Druckschrift 
2 (1878)
Entstehung
Seite
234
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Kali causticum.

Eigenschaften. Der Kaliätzstein bildet 10 20 Ctm. lange, bis zu 0Millim. dicke, krystallinisch weisse, auf dem Bruche krystallinisch durch'scheinende Stangen, welche alle Eigenschaften des Aetzkalis theilen. Sil"'die Stangen stark mattweiss, so enthält ihre obere Schicht bereits Kalicarbonat-Sieht man von den gewöhnlichen Verunreinigungen des Präparats ab, so i stes das einfache Kalihydrat (KCl,HO) mit einem Wassergehalt von 16 ProcentNoch unter der Glühhitze schmilzt es zu einer wie Oel fliessenden Masse. B elstarker Rothglühhitze verdampft es, ohne dabei das Hydratwasser zu verlieren-Auf die meisten Pflanzen- und Thierstoffe wirkt es verändernd und zerstörend-

Die Aufbewahrung des Kaliätzsteins ist eine solche, dass dieses wederFeuchtigkeit noch Kohlensäure aus der Luft aufnehmen kann. Man fülltden Aetzstangen starke cylindrische Hafengläser, verschliesst diese mit einen 1von Paraffinpapier umhüllten Korkstopfen möglichst dicht und stellt das Gl* 13oder die Gläser in mit Deckel versehene Weissblechgefässe mit Kalkdose 11(Bd. I, S. 664). Das geschmolzene Aetzkali gehört zu den starkwirkende 11Arzneimitteln und wird in der Reihe derselben aufbewahrt.

Prüfung. Gelöst in einer doppelten Menge Wasser, alsdann vermischt ff 1 'einer vierfachen Menge Weingeist, darf der Kaliätzstein nur einen höchstgeringen krystallinischen Niederschlag oder einen mässigen Bodensatz liefe 1 ' 11 »auf Zusatz von Salpetersäure nicht zu sehr aufbrausen, mit einem UeberschussSchwefelsäure gemischt, Indigolösung nicht entfärben. Im Uebrigen muss eSsich gegen Reagentien wie die Aetzkalilange verhalten.

Anwendung. Der Kaliätzstein ist ein tief in das organische Gewebe eifl'dringendes, schmerzhaftes Aetzmittel. Man braucht ihn als solches zum Ze 1 'stören von Warzen, zur Oeffnung von Abscessen, Bildung künstlicher Geschwüre?zum Aetzen von Schankern, schlecht eiternden Bubonen, vergifteten Wunde 11(vom Biss wüthender Thiere) etc. Man dispensirt ihn in kleinen Flasche 11 »man überzieht ihn auch wohl (wenn der Arzt es verlangt) mit Siegellackindem man die ganze kalte Stange in geschmolzenen Siegellack taucht.

III. f Liquor Kali caustici, Liquor Kali liytlrici, Lixivinin causticum, K»»)'lauge, Aetzkalilauge, Act'/,lauge, Kalihydratlösung, KaliumliydroxydlSsung (KO ,HO +12,8 Aq oder KHO-f 6,4 Aq=t71), eine Aetzkalilösung mit circa 27,5 Pro c "wasserleerem Kali.

Darstellung. 2 Th. rohe Pottasche werden mit 2 Th. kaltem Wass elangerührt, unter öfterem Umrühren einige Zeit stehen gelassen, dann du 1 ' 0dichte Leinwand colirt. Die klare Pottaschenlösung wird mit 10 Th. Wass ßlverdünnt, in einem blanken eisernen Kessel bis zum Kochen erhitzt und ® 1 'nach und nach unter beständigem Umrühren mit einem Brei aus 1 Th. fris® ,gebranntem A etzkalk und 4 Th. Wasser bereitet, vermischt. Man sedas Kochen fort, bis eine filtrirte Probe der Flüssigkeit auf Zusatz einer Säurnicht mehr aufbraust. Dann lässt man die Flüssigkeit in dem gut zugedeckte^Kessel absetzen, zieht mittelst eines Hebers die klare Flüssigkeit in ein gläsern®oder steingutenes Gefäss ab und verschliesst dieses. Der im Kessel zur ^ c vbleibende Bodensatz wird mit 4 Th. heissem destill. Wasser ge' 1 "'.'durchrührt, zum Absetzen in dem bedeckten Kessel wiederum bei Seite g e8 t e |und dann die klare Flüssigkeit wie vorhin in das erwähnte gläserne 0 ^steingutene Gefäss abgezogen. Die gemischten Flüssigkeiten werden end >'