Hyoscyamus.
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zottig - behaarte, geäderte, unterhalb etwas glänzendere, 10 — 30 Ctm. lange,3—11 Ctm. breite Blätter. Die Stengelblätter sind buchtig gezähnt (auchfiederspaltig gesägt), die Wurzelblätter fiederspaltig gebuchtet, mit lanzett-förmigen Lappen. Die Blätter der einjährigen Pflanze sind nie fieder-spaltig gebuchtet (die Blätter der zweijährigen Pflanze, an welcher die fieder-spaltige Buchtung und Randtheilung praedominirt, gelten als die heilkräftigeren).Die ungestielten Blüthen bilden am Ende der Zweige eine mit Blättern durch-setzte, lockere einseitige Aelire. Der an seinem Grunde bauchige Kelch hateinen 5spaltigen Saum. Die Blumenkrone ist stumpf-ölappig, mit einem unterenbreiteren Lappen und purpurroth geädert. Die Frucht ist eine 2fachrige, anihrer Basis bauchig erweiterte Kapsel, welche durch ein sich rundum lösendesDeckelchen aufspringt. Der Geruch ist narkotisch widrig, der Geschmacklässig bitter narkotisch. Eine Verwechselung der Blätter mit denen eineranderen Hyoscyamus&vt ist nicht möglich, weil bei uns nur Hyoscyamus nigervorkommt. Einige Varietäten desselben, wie Hyoscyamus agrestis Kitaibel,l 'nd Hyoscyamus pallidus Kitaibel , erstere eine auf magerem Boden vege-Wrende, 1jährige Varietät, letztere mit blassgelben Blüthen sind selten, daherDur sparsam zu sammeln, übrigens in medicinischer Hinsicht dem Hyoscyamusniger gleichwertig. Die Blätter von Datura Stramonium L. sind kahl(nicht zottig).
Einsammlung und Aufbewahrung. Die Blüthezeit des Bilsenkrautes beginutJuni und erreicht ihr Ende im August. Die Blätter werden von der blü-henden, zweijährigen Pflanze im Juni gesammelt, an der Luft möglichstschnell getrocknet und geschnitten, grob- und feingepulvert in weissblechenen°der in gläsernen Flaschen, welche mit guten Korken verstopft werden, inder Reihe der starkwirkenden Arzneistoffe und vor Tageslicht geschützt, jedochnicht über ein Jahr aufbewahrt. 6—7 Th. geben 1 Th. trockne. Selbstbeim vorsichtigen Trocknen nehmen die Blätter eine graugrüne Farbe an,bewahren aber ihren eigentümlichen narkotischen Geruch. Die mit den jungenblühenden Zweigspitzen gesammelten Blätter werden alsbald zur Bereitung desßxtractes und der Tinctur verwendet.
Bestandtheile. In dem frischen Bilsenkraute sind circa 0,15, in den trocknenblättern circa 0,3 Proc. eines wahrscheinlich an Aepfelsäure gebundenen, sehrSiftigen Alkaloids, Hyoscyamin, enthalten, welches im reinen Zustande geruchlosl8 t, scharf und widrig schmeckt und in farblosen seidenglänzenden stern- undbüschelförmigen Nadeln krystallisirt. Nach Thokey krvstallisirt es aus Chlo-roform in rhombischen Tafeln, aus Benzin in Nadeln; die Aether- und Amyl-a 'kohollösung hinterlassen es im amorphen Zustande. Unreines HyoscyaminS °H amorph und von betäubendem tabaksähnlichem Geruch sein. Merck^"hielt das Hyoscyamin in Form einer weichen gefärbten Masse, welche im^asserstoffgasstrome destillirt eine farblose, wie Oel fliessende, in Wein-geist und Aether leicht, in Wasser weniger, in Benzin und Chloroform nurteilweise lösliche, an der Luft gelb bis braun werdende Flüssigkeit von Coniin-Seruch darstellte. Das an der Luft braun und dicklich gewordene Hyoscyaminjst von sehr unangenehmem Geruch und nicht mehr vollständig in Aetheroslich. Es reagirt alkalisch und sättigt die Säuren vollständig. Seine SalzeSln d schwierig krystallisirbar. Es wirkt auf die Pupille dilatirend.
R eichardt und Hoeiin haben das Hyoscyamin mit der Formel C15H46NO3. edacht. Nach Angabe derselben spaltet es sich beim Kochen mit Aetzbarytln ein flüchtiges Alkaloi'd (Hyoscin, C 6 H 13 N) und eine der Benzoesäure nicht
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