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2 (1878)
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1114
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1114 Taxus.

Taxin. Zur Absclieidung desselben werden nach Wilh. Marme die Blätteroder Samen wiederholt mit Aether ausgezogen, von den vereinigten Auszügender Aether abdestillirt und der Rückstand (bei den Blättern hauptsächlich eingrünes, eigenthiimlich aromatisch riechendes und scharf schmeckendes Harz,bei den Samen reichliche Mengen fettes Oel) wiederholt mit angesäuertem,etwas erwärmtem Wasser geschüttelt. Das von dem Unlöslichen getrennteWasser wird durch ein nasses Doppelfilter gegeben und aus dem klaren farb-losen Filtrat durch Ammon oder fixes Alkali das in schneeweissen, voluminösenFlocken sich ausscheidende Taxin gefällt. Gewaschen und über Schwefelsäuregetrocknet, bildet es ein weisses, krystallinisches, kaum in destillirtem, ziemlichleicht in angesäuertem Wasser, sehr leicht in Weingeist, Aether, Chloroform,Benzol, Schwefelkohlenstoff, nicht in Petroläther lösliches, geruchloses, sehrbitter schmeckendes Pulver. Concentrirte Schwefelsäure färbt es roth; Salpe-tersäure, Salzsäure und Phosphorsäure lösen es ohne Farbenveränderung. Mitden meisten für Alkaloide charakteristischen Reagentien (wie Gerbsäure,Phosphormolybdänsäure, Kaliumquecksilberjodid, Kaliumkadmiumjodid, Kalium-wismuthjodid, Jodjodkalium, Kaliumsilbercyanid, Kaliumbichromat, Pikrinsäure)giebt es in saurer Lösung amorphe Niederschläge, Platinchlorid, Goldchlorid,Quecksilberchlorid, Kaliumplatincyanür geben keine Fällung. Mit den ge-wöhnlichen Säuren vereinigt es sich nicht zu krystallisirten Salzen. Es iststickstoffhaltig (mit frisch geglühten Natronkalk erhitzt entwickelt es reichlichAmmoniak). Es schmilzt schon bei 80° C., verbrennt, stärker erhitzt, ohneRückstand. Das Taxin ist in den Blättern weit reichlicher enthalten als inden Samen. Seine toxische Wirkung stimmt nach den Versuchen an Kalt-und Warmblütern, welche Maemä zum Theil in Gemeinschaft mit Borchersangestellt hat, ganz überein mit derjenigen der wässrigen, weingeistigen undätherischen Blätterauszüge, wenn die letzteren wie die schwach angesäuertewässrige Lösung des aus den Samen oder Blättern dargestellten Taxins subcutanapplicirt oder in das Blut injicirt werden.

Die Anwendung der Taxusblätter als Medicament ist wohl eine sehr selteneoder sie kommt vielleicht gar nicht vor. Die Wirkung soll mit derjenige! 1der Sabina übereinstimmen. Man giebt die Taxusblätter zu 0,050,10,2mehrmals täglich in Pulvern, im Aufguss (2,0 auf 100,0). Als stärksteEinzelngabe sind 0,3, als stärkste Gesammtgabe auf den Tag 1,5 anzunehmen.Die verbrecherische Anwendung als Abortivmittel ist bei uns in Deutschlandeine seltene, in Nord-Amerika eine häufige. Die Abgabe im Handverkauf i^zu unterlassen.

Extractnm Taxi wird in ähnlicher Weise wie das Extractum Bell»'donnae hergestellt. Gabe 0,01 0,03 0,05. Stärkste Einzelngabe 0,1*Stärkste Gesammtgabe auf den Tag 0,5.

f Tinctura Taxi wird durch Digestion aus 10 Th. der zerstampf 011frischen Taxusblätter und 25 Th. Weingeist bereitet. Die Colatur b etrage 30 Theile. Aus trocknen Blättern bereitet man die Tinctur aus 1 T i-und o Th. verdünntem Weingeist.

II. Frnctus Taxi, Baccae Taxi, Tainsbeeren, Eibenbeeren, die frischen Frücht®von den Samen befreit. Die reife Frucht ist eine einsamige falsche £>® e ^(Zapfenbeere). Sie ist kugelig, erbsengross, seharlachroth, saftig, vonsüssem Geschmack. Von den bitteren Samen befreit ist sie nicht giftigsollen sie genossen gelind eröffnend wirken.