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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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purpurn (selten fast zinnoberrots f. coccineum hört.) oder weiss (f. a 1 bif 1 örum Sdiur). var. Boh^micum(F. W. Schmidt) Pers. (= var. ochroleücum DC., = var. albiflörum Kirschleger, = var. älbidum hört). Laub«blätter wie bei voriger var. (f. genuinum Pospichal) oder schmäler lanzettlich, die oberen fast lineal(f. angustifölium |Opxz] Beck, = var. stenophyllum Celak., = var. lanceolätum Weinm.). Krone gelblich«weiss, oft kleiner als bei var. purpureum. Staubbeutel zuweilen vorragend (f. microcälyx [Opiz]). Im nördlichenTeil des Gebiets meist seltener als var. purpureum, im südlichen stellenweise (z. B. schon in Württemberg, immittleren Böhmen und im Mittelwallis) häufiger als diese, bald mit ihr, bald für sich allein auftretend. EineMutation mit ganz reduzierter Krone (m. ap^tala) fand Murr in Vorarlberg (Gisingen). Brunfels, Bocku. a. bezeichneten var. purpureum als das Männlein (Consolida major mas), var. Bohemicum als das Weiblein(Consolida major femina). Kerner glaubte im Nebeneinandervorkommen der beiden Sippen einezweck«massige Farbenverteilung" zu erblicken. var. glabr^scens Nickles apud Kirschleger (= S. uliginösumKerner, = S. officinale var. uliginösum O. Kuntze et subsp. uliginösum Nyman, = S. Vetteri Thellung). Stengelund Laubblätter fast kahl, nur abwärts mit ver»einzelten, kleinen, gebogenen Stachelchen besetzt.

Laubblätter eiförmig»lanzettlich, nur halb herab«laufend. Blüten wie bei var. purpureum. Ein«heimisch wohl nur in den Ueberschwemmungsge«bieten Südrusslands, Rumäniens und Ungarns, An»näherungsformen in Oesterreich (Drösing, Hohenau) sim Elsass (Wiesen von Ried bei Benfeld) und in derWestschweiz (altes Bett der Orbe am Secheron 1892)vielleicht nur adventiv. Uebergangsformen zuvar. purpureum sind var. inundätum Menyhärtund var. pseudöpterum Borbels. Vgl. R. v. Söoin Botanikai Közlem. Bd. XXII, 1826 und in F e d d e'sRepert. Europaeum Bd. I, 1926.

Die ursprüngliche Westgrenze der gleichihren Verwandten wahrscheinlich pontischen Pflanzekann nicht mehr ermittelt werden. Schon in denWestalpen scheint sie trotz ihrer Häufigkeit in dengrösseren Tälern von etwas zweifelhaftem Indigenat.

Bei der Schnelligkeit, mit der sich das erst seit demvorigen Jahrhundert in Mitteleuropa kultivierte S.asperum eingebürgert hat, muss auch bei S. offi.cinale, das bereits die heilige Hildegard vonBingen kannte und das auch jetzt noch in manchenGegenden als Heil« und Genusspflanze gezogenwird, mit der Möglichkeit der Einführung in histo«rischer Zeit gerechnet werden, so dass die Artvielleicht im grössten Teil Mittel, und Nordeuropasnur als Archäophyt gelten kann. Sie ist recht feuchtigkeitsbedürftig und wird auch durch Düngung begünstigt.In Streuewiesen mit Agrostis alba, Holcus, Molinia, Orchis incarnatus, Vicia Cracca, Myosotis scorpioides,Mentha aquatica, Inula Britannica usw. und im Unterwuchs der Auenwälder mit Brachypodium silvaticum,Thalictrum flavum, Angelica silvestris, Lithospermum officinale, Scrophularia nodosa, Solanum dulcamara,Eupatorium cannabinum usw. macht die Wallwurz zwar häufig den Eindruck einer urwüchsigen Pflanze,was aber auch oft bei anderen sicher erst vor wenigen Jahrhunderten eingeführten Arten (Juncus tenuis, Sisyrin«<hium angustifölium, Oenothera biennis, amerikanische Aster« und Solidago«Arten) der Fall ist, an anderenOrten, in Strassengräben, an Dorfwegen, in Ackerrainen usw. zeigt sie jedoch deutlich halbruderalenCharakter. Im oberen Reussgebiet wird sie sogar als Topfpflanze gezogen. Die kräftige, von schwarzemKork bedeckte Wurzel, die als Radix Symphyti vel Consölidae majöris noch jetzt in einzelnenLändern offizinell ist, enthält grosse Mengen Pflanzenschleim mit verwertbaren Mengen von Gummi, fernerHarze, Saccharose, Gerbstoffe, geringe Mengen ätherischer Oele, das Alkaloid Symphyto.Cynoglossin undsein Spaltprodukt Consolicin, das Glykosid Consolidin, Spuren von Asparagin und namentlich auch das mitdiesem verwandte Harnsäurederivat Allantoin. Dieses ist in der Wurzel vom Herbst bis in den Frühling zu0,6 bis 0,8 °/o, im Sommer in viel geringerer Menge enthalten und kann durch Alkohol leicht in Form mono«kliner Prismen abgeschieden werden. Der zuerst von Titherley aus der Wurzel von S. officinale darge«gestellte und von A. Vogl (Pharmaz. Post 1918) näher untersuchte Stoff wurde von A, Stieger in viel