Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
2150
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2150

graugrün, mit starkem Mäusegeruch. Stengel meist starr aufrecht, i 3 bis 8 dm hoch undbis 1 cm dick, einzeln oder zu mehreren, kantig, locker zottig»behaart, dicht beblättert, inden Blattachseln der oberen Hälfte meist zahlreiche, in Wickel auslaufende, anfangs kurze,zur Fruchtzeit verlängerte Aeste tragend. Laubblätter in 3 /s Stellung, die unteren rosettiggehäuft, mit '/« bis 1 dm langem, am Grund zu einer derblederigen Scheide verbreitertem,

aa oberwärts gewimpertem Stiel und lan»

zettlicher, i 1 bis 2 dm langer und 2 bis3 (selten bis 7) cm breiter, flacher, netz»nerviger, beiderseits i angedrücktbehaarter Spreite; die Stengelblättersitzend, ± stengelumfassend, V 2 bis1 1 /2 dm lang und ä U bis 3 cm breit,oft stärker runzelig, unterseits reicherbehaart als oberseits. Blüten an kurzen,abstehenden, postfloral sich bis zu 1 cmLänge streckenden und herabkrümmen»den Stielen in unbeblätterten, anfangsköpfcbenförmig gedrungenen, postfloraltraubig verlängerten, sparrig pyramidaleRispen bildenden Wickeln. Kelch fastbis zum Grunde in elliptische, dicht be»haarte, 4 bis 5, postfloral bis 8 mmlange Zipfel geteilt. Krone becher»förmig, den Kelch deutlich überragend,± 6 mm breit, anfangs dunkelviolett,dann trüb braunrot, selten weisslich, mitwulstigen, samtigen, purpurnen oderhellroten Schlundschuppen. Staubblätterkürzer als diese. Nüsschen abgeflachteiförmig, 5 bis 7 mm breit und 2 bis3 mm dick, am Rand wulstig verdickt,mit Ausnahme der 3=eckigen, oberstän»digen, fast die halbe Länge einnehmen»den Ansatzfläche dicht mit starren, ±1 mm langen, etwas ungleichen, vornstarke Widerhaken tragenden Stacheln besetzt, dazwischen glänzend hellbraun. — V, VI, inhöheren Lagen bis VIII.

Fig. 3109. Cynoglossum ollicinale L. a und 6 Habitus, c Blüte,d diese im Längsschnitt, e Krone geöffnet. / Mittelsäule der Frucht.g Fruchttraube, h Frucht.

Meist einzeln oder in kleinen Gruppen an sonnigen, steinigen oder sandigen Orten,Weg» und Ackerrändern, trockenen Viehweiden, seltener auch in feuchten Hochstaudenflurenund in Wäldern, um Höhlen, Fuchs» und Kanindienbauten, sowohl auf kalkreichem wie aufkalkarmem Boden. Weit verbreitet, am häufigsten in den Wein» und Ackerbaugebieten, dochauch daselbst nicht überall (z. B. im Maingebiet und in der Nordostschweiz fast ganz fehlend)und in vielen Gegenden (besonders in den Nordalpen) nur vorübergehend. Steigt vereinzeltbis in die subalpine Stufe, in Oberbayern bis 1360 m, in Südtirol bis 1500 m, in der Südschweizbis zirka 1900 m, im Unterengadin (Viehläger im Val Sesvenna) bis 2400 m.

Allgemeine Verbreitung: Im grössten Teil Eurasiens, von den Gebirgen Süd»europas und Südasiens (dem eigentlichen Mittelmeergebiet fast ganz fehlend, so schon im