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2 (1878)
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236
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Kali.

Färbung rührt von organischen Stoffen oder Ferrioxyd her. Beim Vef"mischen der Lauge mit einem dreifachen Volum wasserfreiem Weingeist wirddurch eine Trübung oder durch Abseheiden eines krystallinischen Sedimentsdie Gegenwart des schwefelsauren, kohlensauren, kieselsauren Kalis angezeigt-Das Kalicarbonat erkennt man an den aufsteigenden Gasperlen oder demstärkeren Aufbrausen beim Vermischen der verdünnten Lauge mit überschüssig 61Salpetersäure. Die Kieselsäure entdeckt man, wenn man die mit Salpeter-säure gesättigte Lauge (circa 6,0) zur Trockne eindampft und den Rückstau" 1auflöst. War Kieselsäure zugegen, so bleibt die Lösung trübe. Diese Lösung(A) theilt man nach der Filtration in 5 6 gleiche Theile und prüft dieselbenmit Silbernitrat auf Chlorid, mit Baryumchlorid auf Sulfat, mit Amnion -Oxalat auf Kalkerde, nach Zusatz von etwas Aetzammon mit Schwefe^'ammonium auf Schwermetalle (Blei, Kupfer, Eisen, Zink). Entstanddurch den Aetzammonzusatz eine Trübung, so deutet diese auf Thon er de-Ein Theil der Lösung A mit ammoniakalischer Magnesialösung versetzt, giß' 3 'durch eine weisse Trübung oder solchen Niederschlag gegenwärtiges Pliosph®'zu erkennen. Salpetersaures K ali ergiebt sich durch die dunkle Färbung)welche in der mit verdünnter Schwefelsäure gesättigten Kalilauge nach Zusatzvon Eisenvitriol und conc. Schwefelsäure entsteht. Natron wird an deigelben Flamme erkannt, mit welcher der mit der Aetzlauge vermischte Wein'geist brennt.

Anwendung. Das kaustische Kali galt früher als Antiscrofulosum, Antai'"thricum, Lithontripticum, Hydragogum, Antiscorbuticum. Gabe 0,050,1Or0,3 zwei- bis dreimal täglich stark verdünnt oder mit schleimigem Aufgus 8 'Von dem Liquor Kali caustici ist die Gabe dreimal grösser.

Aeusserlich ist es ein heftiges Causticum und wird besonders dannsolches angewendet, wo eine grössere oder tiefere Aetzung nöthig ist, wie be" 11Biss giftiger Tliiere, bei Schwarzblattern, Carbunkeln ete., ferner zum Oeffn e "von Abscessen, Bubonen, zur Zerstörung pathologischer Gewebe. In genüge 11 *der Verdünnung nützt es als mildes Causticum, wie bei Hautflecken, Muttei''mälern u. dgl. Es findet in dieser Form Anwendung in Waschungen (10 al1250500), Verbandwässern (1 auf 100200), Augentropfwässern (0,05auf 20,0), Injectionen (0,1 0,5 auf 100,0), zu Bädern (30,0 50,0 lOÖrauf 300 Liter), zu örtlichen Bädern (3,05,0 auf 1000,0).

f Liquor kali volummctricus normalis, Normal Kalilösung. 60,0käuflichen geschmolzenen Aetzkalis werden in destillirtem Wasser gel ösund die Lösung bis auf einen Liter verdünnt. Die Titrestellung die» cLösung geschieht mittelst Normal-Oxalsäurelösung (63,0 krystallisirtesäure im Liter).

Die Normalkalilösung dient zu Sättigungsanalysen. Man zieht sie _<»Normalnatronlösung vor, weil sie die innere Wandung der Glasgefässe wen'oangreift. Man bewahrt sie in Glasflaschen mit Gummistopfen.