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2 (1878)
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1173
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Urea.

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Eigenschaften. Der Harnstoff bildet luftbeständige, geruchlose, farbloseprismatische Krystalle von bitterlich-kühlend-salzigem oder salpeterähnlichemGeschmack, löslich in gleichviel kaltem Wasser, in 5 Th. Weingeist vonmittlerer Temperatur, in 1 Th. kochendem Weingeist, unlöslich in Aetlier.Die Lösungen sind völlig neutral. Beim Erhitzen auf dem Platinbleche ist ervöllig flüchtig. In einem geschlossenen Glasrohre mit Wasser bis auf 240°erhitzt geht er in Ammoncarbonat über. Mit Schwefelsäure übergössen, lässter keine Kohlensäure, mit kalter Aetzalkalilauge Ubergossen kein Ammon frei.Beim Erhitzen mit concentrirter Schwefelsäure entwickelt er Kohlensäure undbeim Erhitzen mit Aetzalkalilauge Ammongas. In concentrirter Lösung mitSalpetersäure (welche von Salpetrigsäure frei ist) versetzt scheiden sofortHarnstoffnitratkrystalle und mit Oxalsäure versetzt Harnstoffoxalatkrystalleaus. Salpetrigsäure zersetzt ihn in Wasser, Kohlensäure und Stickstoff,freies Chlor in Kohlensäure und Stickstoff unter Bildung von Salzsäure.Silbernitrat erzeugt in der concentrirten Lösung einen krystallinischen, aus Harn-stoff und Silbernitrat bestehenden Niederschlag, welcher in der Siedhitze inAmmonnitrat und Silbercyanat übergeht. Mercurioxyd wird von der kochen-den Harnstofflösung gelöst und beim Erkalten scheidet eine krystallinisehe Ver-bindung von Mercurioxyd und Harnstoff aus. Mit einer bromirten Natron-hydratlösung bei 40 bis 60° C. im Contact lässt der Harnstoff seinen ganzenStickstoffgehalt frei und kann er aus dem Stickstoffgasmaasse leicht quantitativgestimmt werden. (Vergl. unter Ammonum Azotometer ex tempore.)

Harnstoff findet sich im Harn der Menschen und Hausthiere, in denExcrementen der Vögel und vieler Reptilien, in sämmtlichen Theilen der Pla-giostomen (Quermäulerfische), im .Blute und den Säften der Säugethiere, patho-logisch im Schweiss, Speichel, der Galle etc. Die mikroskopischen Formendes Harnstoffs sind unter Urina angegeben.

Prüfung. Harnstoff soll mit Ammonnitrat verfälscht werden. Dieseswürde sich theils durch eine Salpetersäurereaction zu erkennen geben, wenn manB. eine Mischung aus concentrirter Schwefelsäure und entwässertem Ferro-sulfat mit dem Harnstoff versetzt, theils durch Entwickelung von Ammon beimUebergiessen mit kalter Aetznatronlauge.

Anwendung. Der Harnstoff ist als ein käftiges Diureticum empfohlenworden. Man hat ihn bei Wassersucht, Pleuraergüsse, Albuminurie, Diabeteszu 0,51,0 2,0 und mehr einige Male täglich gegeben, doch selten damitden erwünschten Heilerfolg erreicht.

Urea «Urica, Ureum nitricmii, Harnstoffnitrat (C 2 H 4 N 2 0 2 ,N0 5 + H0 oderCH 1 N 2 0,HN0 3 =123). In einer porcellanenen Schale werden 100 Th. reineSalpetersäure von 1,180 spec. Gew. bis zum Aufkochen erhitzt (um etwaigeSpuren Salpetrigsäure zu verdampfen), dann bis auf circa 60° C. erkaltet mit29 Th. Harnstoff, welcher in gleichviel Wasser gelöst ist, versetzt, umge-rührt und an einen kalten Ort gestellt. Aus der von den Krystallen abge-gossenen Mutterlauge lassen sich durch Abdampfen und Beiseitestellen nochfarblose Krystalle sondern. Ausbeute gegen 57 Th.

Eigenschaften. Der salpetersaure Harnstoff bildet luftbeständige, geruch-° se > weisse perlmutterglänzende, sauer reagirende Krystalle, von angenehmemSaurem Geschmack, löslich in 8 Th. kaltem, in l j 2 Th. kochendem Wasser,0 Th. kaltem, 1 Th. kochendem Weingeist, weniger löslich in Salpetersäure-haltendem Wasser und Weingeist.