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Achillea nobilis mit der mehr östlichen Rasse Neilreichii hat in Mitteleuropa ganz den Charaktereiner südeuropäisch-pontischen (xerothermen) Art, die aus dem Südwesten und Osten eingewandert sein dürfte.In Oesterreich und in Mitteldeutschland gehört sie zu den Bestandteilen der Pontisdien Heiden und Hügel, imOberrheintal, Schweizer Jura und Rhonetal zu denen der Felsenheiden, hat jedoch daselbst meist deutlichruderalen Charakter. Waldner erwähnt sie aus dem Oberelsass (Siegolsheim bei Colmar) als Bestandteil der„Felder", neben Phleum asperum, Iberis amara, Fumaria Vaillantii, Bupleurum rotundifolium, Caucalis daucoides,Linaria striata und Anthemis tinctoria. In Ungarn und im östlichen Europa ist A. nobilis sehr verbreitet inden Löss» und Wermutsteppen. In Mitteleuropa hat sie öfters adventiven Charakter; Fr. Zimmermannbeobachtete sie von 1876 bis 1924 in Oberbaden in Weinbergen am Kaiserstuhl. Auch um Riga liess sie sichnach Kupffer (1920) in den einstigen russischen Kampfstellungen nachweisen.— In dem 1574 bis 1576 von
Hieronymus Härder angelegten
Herbarium führt A. nobilis dieBezeichnung Millefolium peregri»num Frömbde Schafgarbe.
483. Achillea asplenifölia
Vent. (= A. Millefolium L.var. rubra Sadl var. scäbraRoch, et subsp. aspleniföliaWeiss). FarnblätterigeSchafgarbe. Fig. 292abis e.
Pflanze ausdauernd, 20bis 70 cm hoch. Wurzelstockkriechend, ästig, Ausläufertreibend. Stengel aufrecht,wenig behaart, einfach oderoberwärts ästig, oft braun»rot. Laubblätter kahl oderspärlich behaart, oberseitsdrüsig = eingestochen punk=tiert, fiederspaltig mit breit ge=flügelter, ungezähnter Spin*del (Fig. 292 b) und ± ge»näherten, eiförmigen, ein»fach bis doppelt einge»schnitten gesägten Fiedern;letztere mit knorpelig be=spitzten Sägezähnen. UntereLaubblätter gestielt, lanzett®lieh, die oberen länglich,
Fig. 292. Achillea asplenifölia Vent. a Habitus ("a natürl. Grösse), b Laubblatt (ver- Sitzend. köpfe 4 mm breit,grössert). c Blühende Köpfchen, d Hüllblatt, e Zungenblüte. — Achillea nobilis L. ^11 dichten oft zusammen»f Habitus, g, h, i Blatt-Formen. '
gesetzten Ebensträussen ver=
einigt. Hülle glockig (Fig. 292c); kahl oder fast kahl; Hüllblätter strohgelb, vorn schmalbraun berandet (Fig. 292 d). Blüten rosenrot bis rötlich, sehr selten weiss, Zungen halb solang als die Hülle. Früchte 1,8 mm lang, kahl. — VI bis VIII.
Auf nassen, seltener auch trockenen Magerwiesen, an Rainen, Ufern, besonders aufetwas salzigem Boden. Zerstreut in Oesterreich; für Deutschland unsicher. In derSchweiz ganz fehlend.