2115
blättchen elliptisch=lanzettlidi, spitz, ganzrandig, 16 bis 20 mm lang und 6 bis 10 mm breit,an den untern Laubblättern zahlreicher (25 bis 27). Blüten gynodiözisch, radiär, zu einerendständigen, reichblütigen, 13 bis 17 cm langen Rispe vereinigt. Blütenstiele drüsig behaart.Kelch glockenförmig, tief 5»spaltig (Taf. 208, Fig. 5c), wenig drüsig behaart; Kelchzipfeleiförmig»lanzettlich, stumpf, etwas länger als die Röhre. Krone aus kurz trichterförmigerRöhre glockig, fast radförmig, 2 bis 2 1 /s=mal länger als der Kelch, 15 bis 20 mm lang,himmelblau, am Grunde weisslich (sei»tener weiss), mit 5 wagrecht abstehenden,sehr stumpfen, rundlich verkehrt=eiför-migen Abschnitten. Staubblätter 5, nieder»gebogen, am unteren Teil der Kronröhrein gleicher Höhe befestigt, am Grundeverbreitert und behaart, meist so langwie die Krone; Staubbeutel orangegelb.
Fruchtknoten 3»fächerig (Fig. 3083 c);
Griffel wenig länger als die Krone.
Kapsel bleibend, fast rundlich, stumpf,so lang als der Kelch, mit vielsamigenFächern. Samen schwarz, fast spindel»förmig, warzig rauh (Fig. 3083 d bis f),
3 mm lang. — VI bis IX.
Zerstreut auf feuchten, moorigenWiesen, Flachmooren, in Auen, imWeiden» und Erlengebüsch, Brüchen,an Bachufern, auf Geröllhalden, in Kar»fluren, auf Lägern, Flusskies, besondersin den Gebirgsgegenden und in Fluss»tälern. Auf Kalk» und Urgestein. Ausserdem nicht selten aus Gärten an Wegen, Zäunen,bei Kirchhöfen, in Kiesgruben, auf Bahndämmen und Schutthaufen verwildert.
In Deutschland in Bayern im Alpengebiet (bis 1500m aufsteigend) bei Pfronten-Kappel (ver.wildert?), bei den Knappenhäusern ob der Höllentalklamm, 1200 m (ob wirklich ursprünglich?), Stodcelalpe beiSchliersee, Ramsau bei Berchtesgaden (gartenflüchtig), an verschiedenen Stellen auf der Hochebene (bei Aitrangund Deining in Flachmooren), doch um München, Gauting, Starnberg, Kirchseeon (Buch) sicher nicht ursprüng«lieh, im Bayerischen Wald bei Spiegelau, Sdiönberg a. I., im Oberpfälzerwald bei Ast (verwildert!), im Jura(vornehmlich auf Opalinusthon), bei Öning nächst Parsberg, Neumarkt, Hersbruck, verbreitet im Gebiet der Dei»ninger und Schwarzen Laber bis Lengenfeld, bei Waltersberg, im Ries bei Laub im Schwalbtal, bei Ebrach undEussenheim a. W.; in Württemberg selten im Unterland (Forchtenberg und Nagold), häufiger im Gebiet derAlb und in Oberschwaben; in Baden im Bodenseegebiet im Taubenried bei Pfullendorf, zerstreut in derJuragegend (Donautal von Werenwag bis Bräunlingen und Pfohren, von Bargen bis Engen, Gauchatal und imSchwarzwald bei Neustadt, St. Peter, Mettmatal und an der Schlücht obWitznau; im Elsass im Kreise Altkirch(bei Lützel, Pfirt, Sondersdorf, Oberdorf) und am Rhein von Hüningen bis Markolsheim, bei Ketsch auf einerRheininsel; in Hessen.Nassau (bei Marienstadt und Kroppach bei Hachenburg); in Thüringen (im oberenSaaletal beim Heinrichstein bei Ebersdorf (früher angeblich am Kleinen Gleichberg), im Harz zwischen Liebenburgund Heissum, bei Oderbrück, Heuscheune im Bodetal, unter dem Krockstein und Bielshöhle bei Rübeland, inBraunschweig (Ehraer Höhe bei Bergfeld), häufiger wiederum in Norddeutschland, in Mecklenburg (zwischenTangrim und Wasdow), in Pommern (längs der Küste sehr zerstreut), sowie in Ost» und Westpreussen ziemlichverbreitet. In den übrigen Gebieten wohl ausschliesslich gartenflüchtig, verwildert oder eingebürgert, so inPosen (Koschmin, Meseritz), im Westerwald (Graben der Junkernburg bei Driedorf, auf dem Brösel bei Hameln,im nördlichen Hannover (seit 1870 bei der Camper Ziegelei unweit Stade), am Niederrhein zwischen Anrathund Neersen, Hülsenstein bei Opladen und bei Wesel, in Schleswig-Holstein (am Ratzeburger See, bei Wands»beck, Husbyer Kirchhof in Angeln, Barmstedt), im Delvenautal bei Göttin in Lauenburg, in Sachsen, Schlesien
Fig. 3084. Polemonium caeruleum L., bei den Knappenhäusern untermKreuzeck bei Garmisch, 1200 m (Oberbayern). Phot. H. Düll, München.