Später, als Anton hinausgegangen war, um dasFleischgericht zu holen, erfuhr der Konsul, was imHause vorgefallen war. Trina, die Köchin Trina,ein Mädchen, das bislang nur Treue und Bieder-sinn an den Tag gelegt hatte, war plötzlich zu un-verhüllter Empörung übergegangen. Zum großenBerdrusse der Konsulin unterhielt sie seit einigerZeit eine Freundschaft, eine Art von geistigem Bünd-nis mit einem Schlachtergesellen, und dieser ewigblutige Mensch mußte die Entwicklung ihrer poli-tischen Ansichten in der nachteiligsten Weise beein-flußt haben. Als die Konsulin ihr wegen einer miß-ratenen Chalottensauce einen Verweis hatte zu Teilwerden lassen, hatte sie die nackten Arme in dieHüften gestemmt und sich wie folgt geäußert:
„Warten Sie man bloß, Fru Konsulin, dat duertnu nich mehr lang, denn kommt ne annere Ordnungin de Saak; denn sitt ick doar up'm Sofa in' siedenKleed, un Sei bedeinen mich denn ..." Selbstver-ständlich war ihr sofort gekündigt worden.
Ter Konsul schüttelte den Kopf. Er selbst hattein letzter Zeit allerhand Besorgniserregendes verspü-ren müssen. Freilich, die älteren Träger und Spei-cherarbeiter waren bieder genug, sich nichts in denKopf setzen zu lassen; aber unter den jungen Leutenhatte Tiefer und Jener durch sein Benehmen Zeug-nis davon gegeben, daß der neue Geist der Empörungsich tückisch Einlaß zu verschaffen gewußt hatte ...Im Frühjahr hatte ein Straßenkrawall stattgefun-den, obgleich eine neue Verfassung, die den Anforde-