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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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zwischenhinein streute. - Hierbei verweilte Adrian, sicht-lich davon angetan. Der künstlerische Gedanke, meinte er, bil-de wohl überhaupt eine eigene und einzige geistige Kategorie,aber schwerlich werde je der erste Entwurf zu einem Bilde,einer Statue in Worten bestanden haben, - was für die besondereZusammengehörigkeit von Musik und Sprache zeuge. Es sei sehrnatürlich, dass die Musik am Wort entbrenne, das Wort ausder Musik hervorbräche, wie es sich gegen Ende der NeuntenSymphonie ereigne. Schliesslich sei es doch wahr, dass dieganze deutsche Musikentwicklung zu dem Y/ort-Ton-Drama Wagnershinstrebe und ihr Ziel darin finde.

- Ein Ziel, sagte ich, indem ich auf Brahms hinwies undauf das, was an absoluter Musik in dem "Lichte auf seinemRücken" herangekommen sei, und er willigte in die Einschrän-kung umso leichter, als das, was er von Weitem vorhatte, sounwagnerisch wie möglich, der Natur-Dämonie und dem mythi-schen Pathos am allerfernsten war: eine Erneuerung der operabuffa im Geist künstlichster Persiflage und der Persiflageder Künstlichkeit, etwas von hoch-spielerischer Preciosität,die Verspottung affektierter Askese und jenes Euphuismus,der die gesellschaftliche Frucht der klassischen Studien war.

Er sprach mir mit Begeisterung von dem Gegenstand, der Gele-genheit bot, das Naturwüchsig-Tölpelhafte neben das Komisch-Sublime zu stellen und eines im anderen lächerlich zu machen.Archaisches Heldentum, die rodomontierende Etikette ragteaus verstorbener Epoche hinein in der Person des Don Armado,den er mit Recht für eine vollendete Opernfigur erklärte.

Und er citierte mir, auf englisch, Verse des Stückes, die eroffenbar tief ins Herz geschlossen hatte: Die Verzweiflungdes witzigen Biron über seine eidbrüchige Verliebtheit indie mit den Pechkugeln statt der Augen im Kopf; sein ächzenund beten Müssen um Eine, die "bei Gott, das Ding will tun,war* Argus auch ihr Wächter und Eunuch". Dann die Verurtei-

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