Druckschrift 
2 (1878)
Entstehung
Seite
216
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Ipecacuanha. Emetinum.

krasie bei Jemanden, welcher Apotheker werden will, so möge er sich beiZeiten einem anderen Fache zuwenden.

Bestandteile. Pelletieb fand in 100 Th. der Rindensubstanz derechten Ipekakuanhe: 2 fetten und öligen Stoff, 1,6 emetischen Stoff (Emetin)-6 Wachs, 10 Gummi, 42 Amylum, 20 holzigen Antheil, Spuren flüchtige 1Stoffe; Verlust 4,80. Willigk fand in der Ipekakuanhe kleine Menge®Fett und Spuren eines widerlich riechenden flüchtigen Oels, Gummi, Stärke?Pektin, Emetin, Holzfaser, Ipecacuanhasäure (Gallussäure nach Pelletier)Das Amylum in der Rinde der Wurzel soll gegen 30 Procent, im Holzkei' 11gegen 7 Procent betragen.

Anwendung. In kleinen Gaben ist die Wirkung der Ipekakuanhe geli»^reizend, die Secretionen der Magenschleimhaut und die peristaltische Magenbe-wegung anregend. Aehnlich ist sie auf die Schleimhäute der RespirationS'organe, auf die Gehirnthätigkeit ist die Wirkung deprimirend. In grossenGaben wirkt die Wurzel brechenerregend. Man giebt sie als krampfstillende®Mittel zu 0,0050,01 0,05, als Diaphoreticum und Expectorans zu 0,0- 0,05 0,1, als Nauseosum zu 0,1 0,2 mehrmals täglich, als Emeticum0,51,01,5 zwei- bis dreimal innerhalb einer halben bis ganzen Stunde'In Klystieren gegen Diarrhoe und Dysenterie im Aufguss oder als Pulve'(2,0 3,04,0 auf 250,0).'

YEmetinum purum, Emetiu, Cepliaelin, das Alkaloid der Ipekakuanhe.

Zu seiner Darstellung wird die Ipekakuanhe in Form eines groben Pulver 8durch Digestion mit Wasser, welches mit 1 Proc. concentrirter Schwefel s:iui' eversetzt ist, bei Digestionswärme extrahirt, der Auszug bei gelinder Wär® ebis auf ein geringes Volum abgedampft, dann mit Kalkmilch bis zum geringe"Ueberschuss versetzt, der Niederschlag gesammelt, an einem lauwarmen Ort®getrocknet, zerrieben uud mit Chloroform extrahirt. Von dem ChloroformäUS'zuge wird das Chloroform abgedunstet (oder abdestillirt), hierauf der Rück'stand mit soviel verdünnter Salzsäure aufgenommen, als zur Erlangung ein 1 ' 1Lösung nöthig ist, und die filtrirte salzsaure Lösung mit Aetzammon gefä'"'Der Niederschlag wird gesammelt, getrocknet, in absolutem AVeingeist gelöst'wenn nöthig filtrirt und endlich abgedunstet.

Eine andere Bereitungsmethode ist: 10 Th. des mittelst verdünnten Wei"'geistes bereiteten Ip ekakuanhe-Extracts werden mit 15 Th. gebrannt®'Magnesia gemischt, ausgetrocknet, zu Pulver zerrieben, mit 100 Th. r eC .kaltem Wasser durchmischt in ein Filter gebracht und darin noch u 1150 Th. kaltem Wasser übergössen. Das wässrige Filtrat wird verworfe"'der Filterrückstand mit circa 100 Th. Weingeist extrahirt, die weingeistif? eLösung im Wasserbade durch Abdampfen vom Weingeist befreit, mit 10 T 'verdünnter Schwefelsäure und 50 Th. destillirtem Wasser verdüntt tfiltrirt, und dann mit soviel in Wasser gelöster Gallus gerb säure versetzt, als d»durch ein Niederschlag entsteht. Dieser Niederschlag wird in einem Filt Llgesammelt mit 30 Th. höchstfeingepulvertem Bleioxyd gemischt, trock r "gemacht und mit Chloroform extrahirt. Ist der Verdampfungsrückstaud deChloroformlösung noch gefärbt oder bleihaltig, so wird er in 50 Th. desfo*lirtem Wasser, welchem 3 Th. verdünnte Schwefelsäure zugesetzt sind gel 0 ^mit gereinigter thierischer Kohle digerirt und das Filtrat mit AetzamW 0 ^ausgefällt, der Niederschlag getrocknet in Chloroform oder Aether gelöstdie filtrirte Lösung bei gelinder Wärme zur Trockne gebracht. 100 Ipekaanhewurzel geben 11,5 Proc. Emetin aus.