für die Notwendigkeit einer eingreifenden und ziemlich lang-wierigen Behandlung, die er auch sofort in Angriff nahm.
An drei aufeinanderfolgenden Tagen war Adrian zur Fortsetzungdieser Behandlung bei ihm; dann ordnete Erasmi eine Unterbre-chung von drei Tagen an und bestellte ihn auf den vierten.
Als sich der Patient - der übrigens nicht litt, sein Allgemein-befinden war überhaupt nicht berührt - zur festgesetztenStunde, nachmittags um 4 Uhr, wieder einfand, begegnete ihmetwas gänzlich Unerwartetes und Erschreckendes.
Während er sonst an der Wohnungstür, drei steile Treppenhoch, in einem etwas düsteren Hause der Altstadt, stets hatteschellen müssen, worauf eine Magd ihm geöffnet hatte, fander diesmal jene Tür weit offen stehen, und ebenso verhieltes sich mit den Türen im Innern der Wohnung: Offen stand dieTür zum Warte- und darin wieder die zum Ordinationszimmer,offen aber auch, geradeaus, diejenige zum Wohnzimmer, einerzweifenstrigen "Guten Stube". Ja, hier standen auch dieFenster weit offen, und vom Zugwinde gebläht und aufgehoben,wurden alle vier Gardinen abwechselnd weit in den Raum hin-eingetrieben und wieder in die Fensternischen zurückgezogen.Mitten im Zimmer aber lag Er. Erasmi mit erhobenem Spitzbartund tief gesenkten Augenlidern, in weissem Manschettenhemdund auf einem Troddelkissen im offenen, auf zwei Böcken stehen-den Sarge.
Wie das zuging, warum der Tote da so allein und offen imWinde lag, wo die Magd, wo Frau Er. Erasmi waren, ob etwagerade die Leute der Bestattungsgesellschaft zur Aufschraubungdes Eeckels sich in der Wohnung aufhielten oder sie vorüber-gehend verlassen hatten, welcher sonderbare Augenblick denBesucher zur Stelle geführt, ist niemals klar geworden,
Adrian konnte mir, als ich nach Leipzig kam, nur die Verwirrungschildern, in der er nach gehabtem Anblick, die drei Treppenwieder hinabgestiegen war. Bern plötzlichen Tode des Eoktors
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