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2 (1878)
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1314
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Zincum valerianicum.

Prüfung. In einem Porcellantiegel wird 1 ,0 Gm. des Präparats mit etwasSalpetersäure stark angefeuchtet, bei gelinder Wärme eingetrocknet, nochmalsmit einigen Tropfen Salpetersäure angefeuchtet, eingetrocknet und zuletzt geglüht.Der Glührückstand darf nicht unter 29 Proc. (oder 0,29 Gm.) betragen. DasBefeuchten mit Salpetersäure veranlasst eine Zersetzung des Salzes und derBildung von nicht flüchtigem Zinknitrat, denn Zinkvalerianat verflüchtigt sichschon bei 250° C. 0,5 Gm. des Valerianats tibergiesst man in einem Reagir-cylinder mit circa 3 CC. Wasser und 1015 Tropfen der reinen Salzsäure.Bei sanftem Schütteln scheidet die Valeriansäure in ölähnlichen Tropfen ab. 0,5Gm. lösen sich in circa 5 CC. Salmiakgeist auf. Von dieser Lösung versetztman einen Theil mit Calciumchloridlösung, einen anderen Theil mit Natronphos-phatlösung. Eine Trübung im ersteren Theile würde auf die Gegenwart vonOxalsäure, Weinsäure hindeuten, im anderen Theile Magnesia anzeigen.

Zur vollständigen Prüfung lassen sich noch folgende Reactionen vornehmen:Circa 0,5 Gm. des Präparats schüttelt man mit heissem Wasser und filtrirt.Das Filtrat darf weder mit einem Tropfen der Eisenchloridlösung versetzt undfiltrirt ein rothes Filtrat geben (Zinkacetat), noch auf Zusatz von Barytsalzlösungsich trüben (Zinksulfat). Eine Verfälschung mit buttersaurem Zink findetman, wenn man kalte concentrirte wässrige Lösungen des fraglichen Zinkvale-rianats und des essigsauren Kupferoxyds zusammenmischt. Bei Gegenwartvon Butyrat entsteht sofort eine blaue Trübung oder ein solcher Niederschlag.Zinkvalerianat giebt keine Fällung. Nach der Angabe Larocque's und Huraut'ssoll man in einer kleinen Retorte 4,0 Gm. des Zinkvalerianats mit 6,0 Gm.conc. Schwefelsäure, welche mit 6,0 Gm. Wasser verdünnt ist, übergiessen,dann destilliren und das Destillat mit conc. Kupferacetatlösung versetzen. Esentsteht ein hellbläulicher Niederschlag von Kupferbutyrat, reine Valeriansäuredagegen erzeugt anfangs keine Trübung, beim Schütteln aber entstehen grüneölige Tropfen.

Aufbewahrung. Im geschlossenen Glasgefäss in der Reihe der stark wir-kenden Arzneikörper.

Anwendung. Das Zinkvalerianat soll die Wirkungen des Zinkoxyds undder Valeriansäure in sich vereinigen. Man giebt es bei verschiedenen Nerven-leiden, besonders bei Neuralgien, Migräne, Epilepsie, selbst bei Rheumatismenund Intermittens zu 0,030,060,1 mehrmals täglich in Pulverform undPillen. Pnarmacopoea Germanica normirt die stärkste Einzelngabe zu 0,06,die stärkste Gesammtgabe auf den Tag zu 0,3. (Diese Angaben schliessensicher einen Irrthum ein. Nach den Ergebnissen aus der therapeutischenPraxis wäre die stärkste Einzelngabe auf 0,1, die stärkste Gesammtgabe aufden Tag auf 0,5 zu erhöhen.) Aeusserlich hat man das Zinkvalerianat auchzu Augenwässern benutzt. Da es sich schwer mit Wasser mischen lässt, sozerreibt man es mit einigen Tropfen Weingeist.

(1) Mixtura antineuralglca

DEVAY.

Zinci valerianici 0,1Aquae destillatae 120,0Syrupi Sacchari 30,0.

M. D. S.löffei.

Halbstündlich einen Ess-

(2) Pilulae anticephalalgicae Hauches.

ljc Zinci valerianici 1,0

Extracti Belladonnae 0,25Extracti Gentianae q. s.

M. Fiant pilulae viginti (20).

D. S. Täglich dreimal eine Pille zunehmen (bei hysterischem Kopfschmerz,Migräne).