620 Orygenium. — Ozon.
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für die Lungen, in concentrirter Form auch für Schlund und Magen ej® #
Kaltes luftfreies Wasser vermag bei gewöhnlichem Luftdruck ungefäh 1 9
seines Volums Ozon zu absorbiren, führt es aber sehr bald in gewött" _
Sauerstoff über. Ein Wasser mit diesem Ozongehalt ist schon zu 50, ^ e
innerlich genommen ein Gift. Seine hauptsächlichste Eigenschaft j ^e-
energische Oxydationskraft, welche es schon bei gewöhnlicher Tempera 1 - c jjt
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thätigt. Es bleicht viele organische Farben, besonders Indigo, . 5 jjo» 9 '(nur in concentrirter Form) die Fäulniss und ist ein kräftigeres Desintemittel als Chlor. Im verdünnten Zustande ist es wirkungslos. Viele
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oxyde (des Baryum, Bleies, Wasserstoffs) führen das Ozon unter I iel g j P ervon Sauerstoff in gewöhnlichen Sauerstoff über. Auch die Einwirkung ^Wärme von 200° bewirkt ein gleiches. Das sogenannte Antozon ver .gjdsein Dasein einer theoretischen Speculation, und ist als nicht e xlSerwiesen.
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Anwendung. Nachdem sich die Therapie schon vor 15 Jahren i»reich mit dem Ozon beschäftigte und man dort nirgends zu einem befn® ßtden Resultate gelangen konnte, so dass es verständige Aerzte als e ' n Lpjfdie Therapie nutzlosen Körper erklärten, wurden in Berlin durch Dr. '' *eine Ozontherapie und auch Fabriken etablirt, in welchen angeblichozonisirtes Wasser erzeugt und auch von den Kranken jeder Art eing^und getrunken wurde. Dass letztere nichts weiter als gewöhnlichen hin"'Sauerstoff inlialirten und gewöhnliches Sauerstoffwasser tranken, > st ^ 0 di eAnalyse festgestellt. Ja es sind Fälle unter vier Augen berichtet, ^ jjInhalationen sehr schlecht bekamen und die Vermuthung nahe lag» M3$'zuweilen ein unreines Sauerstoffgas bereitet hatte. Es ist wohl üb 61 .die Leiden, für welche Ozon ein Medicament sein sollte, hier an zuführ 6 >Reclame machte es fast zu einem Universalmittel. ^
Ueber die Art der Darstellung des Ozons haben sich weder Pf"Lender , noch der Apotheker Krebs , die Urheber der Berliner Ozon'- 1je öffentlich geäussert. 0 p
Mit einer solchen Aeusserung wäre durch Kritik der Chemiker de freclame schnell ein Ende gemacht worden.
Wie schon oben bemerkt, hat eine mit Ozon gesättigte Luft ein ° e '' ä t ilU !Erstickung zur Folge. Luft, welche 2 Volumprocente Ozon enthält; „jd• die Dauer einer Minute eingeathmet nicht ohne Gefahr für das L^'V^re 11,mit Ozon gesättigtes Wasser genossen kann ebenfalls Erstickung herbe'Ein physiologisches Experimentiren damit erfordert also alle Vorsicht- .jj
Für die Technik ist vom Ozon kein Gebrauch zu machen, den"Darstellung ist zu kostspielig.
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Aqua o« Ollis ata, Ozonwasscr, ein Fabrikat der Firma Krebs, gp"'Cp ., enthielt nach Hageb und Albert Kremer eine unbedeuten ji; u'W asserstoffhyperoxyd, nach R. Böttger eine starke Spur Salpetrigs® 0 ^^ 11Behrens in Kiel Unterchlorigsäure. Diese Analysen wurden mit F» j, i"aus verschiedenen Jahren vorgenommen. Das Ozonwasser warverschiedener Weise dargestellt und das vermeintliche Ozongas i®
Falle aus einem Ivalihypermanganat, welches mit Hyperchlorat vCl1war, und Schwefelsäure bereitet. r i■ iiVp eI "'
Das Ozonwasser der Englischen Droguisten ist eine 1 proc. l vmanganatlösung.