2025
den Kalkboden; in den Urgebirgsketten ist sie auf kalkreiche Stellen beschränkt und erscheint hier zuweilenauf feuchten Flachmooren, an quelligen, zuweilen etwas tuffigen Stellen in Gesellschaft von Carices (CaricetumDavallianae), Schoenus ferrugineus und Sch. nigricans, sowie von Molinia caerulea. Auf der bayerischen Hoch,ebene findet sie sich stellenweise als Bestandteil der Heidewiesen neben Biscutella levigata, Dianthus Carthusia.norum, Genista tincloria, Cytisus nigricans, Hippocrepis comosa, Trifolium montanum, Spiraea Filipendula,Euphorbia verrucosa und E. Cyparissias, Peucedanum Oreoselinum, Orobanche gracilis, Asperula cynanchica,Globularia vulgaris, Galium boreale, Buphthalmum salicifolium, Inula hirta, Senecio campester, Crepis praemorsaund C. alpestris, Hypochoeris maculata, Polygonum viviparum, Koeleria pyramidata, Orchis ustulatus usw. —Die Blüten öffnen sich nach Kerner vormittags zwischen 8 und 9 Uhr, um sich nachmittags zwischen 3 und4 Uhr wiederum zu schliessen (vgl. auch pag. 1980). Nach Claus liegt das Temperaturminimum zur Blüten.Öffnung bei 15,5 0 C. Abweichungen kommen in der Zahl und Gestaltung der Blütenphyllome vor. Ebensosind Exemplare mit doppelter und 3»facher Krone,ferner solche mit einfacher oder mit wiederholterzen»traler Durchwachsung der Blüte beobachtet worden.
Von Gallenerzeugern und Schmarotzer.Pilzen werdenEriöphyes Kern6ri Nal. und PucciniaGentiänae (Strauss) erwähnt.
2259. Gentiana nivalis L. (= G. minimaLob., = G. hümilis Roch., = Ericöilanivalis Borkh., = Htppion nivale F. W.
Schmidt). Schnee = Enzian. Taf. 217,
Fig. 8 und Fig. 2999.
Einjährig, 1 bis 15 (30) cm hoch,sehr zart, kahl. Wurzel zart, spindelförmig,aufrecht. Stengel fadendünn, vom Grundean meist ästig und mehrblütig (bei Zwerg»exemplaren auch einfach und 1 = blutig);nichtblühende Sprosse fehlend. Grund»ständige Laubblätter locker rosettenartiggehäuft, klein, stumpf; Stengelblätter eiför»mig bis lanzettlich, spitz, 3» bis 5»nervig.
Blüten klein, sternförmig, kurz gestielt, anden Zweigen entständig. Kelch zylindrisch 3röhrig, 10 bis 15 cm lang, mit nur gekielten Kanten. Kelchzähne lanzettlich, spitz, so lang oderetwas kürzer als die Kelchröhre, 3=nervig ; seitliche Nerven auf der Kelchröhre nur schwachherablaufend, mit dem anstossenden Seitennerven des nächsten Kelchblattes fast zusammen»fliessend, Netznerven sehr schwach ausgebildet. Krone stieltellerförmig, 8 bis 12 mm breit,mit walzlicher, ziemlich gleich dicker Röhre und mit 5 eiförmigen, etwas abstehenden, 3 bis6 mm langen, kurz zugespitzten, dunkelazurblauen (selten weiss, blassblau oder violett) Zipfeln.Kronröhre kaum länger als der Kelch. Fruchtkelch kaum 4 mm breit. Griffel ziemlich kurz;Narbe scheibenförmig, sammtartig. Samen länglich, beidendig zugespitzt, netzaderig, braun,höchstens 0,5 mm lang. — VI bis VIII.
Verbreitet und ziemlich häufig auf Wiesen, Weiden, Alluvionen, Heiden, in lichtenWäldern, auf Flachmooren, in Moospolstern der Alpen, von 1700 bis 2600 (3000) m. AufKalk» und Urgestein.
In Deutschland in den Bayerischen Alpen ziemlich verbreitet von 1650 bis 2400 m. — InOesterreich in den Alpen fast überall häufig von zirka 1700 bis 3000 m (Gipfel des Aperen Feuerstein2955 m, am Solstein bei Innsbruck 3000 m), selten auch tiefer (Pfossental in Schnals 1550 m, St. Anton amArlberg 1380 m), seltener nur im südlichsten Tirol und in den Zentralalpen von Steiermark. — In der Schweizin den Alpen verbreitet (in Graubünden bis 2800 m, im Wallis bis 3000 m, St. Gallen bis 2800 m), in den
Fig. 2999. Gentiana nivalis L. Phot. W. Heller, Zürich.