2075
Tafel 218.
Fig. 1. Vinca minor (pag. 2053). Habitus.
„ 1 a. Blüte geöffnet.
,, 1 b. Staubblatt.
„ 1 c Fruchtknoten.
,, 2. Convolvulus sepiurn (pag. 2080). Blüten-
Fig. 3. Convolvulus arvensis (pag. 2086). Blüten-
spross.
„ 3ä. Fruchtknoten.
„ 3 b. Fruchtknoten im Querschnitt.
,, 4 Cuscuta Epilhymus (pag 2094). Habitus.
„ 4 a. Blüte.
,, 4 b. Blütenkrone aufgerollt.
,, 5. Polemonium caeruleum (pag. 2114).
5 a. Fruchtknoten quergeschnitten.
„ 5 b. Frucht.
„ 5 c. Frucht aufspringend.
spross.
2 a. Fruchtknoten.
„ 2b. Frucht.
„ 2c. Fruchtknoten im Querschnitt.„ 2d. Samen im Längsschnitt.„ 2e. Staubblatt.
nach der Anthese — wahrscheinlich infolge von Turgorveränderungen — eine Verkürzung der Staubfäden unddes Griffels ein. Die Sdiliessbewegung der Blüten bei feuchtem Wetter ist nach K. Goebel durch eine Turgor»Verminderung an der Oberseite der Krone bedingt. Sie wird dadurch ermöglicht, dass die Krone 5 derber gebaute,an der Färbung kenntliche Streifen besitzt, die durch zarte Gewebestreifen verbunden sind und wie die Spangeneines Regenschirms wirken. Bei der Entfaltung tritt eine Turgorsteigerung ein, die die aktiven Teile derKrone nach aussen bringt. Diese überwinden dabei den Widerstand ihrer unteren Seite und breiten dieursprünglich eingefalteten Teile der Krone aus. — Extraflorale, zuckerabscheidende Nektarien sind bei einergrösseren Zahl aussereuropäischer Arten festgestellt worden. — Sehr charakteristisch für die Familie ist diedurch Palisadenstruktur ausgezeichnete Samenschale, über die von Schacht, Schleiden, W. Uhloth,(Beiträge zur Physiologie der Cuscuteen. Flora, 1860), Strandmark, Haberlandt, L.Koch (Die Klee»und Flachsseide, Heidelberg, 1880), C.O.Harz (Landwirtschaftschaftliche Samenkunde, 1885), Haenlein (Land»wirtschaftliche Versuchsstationen, Bd. 23), R. Karoly, H. v. Guttenberg (Naturwissenschaftliche Zeitschriftfür Forst, und Landwirtschaft, Bd. 7, 1909), O. Breymann (Mitteilungen des Kaiser»Wilhelm.Instituts für Land»Wirtschaft in Bromberg. Bd. VI, 1914) u. a. gearbeitet worden ist. Wie bei den Leguminosen sind sie durch enganeinanderschliessende, feinporige Palisadenreihen ausgezeichnet, die in höherem Grade die Hartschaligkeit derSamen bedingt. Namentlich die Cuscutoideen besitzen nach W. Kinzel in dieser Schicht eine ausgeprägteLichtlinie. Sie reihen sich nach Mattirolo daher derselben Gruppe an wie die Leguminosen, d. h. Familien,deren Lichtlinien nicht verholzt sind, und stehen im Gegensatz zu den Tiliaceen und verwandten Familien,bei denen nicht nur die Lichtlinien, sondern auch die nach rückwärts anschliessenden Palisaden deutlicheLigninreaktionen ergeben.
der Blumenkrone selten scharf abgegrenzt sind und letztere von unten nach oben gleidimässig erweitert ist (vgl.auch Coupin et Capitain. Les genres de la famille des Convolvulac6es du monde entier. Le naturaliste, XXXI).Zu den Dichöndreae mit freien Kelchblättern gehört u. a. die in wärmeren Gegenden als Unkraut weitverbreitete Dichöndra rdpens Forst, mit grünen Blüten und stumpfen Kelchblättern. Die Dicranostileaemit verwachsenen Kelchblättern, 2 Griffeln und aufspringenden oder dünnen und klappenlosen Früchten umfassenetwa 12 Gattungen, von denen nur Cr6ssa L. mit der in den wärmeren Gebieten weit verbreiteten undformenreichen C. Cr^tica L. bis in das europäische Mittelmeergebiet reicht. Die umfangreichste Gattungdieser Tribus ist Evölvulus L. von zumeist südmexikanischer und südamerikanischer Verbreitung mit etwa80 Arten. E. alsinoides L. gehört zu den verbreitetsten Tropenunkräutern. — Die vornehmlich im Mittelmeer«gebiete und im Orient verbreitete, gattungsarme, aber artenreiche Tribus der Convolvüleae unterscheidet sichvon der vorangehenden Tribus durch den Besitz von nur 1 Griffel. Hierzu gehört vor allem die GattungConvölvulus (pag. 2078) mit rund 200 Arten (s. u.). — Durch l.samige Kapseln mit flügelartig auswachsendenKelchblättern ist die kleine altweltlich-tropische Tribus der Poräneae, durch beerenartige, l.samige Früchte,tief 2=spaltige Kronblätter und fast sitzende Narben die südasiatisch-ozeanische Tribus der Eryci'beae, durchbeerenartige oder harte, nicht aufspringende, meist mehrsamige Früchte, ungeteilte Kronblätter, lange Griffelund stachelige Pollen die tropische, gattungs» und artenreichere Tribus der Argy reieae ausgezeichnet. Allen3 Tribus kommt keinerlei wirtschaftliche Bedeutung zu. — Wichtig ist dagegen die Tribus der Ip om oee a e mitKapselfrüchten, kopfigen oder 2»knopfigen Narben und stacheligem Pollen. Sie umfasst 8 einander ziemlichnahestehende Gattungen, die vonBentham und Hooker in eine einzige Gattung Ipomcea (s. 1.) zusammen»gefasst worden sind. Die Arten zeichnen sich vielfach durch schöne, grosse Blüten aus und sind daher seitlangem gern in Gärten gesehen. Als wichtigere Zier» und Nutzpflanzen seien genannt! Mina lob ata LlaveHegi, Flora. V, 3. 334
Die Unterfamilie der Convolvuloxdeae zerfällt in 7 Tribus, von denen bei den ersten 4 die Streifen