2105
Allgemeine Verbreitung: Nordamerika, Mexiko und Westindien; eingeschlepptbesonders im wärmeren Europa: Frankreich, Italien, Ungarn, Oesterreich, Deutschland undwohl noch anderwärts.
Die in Europa aufgetretene Pflanze stellt nicht die typische Form dar, sondern eine ihrer Varietäten,ohne sich mit den bisher beschriebenen vollkommen zu decken. Sie steht der var. calycina Engelm. undder var. verrucösa Engelm. nahe. Eine ebenfalls abweichende Form wurde bei Aussaaten von südrussischen,turkestanischen und siebenbürgenschen Cuscuta=Samen gezogen, die speziell auf ungarischen Paprikapflanzenschmarotzt und die als var. Cäpsici Degen et Linhard beschrieben wordeD ist (vgl. Zeitschrift für Pflanzen«krankheiten). Gegen Ende des letzten Krieges gelangte stark mit C. arvensis verseidete Kleesaat aus Ungarn nachBayern; doch scheint der Schmarotzer sich nicht eingebürgert zu haben.
Cuscuta arvensis stellt in Amerika einen ausserordentlichlästigen Schädling dar und ist in neuerer Zeit auch in Europa un. Q ©
ausrottbar geworden. Die Zeit der Einschleppung ist etwas unsicher, 11 I -I PV
da die Pflanze früher häufig mit der südamerikanischen Grobseide IUI
verwechselt worden ist, von welcher sie sich aber leicht durch die \s\Jr IhSBIm
breit«abgeplatteten Kapseln, die Samen, sowie auch durch den Mangeldes süsslichen Blütenduftes auszeichnet. Sicherlich beziehen sich eineReihe von Literaturangaben, die seit Anfang dieses Jahrhunderts überC. suaveolens (= C. racemosa) gemacht worden sind, auf unsereArt. Auch für C. australis var. Cesatiana ist sie öfters angesehenworden. Die Verwechslungen mit C. suaveolens dürften grossen«teils darauf zurückzuführen sein, dass beide Arten mit amerika«nisdiem Saatgut (namentlich Luzerne, seltener Klee) eingeschlepptwerden. F. G. Stebler (Jabresb. der Schweizer. Untersuchungs»anstalt, Zürich, 1898/99) gibt an, dass die C. arvensis.Samen be»sonders in Luzernesaaten aus Kansas und Kolorado nachweisbarseien, dass man aber die Pflanze selbst in Europa am Ausgangdes 19. Jahrhunderts noch nicht beobachtet habe. Dagegen betontjedoch Kinzel 1903 (Naturwissenschaftliche Zeitschrift, Bd. 1), dassder grösste Teil der in Europa eingeschleppten Grobseide zu C.arvensis und nicht zu C. suaveolens gehöre. Die Hauptausbreitungscheint die Art dann in Ungarn gefunden zu haben, wo sie nachA.v.Degen (briefl.; vgl. auch A. heröseinket kärositö arankdkröl.
Math. Term. tud. Ert. [Magy. tud. Akad.] 1921 pag. 147/157) ausserauf Klee und Luzerne auch auf Rüben, sowie auf Ruderalplätzen, inGräben usw. auf verschiedenen Pflanzen, namentlich auf AtriplexTatarica wächst. Bezeichnend ist, dass auch G. G e n t n e r währendder letzten 10 Jahre aus Grobseidesamen ungarischer Herkunft stetsnur C. arvensis erziehen konnte. C. suaveolens kann im Gegensatz zuC. arvensis anscheinend auf die Dauer in Europa nicht festen Fuss fassenund verschwindet immer wieder nach einiger Zeit. C. arvensis hat sichdagegen in den wärmeren Gebieten von Ungarn, Italien und Südfrank«reich vollständig eingebürgert und wird von dort durch Saatgut fort-während wieder nach Mitteleuropa verschleppt. In Italien wurde derSchmarotzer auf Conium maculatum und Delphinium Staphysagria
beobachtet. Nach G. G en t n e r vermag er auch auf Medicago lupulina, Polygonum Persicaria und Sonchus olera»ceus, nach J. M u r r auf Chenopodium polyspermum, Solanum tuberosum und Plantago lanceolata zu wachsen.
Fig. 3073. Cuscuta arvensis Beyrich. a Ha-bitus der blühenden Pflanze, b Blüte, c Kroneaufgeschnitten. <2 Fruchtknoten, e Frucht. / Samen.
2289. Cuscuta australis R. Br. (= C. obtusiflöra Humb., Bonp. et Kunth). Basilicum»
Grobseide. Ital.: Perrucche. Fig. 3074.
Stengel fadenförmig, ästig, gelb bis orangefarben. Blüten in 5» bis 8=blütigen, locker»kugeligen Blütenständen, auf kurzen, dicken Stielen oder sitzend, duftend, klein. Kelch halbso lang wie die Krone, mit kurz<=kegeliger Röhre und stumpfen, zuletzt zurückgeschlagenenAbschnitten. Krone glockig, tief (bis gegen die Mitte) eingeschnitten 4« bis 5=spaltig, miteiförmig=3=eckigen, stumpfen Zipfeln, halb zurückgebogen. Griffel 2, ungleich lang, kopfig,