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Tiiinethylaminum.
— Muscarin um.
$ ^ Mus carinii in, Muscarin, das giftige Alkaloid des Fliegenschwammes(.Agaricus micscarius Linn., Amanita muscaria Peesoon).
Darstellung. 1. Wasserfreies Neurinhydrochlorat wird mit höchstconcentrirter Salpetersäure im Glycerinbade erhitzt. Es gellt unterVerdampfung von Salpetrigsäure das Neurin in das giftige Muscarin über,■welches mit wasserfreiem Weingeist aus der erkalteten Masse extraliirtund in der weingeistigen Lösung durch Platinchlorid gefällt werden kann.
Das Neurinhydrochlorat stellt man am zweckmässigsten aus dem Platin-doppelchloride dar, indem man die wässrige Lösung desselben mit einem Aequi-valent Kaliumchlorid mischt und die eingetrocknete Masse mit wasserfreiemWeingeist extraliirt.
2. Aus dem getrockneten Fliegenpilz wird ein weingeistiges Extract vondünner Syrupconsistenz dargestellt, dieses mit Bloisubcarbonat und etwas Aetz-ammon zu einem Teige gemischt und an einem lauwarmen Orte ausgetrocknet.Die zu einem Pulver zerriebene Masse wird mit verdünntem Weingeist extraliirt,der Auszug in gelinder Wärme vom Weingeist befreit, mit verdünnter Schwefel-säure bis zum geringen üeberschuss versetzt, wenn nöthig filtrirt, dann mitBleioxyd im Üeberschuss versetzt, filtrirt, in gelinder Wärme auf ein geringesVolumen gebracht und mit einer concentrirten Lösung des Kaliummercuri-jodids ausgefällt. Nach einem Tage wird der Niederschlag in einem Filtergesammelt, durch Aufgiessen von verdünnter Schwefelsäure zersetzt, das Filtratnach Zusatz von Bleioxyd imüeberschuss eingetrocknet und mitWeingeist extraliirt.Der mit etwas Barytcarbonat versetzte und dann mit gereinigter thierischerKohle macerirte Auszug wird filtrirt und das Filtrat (giebt es eine Reactionmit Schwefelwasserstoff, so wäre es damit zu sättigen und wiederum zufiltriren) in gelinder Wärme abgedunstet, der Rückstand mit absolutem Wein-geist aufgenommen, filtrirt und nun wieder abgedunstet, bis eine syrupdickeFlüssigkeit zurückbleibt. Diese kann über concentrirter Schwefelsäure völligabgedunstet und in Krystalle verwandelt werden.
Eigenschaften. Muscarin bildet eine gelbliche, rein eine farblose syrup-dicke Flüssigkeit von alkalischer Reaction, ohne Geruch und Geschmack, überSchwefelsäure ausgetrocknet farblose, stark hygroskopische Krystalle. Es istin Wasser und Weingeist leicht, in Chloroform wenig, in Aetlier nicht löslich.Beim Erhitzen bis zu 80° C. bräunt es sich, erstarrt über 100°, schmilzt stärkererhitzt und zersetzt sich unter Entwickelung eines Tabakgeruches. DurchKochen mit verdünnter Schwefelsäure oder verdünntem Aetzalkali wird esnicht zersetzt. Beim Erhitzen mit feuchtem Kalihydrat entwickelt es starkenFischgeruch und dann Ammongeruch.
Mit Jodjodkalium, Pikrinsäure, Kaliumbichromat, Platini-chlorid, Kaliumferrocyanid, Mercurichlorid erzeugt es keine Trü-bungen oder Fällungen. In der Muscarinsulfatlösung erzeugt Bromwassereinen gelben, bald verschwindenden Niederschlag. Aurichlorid und Phos-phormolybdänsäure fällen. Kaliummercurijodid giebt mit dem Mus-carin einen gelben amorphen, krystallinisch werdenden, in Weingeist undKaliumjodidlösung löslichen, Kaliumwismuthjodid einen rothen, allmählichkrystallinisch werdenden Niederschlag.
Aufbewahrung. In dicht geschlossenem Glase in der Reihe der directen
Gifte.