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Ausgewählte Urkunden zur Württembergischen Geschichte
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nach sant Tettcrs tag ad vincula nach Crists gepurt als man zalttusent vierhundert funftzig und vier jare.

19- Das älteste Anbringen der württembergischen

Land seh aft.

5 [1459 November.]

Nach einer gleichzeitigen Abschrift im Kgl. Staatsarchiv zu Stuttgart. — Abdruck:Württemb. Vierteljahrshefte für Landesgeschichte 1894, 342.

Hochgeborner genediger lierr'). Als uwer gnaden hoffmeisterund ratt durch uwer gnaden empfelhen uns armen von der lannt-

10 schafft bosanndt und zu erkennen geben haben ertlich schwär für-nemen und handeln, so dann jetz uwern gnaden in der furmünder-schafft unsers genedigen herren grave Eberharts, uwer gnadenvetters 2 ), begegnen, zusanipt andern schwären louffen, darinne uwergnad, als uns beduncken wil, vast gesmächt und verachtet wirdt,

15 und daruf an uwer gnaden stat an uns begert mit hoher ermannung,uns zu fürsehen und darnach zu richten, ob es zu schulden kam,das uwern gnaden gebärt ettwas in und zu disen dingen fürzu-nemen, daz wir dann zu uwern gnaden setzen und tun wölten alsdie, dero vordem und ouch wir an der herrschafft zu Wirtemberg

ao a ls fromm, getruw lut und undertan allwegen erkennt und fundenworden waren, wie dann das in lengern, ersamem und gebürlichernWorten gelut hat, — haben wir vermerekt und sind sölicher Sachenin vergangen ziten und jetz gegenwirtig gegen uwern gnaden für-genommen und gesucht nit allain erschrocken sonder hoch und tieff

2o beswärt, angeselien, daz wir die sind, die uwern gnaden hohereren, lobs und guts gönnen mer dann iemandts anders der lebt,als daz natürlich und billich ist. Dann wir können woll gemereken,wann uwern gnaden er, nutz und guts zustet, daz das uss uwerngnaden in uns armen ouch flässet, und hinwiderumb, wann uwern

30 gnaden schad, unfuog oder widerwärtikeit begegnet, das wodas beschicht unss in truwen laid ist, daz wir des ouch mitlidersin müssen, als daz ouch billich ist. Solichs augesehen so wärenwir allwegen geneigt uwer gnaden lob, er, nutz und bestentlicheitzu uffnen und zu fürdern, als wir uns eren halb erkennen schuldig

') Graf Ulrich der Vielgeliebte.

2 ) Im November 1459 entzog sich der junge Eberhard im Bart, Graf dosUracher Landesteils, der Vormundschaft seines Stuttgarter Oheims Ulrich.