1330 (Suppl.) Cerevisia. — Chinidinum. — Chinidinum sulfuricum.
säure wird hier zu Schwefelsäure und Barytsulfat scheidet aus. Das Gewichtdes letzteren durch 3,64 dividirt ergiebt das Gewicht der Schwefligsäure.
Dieser Schwefligsäure- oder Sulfitgehalt in mässigen Grenzen gehalten istjedenfalls ein zulässiger. Ein Schwefligsäuregehalt von 0,015 Proc. influirt denGeschmack des Bieres kaum, ein grösserer Gehalt dagegen merklich. Mansollte ein Bier, welches mehr denn 0,02 Proc. Schwefligsäure ausgiebt, alsein schlechtes beurtheilen.
Chinidinum, Conchininum, Chinidin (Bd. I, S. 837) krystallisirt aus Wein-geist mit 2,5 At. Wasser in Prismen, welche an der Luft verwittern, ausAether in Rhomboedern mit 2 At. Wasser, aus kochendem Wasser in zartenPlättchen mit 1,5 At. Wasser. Die beiden letzteren Krystalle verwittern ander Luft nicht ( Jobst ). Die Lösung des Chinidins lenkt die Ebene des polari-sirten Lichtes nach rechts (Chinin nach links) ab.
Chinidinum sulfuricum, Conchininum sulfuricum, Chinidinsulfat (Bd. 1, S. 838).
Zur Prüfung auf genügende Reinheit löst man etwas des Sulfats in Chlor-wasser und versetzt mit wenig Aetzammon. Es muss ein grüner Niederschlagerfolgen, welcher sich in einem Ueberscliuss Aetzammon mit grüner Farbelöst. Man schüttelt 0,2 Gm. des Sulfats mit 7 CC. Aether und 2 CC. Aetz-ammon. Nach 2 Minuten überlässt man die Mischung der Ruhe. Sie bildetdann zwei völlig klare farblose Flüssigkeitsschichten. Trübe Flüssigkeits-schichten deuten auf einen Gehalt an Cinchonidin und Cinchonin. Man kannferner 0,1 Gm. Chinidinsulfat zerreiben, in einem Fläschclien mit 15" CC.kaltem Wasser kräftig durchschütteln, dann mit 0,5 Gm. Kaliumjodid ver-setzen und unter wiederholtem Schütteln fünf bis sechs Stunden beiseite stellen,hierauf filtriren. Das Filtrat darf auf Zusatz einiger Tropfen Aetzammonnicht getrübt werden. Oder 0,1 Gm. Chinidinsulfat und 0,3 Gm. Ammon-bitartrat werden zerrieben und gemischt mit 20 CC. kaltem Wasser in einerFlasche geschüttelt. Das nach einigen Stunden gewonnene Filtrat darf durcheinige Tropfen Aetzammon nicht getrübt werden. Diese Prüfungen beruhenauf der Schwerlöslichkeit der Hydrojodverbindung und des Tartrats desChinidins in Wasser. Da 0,1 des Picrinats des Chinidins und Chinins in20 CC. eines 90proc. Weingeistes löslich sind, nicht aber die Picrinate desCinchonidins und Cinchonins, so kann man das zu prüfende Salz in Wasser unterBeihülfe verdünnter Schwefelsäure lösen, die Lösung mit einem UeberschussPikrinsäurelösung fällen, den Niederschlag sammeln, mit Wasser auswaschenund bei nur lauer Wärme trocknen, um dann 0,1 Gm. des Pikrinats mit 20CC. Weingeist zu iibergiessen und unter öfterem Schütteln einen Tag hindurchmaceriren zu lassen.
Anwendung. Dass das Chinidin ein fast ebenso kräftiges Mittel gegen Inter-mittens wie das Chinin ist, wurde von vielen Seiten bestätigt. Als Antipy-reticum ist es von Weilek und Hagek mehrfach angewendet und immer mitgutem Erfolge, so auch als Roborans für sich und mit Eisen verbunden. Eswurden stets die erwünschten Heilerfolge erzielt. Wenn das Chinidin inseinen Wirkungen dem Chinin nicht völlig gleich sein sollte, so steht es dem-selben doch so nahe, dass ein Unterschied kaum bemerkbar ist. Die Verbin-