Druckschrift 
5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
Entstehung
Seite
2117
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

2117

Blüten festgestellt worden, weiter solche mit einer vollständigen Umwandlung der Staubblätter in Carpelle.In der Kultur gibt es buntblätterige Formen (mit gelblich weiss=gestreiften oder gelblidi geränderten Laubblättern).In Bayern (Mittelfranken) steht die Pflanze unter behördlichem Schutze.

DCVI. Collomia 1 ) Nutt. Leimsaat.

Die Gattung umfasst 9 Arten, von denen 8 auf das Pazifische Nordamerika fallen. Einzig C. biflöra(Ruiz et Pav.) Brand bewohnt das gemässigte Südamerika. Adventiv sind ausser nr. 2294 in Mitteleuropabeobachtet worden: Collomia lineäris Nutt. mit ungeteilten Laubblättern, kahlem Stengel und weisserbis lilafarbiger Krone (letztere doppelt so lang als der Kelch). In Mitteldeutschland (Reissberg, Hirschstein )Greiz, Meissen), im Hafen von Ludwigshafen und in der Schweiz bei Solothurn. C. biflöra (Ruiz et Pav.)Brand (= C. Cavanill6sii Hook, et Arn., = C. coccinea Lehm.). Aehnlich, aber mit behaartem Stengel und mitScharlach» oder orangeroten Blüten. Im Vogtland, bei Dresden (Koswig), in der Schweiz bei Solothurn(1903), jedoch nicht im Elsass. C. heterophylla Hook, mit fiederschnittigen, behaarten Laubblättern. ImHafen von Mannheim (1901).

2294. Collomia grandiflöra Dougl. (= Gilia grandiflora A. Gray). Gelbe Leimsaat,

Flachssaat, Knaulblume. Fig. 3085.

Einjährig, (5) 15 bis 70 cm hoch. Stengel einfach oder ästig, dicht beblättert, ober*wärts behaart. Laubblätter wechselständig, lineaManzettlich bis ei=lanzettlich, sitzend, 4 bis5 cm lang und 5 bis 10 mm breit, zugespitzt, beidendig verschmälert, beiderseits etwasbehaart, meist ganzrandig, seltener entfernt gezähnt; die obersten Laubblätter breiter.Blüten zu einem endständigen, breiten, fast kugeligen Kopf vereinigt; letzterer von ovalen,dichtdrüsigen Hüllblättern umgeben; fast regelmässig mit kleistogamen Blüten. Kelchbleibend, trichterförmig, mit 5 breit lanzettlichen, stumpfen Zipfeln; letztere kürzer als diedurchscheinende Röhre. Krone zuerst gelb, später rötlich angehaucht, stieltellerförmig, lang»röhrig, 4=mal länger als der Kelch (Fig. 3085b), mit weitem Schlund und 5 abstehenden, ver=kehrt=länglichen Abschnitten. Staubblätter 5, ungleich hoch angeheftet, aus dem Schlündeherausragend, am Grunde kahl. Fruchtknoten verkehrt=eiförmig, an der Spitze abgerundet,kürzer als der Kelch; Griffel so lang als die Kronröhre. Kapselfächer einsamig. Samen läng=lieh, braun, verschleimend. Keimling grün, l 1 /* mm lang, den ganzen Samen ausfüllend. VI, VII.

Stellenweise an Flussufern, im Ufergebüsch, an Wegen, Eisenbahndämmen, auf Schutt,rasigen Abhängen, in Getreidefeldern eingebürgert, oft auch nur vorübergehend eingeschlepptoder verwildert (so öfters auf Friedhöfen).

In Deutsch 1 and: In Bayern vorübergehend bei Burgwaiden bei Augsburg, Wollfabrik bei Roth(1903), Herrenhütte bei Nürnberg, in Württemberg bei Ellwangen, Tübingen (1900), Haigerloch, Trillfingen,Altoberndorf, Rottweil, in Baden bei Neustadt, Kirchzarten, Freiburg i. Br. (im alten Kirchhof das gemeinsteUnkrautl), in Elsass mehrfach an der Thür bei Sennheim, zwischen Bollweiler und Pulversheim (hier 1840von Baumann ausgesät) und an der Iiier bei Mülhausen und Thann bis unterhalb Schlettstadt, in der Pfalzbei Kaiserslautern, Lemberg bei Feilbingert, im Alsenztal, bei Lauteredcen, im Hafen von Ludwigshafen (1909),in der Rheinprovinz (seit 1866 beobachtet, heute stellenweise völlig eingebürgert) um Düren, bei Aachen, imNahetal, bei Kreuznach, Sobernheim usw., an der Ahrmündung bei Remagen, Bad Neuenahr, Bonn, in West»falen bei Schleiden, Halden, Hasslinghausen, Obersprockhövel, früher auch zu Höxter am Bollerbach, beiWalkmühle bei Bremervörde (unter Getreide) und Ludwigslust, Hadstedt bei Bremen (1852), in Mecklenburg(Basedow bei Malchin), in Thüringen (nach Reinecke ist das Vorkommen wahrscheinlich auf Verwilderungaus der Arnstädter, Erfurter und Ohrdrufer Gartenkultur zurückzuführen 1) an der Gera bei Erfurt (hierbereits 1842 von Apotheker Baetke festgestellt), von Wechmar bis Marienthal, zwischen Wandersleben undKühnhausen, an der Apfelstädt, an der Eisenbahn von Arnstadt bis Neudietendorf, sowie von Weimar (imwilden Graben) bis Eisenach, im Ilmtal bei Stadtim und Berka, bei Greiz, Gotha (am Galgenberg), Schleusingen,Saalfeld, im Harz bei Wernigerode, Blechhütte bei Thale, Altenbrak, Gernrode (Haferfeld), Nordhausen undEllrich), vorübergehend bei Berlin (von Hanstein 1859 in der Hasenheide, von O.Reinhardt auf der

') Vom griech. xoXXa [kölla] = Schleim; die Samenschale quillt im Wasser schleimig auf.