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30. Aus der Schwäbischen K r e i s o r d n u n g.
1563 November 22.
Nach dem Druck von 1563, Blatt 40—45. — Abdruck: Langwerth von Simmern,die Kreisverfassung Maximilians I. und der schwäbische Kcichskrcis S. 436.
Von dem strayfen und seiner Ordnung. 5
Ain jeder fürst und stand dises krais soll sein fürstenthümbiland und gepuet, auch Strassen vermög viler und sonderlich des zuAugspurg in anno etc. 55 gemachten und publicierten reichsab-schids auf sein selbst eignen kosten rain und darzft notdurftigestraifende rotten zu erhalten und, damit sich nit mutwillige leuth 10in seiner oberkait zusamenschlagen und andere beschedigen, not-wendige fürsehung zu tlifin schuldig sein. Damit aber der römi-schen kayserlichen mayestat und des heiligen reiche aufgeriehtenconstitutionibus, abschiden und Ordnungen, die execution und hand-liabung des hoehverpeenten landfridens belangend, in disem lob- 15liehen schwabischen krais noch mehr und würklich nachgesetzt undsonderlich die vilfeltigen beschwerliche und gefarliche plackareyen,auch das gardend der herrnlosen Unecht und anders unnützen umb-schwaifenden gesinds, so vil immer müglich, abgestellt und für-kommen werde, so sein die stend dises krais in vier underschidliche 20vierthail, wie sie hernach bezaichnet sein, eingethailt und in jedesvierthail N. raisiger pferd, welliche folgende stend geben und all-wegen under denen ain hauptmann erkiesen sollen, auf gemaineskrais kosten geordnet. Und wollen die stend yeden hauptmanntäglich mit ainem guldin, aber die andere pferd jedes mit neun 25batzen, so lang der straif wärt, besolden lassen.
Solliche raisige wolgerüste pferd sollen in den ausgebautenvierthailen alle hält, päss, fürth, steeg, weg, orth und winkel tleis-sig durchstraifen, über die plackareyen, und wa dieselben ihrenenthalt, underschlaif, nacht- und tagläger suchen, gute kundscliaft 30haben, und da sie sich in ain oder den andern weg argwönischund verdächtig erzaigten oder sich aines angriffs und ubelthat under-fahen und annemen wölten oder aber denselben schon gethan betten,dass sie die thäter alsbald zu haft und fängnus pringen, da sieaber denen nit stark genüg wären, soll yeder hauptman bey den 35nächsten stenden seines undergebnen und befolhnen vierdtails nachgelegenhait des reichsanschlags ain oder mehr pferd, auch füssvolk,sovil die notdurft erfordert, damit die rauber und ubclthäter nider-geworfen und man ihnen stark gnfig sein möge, zur sterkung er-