1306 Zincum sulfocarbolicum.
Kolbens mit einem Glasstopfen eine Woche hindurch an einen lauwarmenOrt gestellt, dessen Temperatur 60° C. nicht überschreiten darf. Nach dieserZeit verdünnt man die Flüssigkeit mit 2500,0 destillirtem Wasser und versetztsie nach und nach mit 245,0 oder soviel reinem Barytcarbonat, alszur Sättigung der Säure erforderlich ist. Die filtrirte Flüssigkeit, Baryt-sulfocarbolat enthaltend, wird mit einer filtrirtenLösung von 170,0 krystal-lisirtem reinem Zinksulfat in der 2fachen Menge destill. Wasseroder mit soviel dieser Lösung versetzt, dass der Baryt vollständig als Sulfatabgeschieden wird und auch Zinksulfat nicht oder nur unbedeutend im [Jeber-schuss ist. Nach eintägigem Absetzenlassen wird filtrirt, der Filterinhaltmit destill. Wasser nachgewaschen und das Filtrat durch Abdampfen undBeiseitestellen in Krystalle verwandelt. Die aus der letzten Krystallisationgesammelten Krystalle erfordern, wenn ihre Lösung durch Barytsalz eine Trü-bung erfährt, ein Umkrystallisiren. Die letzte Mutterlauge wird beseitigt.Ausbeute gegen 200,0.
Eigenschaften. Zinksulfocarbolat bildet farblose, kaum nach Carbolsäureriechende, scharf metallisch schmeckende, durchsichtige, rhombische, säulen-förmige, an der Luft allmählich verwitternde, sauer reagirende Krystalle,löslich in 2 Th. Wasser von mittlerer Temperatur und 5 Th. 90procentigemWeingeist.
Seine wässrige Lösung verhält sich gegen die Alkalien, Ammon, Ammon-salze, Schwefelwasserstoff etc. wie andere Zinksalze, färbt sich jedoch aufZusatz von Ferrichlorid violett.
Prüfung. Die wässrige Lösung des Salzes darf auf Zusatz von Baryum-chlorid nicht getrübt werden (Verunreinigung mit Zinksulfat), ebenso auchnicht auf Zusatz von verdünnter Schwefelsäure eine Trübung erfahren (Verun-reinigung mit Barytsulfocarbolat) und das durch starke Glühung im Porcellan-tiegel gesammelte Zinkoxyd darf nicht viel weniger denn 15 Proc. betragen,1,0 des krystallisirten Zinksulfocarbolats muss 0,14—0,16 Glührückstand aus-geben. Statt des Glühens kann das Zink auch durch Natroncarbonat gefälltund der ausgewaschene Niederschlag durch schwache Glühung in Zinkoxydverwandelt werden.
Aufbewahrung. Wegen des Verwitterns und auch des nachtheiligen Ein-flusses des Sonnenlichtes, welches die Krystalle mit der Zeit gelblich tingirt,wenn nicht eine absolut reine Carbolsäure zur Darstellung verwendet wurde,bewahre man das Salz in gut verstopften Glasgefässen vor Tageslicht ge-schützt in der Reihe der starkwirkenden Arzneikörper auf.
Anwendung. Zinksulfocarbolat vereinigt in sich die Wirkungen des Zink-sulfats und der Carbolsäure. Es wurde von Englischen Aerzten besonders alsDesinfectionsmittel putrider Wunden empfohlen. Seine Anwendung ist meistnur eine äusserliche zu Umschlägen, Verbänden, Augenwässern, Injectionenin derselben Dosis wie Zincum sulfuricum.
(1) Aqua anteplielidica ( Hager).
IV Zinci sulfocarbolici 2,0.
Solve in
Glycerinae 20,0
Aquae Rosae 30,0Spiritus odorati 5,0.
D. S. Zum öfteren Betupfen (der Som-mersprossen und anderer Hautflecke).