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2 (1878)
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Tayuya.

Stanislaus Martin bemerkt (l'Union pharm.), dass er die Wurzel in 2bis 3 Mm. dicken und bis zu 5 Ctm. breiten Scheiben erhalten habe. Siesei von der Farbe der Fenchelwurzel. Der innere Bau der Wurzel scheintnach Martin 's mangelhafter Beschreibung von dem unserer einheimischenBryoniaarten nur wenig abzuweichen. Martin schied aus der Wurzel eingrünes Harz (Tayujin), eine citronengelbe Fettsubstanz, braunen Extractivstoff,beide von sehr bitterem aromatischem Geschmack, Gerbstoff, Schleim, SpurenGlykose, Stärkemehl, flüchtiges Oel und in der Asche Magnesia, Kalkerde,Thonerde, Kali, Eisen. Ein Alkaloid konnte er nicht auffinden. Prof. Li'ioiGabba (in Mailand) erhielt, als er die Wurzel mit Weingeist behandelte, einenAuszug, welcher beim Verdampfen ein braunes Extract liinterliess, welchesweder sauer noch basisch war, sich lange Zeit conservirte, und im Dampfbadeeingetrocknet einen amorphen Rückstand lieferte, welcher nur zum Theil inkaltem, dagegen leicht in kochend heissem Wasser löslich war. Diese Lösungmit verdünnter Schwefelsäure versetzt und erwärmt veränderte sich nichtsichtlich, gab dann aber hernach mit kalischer Kupferlösung behandelt einenGlykosegehalt zu erkennen. Da vor der Behandlung mit verdünnter Schwe-felsäure diese Reaction nicht eintrat, so nahm Gabba die Gegenwart einesGlykosids an. Prof. Zenoni will durch Extraction der Wurzel mit Aetherund Behandeln mit Säure enthaltendem Weingeist eine Substanz gefunden ha-ben, welche ihm die Reactionen eines Alkaloids zu geben schien. Ivon , einPharmaceut, welcher Martin's Arbeit controlirte, fand ein in Aether undChloroform lösliches Harz von der Consistens des Bienenwachses, von saurerReaction, gelbgrüner Farbe und sehr bitterem Geschmack. Sein Schmelzpunktsoll bei 49° C. liegen. Die Lösung in Alkali oder Ammon liess mikroskopi-sche Krystalle erkennen. Dieses Harz soll der arzneilich active Bestandtheilder Wurzel sein. Die weingeistige Tinctur der Wurzel setzte, durch Ab-dampfen concentrirt, nach mehreren Tagen eine geringe Menge prismatischer,in Weingeist löslicher Krystalle ab. Auch Ivon gelang es nicht, ein Alkaloidaufzufinden.

Der Naturforscher Luigi Ubicini brachte die Wurzel nach Europa undliess duich die Firma Gebrüder Ubicini zu Pavia durch Maceration eine fürden arzneilichen Gebrauch geeignete concentrirte Tinctur (aus 1 Th. trocknerWurzel und 3 Th. 80proc. Weingeist) bereiten, und diese in den Handelbringen. 1 ) Dem Mittel sind verschiedene Gebrauchsanweisungen und Beschrei-bungen (in italienischem Texte) beigegeben Eine dieser Gebrauchsanweisungenbesagt unter anderem z.B., die Tayuya wird meist innerlich, zuweilen auchäusserlich und liypodermatisch angewendet. Die concentrirte Tinctur (Tayuya)liefert mit der dreifachen Menge verdünntem Weingeist verdünnt die

i TintnraTayuyae, Tinctura Deiuiophyllae. Nur diese verdünnte Tinctur wirdals Medicament gebraucht nnd zwar in nach und nach verstärkter Dosis zu212 Tropfen 34 mal täglich, doch soll eine Dosis von 24 Tropfen pi'°Tag nicht überschritten werden. Für den äusserlichen Gebrauch auf syphili-tische und scrofulöse Wunden und bei Hautkrankheiten soll die Tinctur mitder 2030faclien Menge Wasser verdünnt, auf Drüsenverhärtungen jedoch mconcentrirter Form in Anwendung kommen. Die hypodermatische Dosis soll

') Firma Wittich u. Benkendorf (Schering's grüne Apotheke), Berlin,Chausseestrasse 21, hat den Vertrieb der Tayuyatinctur für Deutschland über-nommen