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Tauricum var. cordätum O. Kuntze) aus den unteren Donauländern (angeblich auch in der Ukraine) bis insgalizische und ungarische Karpatengebiet (eingeschleppt oder verwildert in Warmbrunn bei Ullersdorf inMährisch.Schlesien, Rawitsch in Posen, Brunnental bei Freienwalde in Brandenburg und Ludwigshafen in derPfalz). Alle diese Arten zeigen in Lebensform und Standortsansprüchen grosse Aebnlidikeit mit den unsrigen.
1. Stengel und Laubblätter rauh behaart (nur bei S. officinale var. glabrescens fast kahl). Laub,blätter nie herzförmig. Kelchzähne mindestens so lang als die Kelchröhre. Wurzelstock und Wurzeln nichtknollig 2.
1*. Stengel und Laubblätter weichhaarig (wenn stärker rauhhaarig, [S.Orientale], die Laubblatter herz«förmig oder [S. Caucasicum] die Kelchzähne kürzer als die Kelchröhre). Laubblätter nicht oder nur kurzherablaufend. Krone meist gelb oder weiss (nur bei S. Caucasicum blau) 3.
2. Pflanze unter 1 m hoch, mit geraden, nicht abgeflachten Stachelborsten. Laubblätter weit herab»laufend. Krone nur doppelt so lang als der Kelch, violett oder gelblichweiss. Antheren mindestens l'/s-malso lang als die Staubfäden. Verbreitetste Art S. officinale nr. 2333.
2*. Pflanze meist über 1 m hoch, reich mit seitlich abgeflachten, hakigen Stachelborsten besetzt. Laub«blätter nicht herablaufend (wenn etwas herablaufend und weniger rauhhaarig, vgl. S. Uplandicum pag. 2222.Krone 3= bis 5-mal so lang als der Kelch. Als „Comfrey" gebaut S. asperum pag. 2221.
3. Laubblätter in den Blattstiel verschmälert, nicht herzförmig 4.
3*. Laubblätter mit deutlich herzförmiger, vom Stiel scharf abgesetzter Spreite 7.
4. Kelchzipfel viel länger als die Kelchröhre. Krone hellgelb. Wurzelstock und Wurzeln iknollig verdickt 5.
4*. Kelchzipfel kürzer als die Kelchröhre. Krone nicht gelb. Zierpflanzen 6.
5. Schlundschuppen die Kronlappen nicht überragend. Staubbeutel doppelt so lang als der Staub»faden. Wurzelstock fleischig, stellenweise knollig verdickt, ohne Ausläufer . . . S. tuberosum nr. 2334.
5*. Schlundschuppen die Kronlappen überragend. Staubbeutel i so lang wie der Staubfaden.Wurze lstock dünn, stellenweise kugelig angeschwollene Boden auslaufer treibend . . S. bulbosum nr. 2335.
6. Obere Laubblätter kurz herablaufend. Krone himmelblau, 3.mal so lang als der Kelch . . S. Caucasicum pag. 2222.
6*. Obere Laubblätter sitzend. Krone weiss, nur i doppelt so lang als der Kelch
S.Orientale pag. 2222.
7. Sprosse beinahe kahl. Krone nur etwa doppelt so lang als der nur wenig über die Mittegeteilte Kelch. Karpaten S. cordatum pag. 2222.
7*. Sprosse dicht weichhaarig. Krone 3=mal so lang als der zu a /s gespaltene Kelch. OrientalischeArt S.Tauricum pag. 2222.
2333. Symphytum officinale 1 ) L. Grosse Wallwurz, Beinwell, Schwarzwurzel. Franz.:Grande consoude, oreilles d'äne, oreilles de vache, langue de vache; engl.: Common com«frey, consound, knitbadc. Taf. 219, Fig. 4 und 3160 und 3161.
Der Name Beinwell (althochd. beinwalla, beinwelle) rührt daher, dass man die Pflanze in frühererZeit als vorzügliches Mittel bei Knochenbrüchen („Wallen" = zusammenheilen von Knochen) betrachtete.Die Bezeichnung ist kaum wirklich volkstümlich, dagegen tritt das ebenfalls hiehergehörige Wallwurz,Walwürze ab und zu in alemannischen Mundarten auf. Ebenfalls auf die heilende Wirkung bei Knochen»brüchen gehen Boanwurzen (Niederösterreich), Hälwurzel [= Heil«] (Lothringen). Die fette, saftigeBeschaffenheit der Wurzel, die manchmal von Kindern gegessen wird, wird angedeutet in den Volks«namen Smeerwuttel (Untere Weser), Speckwottel (Emsland), Hasenbrod, Himmelsbrod(Niederösterreich). In verschiedenen Mundarten ist die Bezeichnung Schwarzwurzel (vgl. Scorzo»nera Hispanica) zu finden. In der Luzerner Gegend backt man ähnlich wie beim Garten«Salbei (Salviaofficinalis) die Blätter in Teig heraus, daher Chuechi«Chrut. Die honigreichen Blüten gaben zu denNamen Honnigblum (Niederrhein), Hungblueme, lmbelichrut (Aargau), Zuckerhaferl (Böhmer»wald) Veranlassung. Vereinzelte Benennungen sind Schärwuttel (Untere Weser), Soldatenwuttel
l ) Wahrscheinlich das avfiipvxov ezegov [symphyton heteron], die zweite Beinwell oder nr/.it] [pektö]des Dioskurides, das Brochum des Galen, die Consolida der Hildegard, die consolida major desHieronymus Bock, Thal usw., das Symphytum magnum des Fuchs, Mattioli usw. Vgl. auch Ajuga.Der von Gesner überlieferte Name Magerkraut bezieht sich auf den „Mager", eine Art Krätze, gegenwelche die Pflanze gebraucht wurde. Schon Brunfels, Bock und C. Bau hin unterschieden die beidenFarbenvarietäten als „Walwurtzmännlin und »weiblin" (mas = var. Bohemicum, foemina = var purpureum).