Kindes Bewandtnissen, da hielt ich's, und wieder dann in dergraesslichen Stunde, als ich’s nach Weisung der schlimmen Magdaus dem Schube nahm in meines Gatten Gemach« Welche Not hattedie suendige Seele da, zu erraten, wie er zu dem Stueck gekommensein mochte; Das Kind und der Gatte - die Seele wollte sie weitauseinander haben und nicht ihre Einerleiheit begreifen. DemGatten, so wollte sie lange, habe das Kind diese Tafel gegeben«Euch gab sie mein Gatte, Herr, liebster Papst?"
"Sie ist mein von je« Ich landete mit ihr, auf einer Inseldes Meeres erst, dann in dem Land Eurer Vaeter und meiner. Eineneue Aufgabe habe ich, Teuerste, deiner Seele zu stellen, docheine gnadenvolle: die Drei-Einheit zu fassen von Kind, Gatteund Papst."
"Mir schwindelt."
^'Begreift es, Sibylla, Wir sind Euer Sohn."
Sie beugte sich laechelnd ueber ihr Handkissen, indess ihrdie Traenen ueber die von Alter und Busse abgezehrten Wangenrannen. Und sprach unter Laecheln und Traenen:
"Das weiss ich laengst."
"Wie?" sagte er. "So habt Ihr mich erkannt in der Papst-kappe, nach so vielen Jahren?"
"Heiligkeit, auf den ersten Blick. Ich erkenne Euchimmer."
"Und habt, lose Frau, nur Euer Spiel mit Uns getrieben?"
"Da Ihr Euer Spiel mit mir treiben wolltet -"
"Wir gedachten, Gott eine Unterhaltung damit zu bieten."
"Dabei ging ich Euch gern zur Hand. Und doch war es keinSpiel. Denn sind Dreie auch Eins, so ist doch weit der Papstvom Kinde und Gatten, Dem Erwaehlten des Herrn hab ich innigst