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Trimethylaminum. — Neurinum.
Prüfung. 2,0 der officinellen Trimethylaminflüssigkeit werden mit 1,0Salzsäure von 1,124 spec. Gew. gemischt. Es erfolgt eine neutrale oder wenigalkalische Mischung. Diese wird im Wasserbade eingetrocknet und mit abso-lutem Weingeist behandelt, in welchem sie sich völlig löst (Ammoniumchloridwird nicht gelöst).
Anwendung. Die Trimethylaminflüssigkeit ist als ein Sedativum, Antipy-reticum, die Harnabsonderung und die Hautthätigkeit vermehrendes Mittel be-sonders gegen rheumatische Leiden jeder Art, auch in hydropischen Zuständenempfohlen worden. Man giebt sie, stets in starker Verdünnung, zu 0,1—0,2—0,3(3—5—7 Tropfen) vier- bis fünfmal täglich, bei acuter Pneumonie selbst zu1,0—2,0 auf einmal täglich oder in getheilter Dosis. Die stärkste Einzelngnbewäre zu 2,0, die stärkste Gesammtgabe auf den Tag zu 5,0, jedoch immernur in verdünnter Lösung, anzunehmen. In wenig verdünnter Lösungwäre erstere auf 0,5, letztere auf 2,5 zu reduciren. Mit einer Säure saturirtdürften sehr hohe Gaben vertragen werden. Aeusserlicli wirkt es unverdünntin gleicher Weise ätzend wie Aetzammon.
(1) Mixtura antirheumatica
Awenaeius.
Liquoris Trimethylamini caustici 1,25Aquae destillatae 200,0Elaeosacchari Menthae piperitae 8,0.
M. D. S. Zweistündlich einen bis zweiEsslöffel.
(2) Mixtura propylaminata Leo.
Vf Liquoris Trimethylamini caustici 2,0Aquae Menthae piperitae 200,0Syrupi Sacchari 30,0.M. D. S. Zweistündlich einen Esslöffel(gegen acuten Gelenkrheumatismus, Mus-kelrheumatismus, rheumatische Läh-mungen, bei hydropischen Zuständen etc.).
»p IVeurinum, Anianitinuui, Vcniiii, Auiaiiitin, Cliolin, Sinkalin, Trimethlloxiitliyl-ammoniamliydrovyd, Trimetylvinylanimoninmliydroxyd, Hydroxäthylentrimetliylammonium-hydrat.
Das durch Synthese gewonnene Cliolin ist nicht, wie Schmiedeberg undHaknack fanden, identisch mit dem Amanitin, eines neben Muscarin imFliegenpilz vorhandenen, jedoch nicht giftigen Alkaloids, denn durch Oxydationmit Salpetersäure geht das Amanitin in Muscarin, das Cholin in Betain(Oxyneurin) über. Amanitin und Cholin sind nur isomer. Die genanntenChemiker fanden ferner, dass das aus dem Eierlecithin gewonnene Neurin(Cholin) mit dem Amanitin identisch und daher nicht als Ilydroxäthylentri-methylammonium, wohl aber als Hydroxäthylidentrimethylammonium anzusehensei, denn es geht durch Oxydation mit Salpetersäure in Muscarin über. SeineFormel ist N[CH ;) ] 3 .CIIOH — CH :1 . CIL
Hiernach wären Amanitin und Hydroxäthylidentrimethylammonium dieeigentlichen Synonyme des Neurins!
Darstellung. Behufs derselben aus dem Dotter der Eier lässt Diakonowdie breiige Dottermasse mittelst Aethers unter starkem Schütteln extrahiren,den Rückstand noch mit warmem Weingeist behandeln, den ätherischen undweingeistigen Auszug vermischen, den Aetherweingeist abdestilliren und denDestillationsrückstand mit überschüssigem Barytwasser eine Stunde hindurchkochen. Alsdann fällt man durch Einleiten von Kohlensäure den Baryt, filtrirt,dampft das Filtrat bei ungefähr 80° C. (im Wasserbade) bis zur Syrupdickeein, extrahirt mittelst absoluten Weingeistes und versetzt das Filtrat mit Platini-chlorid. Es fällt ein hellgelbes Platindoppelsalz des Neurins nieder, welches