begann,las ich im Blatt von dem glückhaften Wiederaufleben unseresUnterseeboot-Krieges, dem binnen 24 Stunden nicht wenigerals zwölf Schiffe, darunter zwei grosse Passagierdampfer, einenglischer und ein brasilianischer mit 500 Reisenden zumOpfer gefallen sind. Wir verdanken diesen Erfolg einem neuenTorpedo von fabelhaften Eigenschaften, das der deutschen Tech-nik zu konstruieren gelungen ist, und ich kann eine gewisseGenugtuung nicht unterdrücken über -unseren immer regen Erfin-dungsgeist, die durch nochsoviele Rückschläge nicht zu beugen-de nationale Tüchtigkeit, welche immer noch voll und ganzdem Regime zur Verfügung steht, das uns in diesen Krieg geführthat und uns tatsächlich den Continent zu Füssen gelegt, denIntellektuellentraum von einem europäischen Deutschland durchdie allerdings etwas beängstigende, etwas brüchige und, wiees scheint, der Welt unerträgliche V/irklichkeit eines deut-schen Europa ersetzt hat. Jenes unwillkürliche Genugtuungs-

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