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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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die Turkomanen Bindfaden und Taue, ja sogar Stoffe. Seit 1S95 verwendet die Russische Regierung diese zurErzeugung von Papiergeld, weshalb seit dieser Zeit der Anbau von Apocynum Venetum in Russland (Poltawa)rationell betrieben wird. Andererseits liefern die Samenhaare von S t r oph a n th u s Arten und von Beau«möntia grandiflöra (Rox.) Wall, eine vegetabilische Seide. Lacmöllia edülis Karst. (Leche ymiel" ist aus Milch und Honig gebildet) liefert eine wohlschmeckende, kirschengrosse Beerenfrucht und einengeniessbaren Milchsaft. Auch andere im nördlichen Südamerika heimische Arten (Ambelania äcida Aubl.,Coüma ütilis [Mart.] Müll.-Arg.) liefern essbare Früchte. Wegen ihrer grossen, prachtvollen Blüten werdenverschiedene Arten in den Gewächshäusern kultiviert, so Allamdnda grandiflöra Paxt. und verwandteArten aus dem tropischen Südamerika mit grossen, gelben Blüten, amerikanische P1 u m i 6 r a Arten, T r a c h e 1 o«spörmum lucidum K. Schum. aus dem subtropischen Himalaya, Lochn 6ra (= Vinca) r ösea (L.) Rchb.')aus Westindien (in der Tracht ähnlich dem Immergrün, doch die Blütenkrone rosarot, Staubfäden dünn, mitnicht verbreitertem Konnektiv und Narbenkopf kahl), Echites peltäta Vell. aus Brasilien, Dipladeniaacuminata Hook, aus Südamerika, Köpsia.Arten aus Hinterindien usw. Als Zierpflanzen für das Freilandkommen ausser Nerium Oleander, den Vinca.Arten einzig Apocynum androsaemifölium L. und A. cannäbinum L.in Betracht, 2 aufrechte Kräuter aus Nordamerika mit ziemlich kleinen, doldentraubigen Blüten, in denenunberufene Gäste (besonders Fliegen), welche nicht zur Pollenkammer vorzudringen vermögen, mit ihremSaugrüsseln hängen bleiben. Tatsächlich beobachtet man an solchen Blüten nicht selten Reste von gefangenenoder umgekommenen Insekten, in erster Linie von Musciden und Syrphiden, zuweilen auch von kleinerenHymenopteren oder Faltern. Apocynum androsaemifolium ist schon gelegentlich verwildert angetroffenworden, so in Mecklenburg (Weinberg) und Brandenburg (Rathenow).

Von Schmarotzer»Pilzen kommen auf den Vinca-Arten in Betracht: Puccinia Vincae (DC.) aufallen 3 Arten, Peronöspora Vincae Schroet. (auf V. maior), Phacidium Vincae Fudc. auf V. maior,Helötium Vincae (Lib.), Metasphaeria Vincae (Fries), Microthyrium microscöpicum Desm.und Mycosphaer611 a Vincae (Fries) auf Vinca minor.

1. Laubblätter gegenständig. Stauden oder Halbsträucher Vinca DC.

1*. Laubblätter meist zu 3 quirlständig. Holzgewächse Nerium DCI.

DC. Vinca 2 ) L. Immergrün. Franz.: Pervenche, violette des sorciers, puce-lage; engl.: Periwinkle; ital.: Pervinca, vinca pervinca, mortine.

Ausdauernde, am Grunde etwas verholzende Stauden, seltener Halbsträucher. Laub«blätter immergrün, lederig, kreuzgegenständig, kurzgestielt oder sitzend. Blüten blattachsel»ständig, gestielt, 5=gliederig. Kelch klein, bleibend, tief 5=teilig, mit schmalen, drüsenlosenZipfeln. Krone präsentiertellerförmig, mit enger, zylindrischer Röhre und 5 breiten, in derKnospenlage schraubigen, nach links gedrehten Zipfeln. Staubblätter 5, in der Mitte derKronröhre eingefügt, mit geknickten, verdickten, auf der Innenseite behaarten Staubfädenund mit verbreitertem, grossem, an der Spitze behaartem Konnektiv. Fruchtknoten ober»ständig, 2=fächerig, in jedem Fach wenige (6 bis 8), in zwei Reihen angeordnete Samen»anlagen, am Grunde des Fruchtknotens 2 mit den Fruchtblättern abwechselnde, abgerundeteDrüsen (Fig. 3030g). Griffel kurz, an der Spitze zu einem häutigen Ringe, verdickt; letzterer5 herabhängende Haarbüscheln tragend (Fig. 3030 f). Frucht 2 nur am Grunde miteinanderverbundene, trockene, lineal=walzliche Balgfrüchte (Fig. 3028 a). Samen zylindrisch, höckerig»rauh, auf der Hohlseite mit wulstiger Raphe, ohne Haarschopf (Fig. 3028b, c, e).

Zu der Gattung zählen 5 in Süd» und Mitteleuropa, im Orient und in Persien verbreitete Arten. Ausser den3 unten näher beschriebenen Arten kommt für Südeuropa (Pyrenäen.Halbinsel, Südfrankreich und Italien) noch V.difförmis Pourr. (= V. mödia Hoffg. et Link, = V. acutiflöra Bert.) in Betracht, welche Art durch längere undbreitere, am Grunde und an der Spitze mehr zugespitzte Laubblätter gekennzeichnet ist. V. herbacea ist als panno»nisch.pontische, V. maior als mediterrane und V. minor als mediterran.mitteleuropäische Art zu bezeichnen.

1. Pflanze halbstrauchig. Blühende Sprosse aufrecht 2.

') A. P. Kelley (Torreya 1925,25) empfiehlt die Pollenschläuche dieser Pflanze zur Demonstrationder Protoplasmaströmung, die man leicht bekommt, wenn man die Pollenkörner im hängenden Tropfen einer10% igen Zuckerlösung auskeimen lässt. .

2 ) Vincapervinca (vicapervica) Name des Immergrüns bei Plinius (Nat. hist. 21, 68, 172)i vielleichtzu lat. vincire = umwinden.