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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2016
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Laibach—Savetal ganz fehlend (hier durch G. Tergestina ersetzt). — In der Schweiz ziemlich allgemein ver.breitet, von der Ebene (wenn auch hier stellenweise fehlend) bis in die Hochalpen (bis 3550 m). Selten auchherabgeschwemmt (so zwischen Widitradi und Münsingen an der Aare).

Allgemeine Verbreitung: Gebirge in Spanien und Zentralfrankreich, Pyrenäen,Jura, Alpen und Vorgelände (siehe oben!), Mittelgebirge (selten), Hochgesenke, Karpaten,Abruzzen, England und Irland, Norwegen, Balkan; Kiemasien, Kaukasus, Turkestan, Afgha=nistan, Altai 3 und Baikalgebirge, Ostsibirien, Mongolei.

Aendert ab: 1. var. vu 1 gä r is Kittel (= var. typica Bede). Kelchkanten mit 5 schmalen, 1 bis 2 mmbreiten, vom Grunde bis zur Spitze ziemlich gleich breiten Flügeln. Stengel kurz (1 bis 3 cm hoch). Diein Europa verbreitete Form. Hierher gehören ferner: f. gräcilis E. Steiger. Rosettenblätter schmäler, 4 bis5 mm breit, länglich-lanzettlich. Stengel dünner, die Internodien verlängert (An feuchten und schattigen Stellen).— f. elongäta (Haenke) Roem. et Schult. Stengel verlängert, fast unbeblättert. Laubblätter lanzettlich. Kelch*flügel etwa 2 mm breit. — f. Villarsiäna Rouy (= G. pümila Vill.). Stengel kurz, beblättert. Laubblätterlineal, am Stengel 3 oder 4 Paare (Wallis, Westalpen). — var. compäcta Schroeter. Laubblätter verkürzt,zuweilen stumpf (Hochalpen). Wird öfters mit G. brachyphylla verwechselt. Sie steht der var.TenorednaVaccari der Abruzzen usw. durch die untereinander fast gleich grossen Rosettenblätter nahe, unterscheidetsich von ihr und der G. Favrati jedoch durch die sehr schmalen Kronzipfel. — Wichtiger ist: var. alätaGrisebach (= G. aestiva Roem. et Schultes, = G. angulösa auet. nec Bieb.). Blüten grösser und öftersheller blau. Fruchtkelch meist kaum 20 mm lang und höchstens 10 mm breit, besonders im unterenTeil geflügelt-kantig; Flügel bis 2 mm breit, in der Mitte oder im unteren Teil am breitesten (Nicht selten.Anscheinend Herbstform). [G. angulösa Bieb. (= G. verna L. var. angulosa Wahlenb.), welche PflanzeKusnezow gleichfalls zu G. verna heranzieht, ist auf den Kaukasus, auf Sibirien, Turkestan usw. beschränkt,kommt aber in Mitteleuropa nicht vor. Es ist eine ausgesprochene asiatische Pflanze mit stumpfen Rosetten-blättern, langen (3« bis 4=mal so lang als breit) Stengelblättern und mit 2 bis 3 mm breiten Kelchflügeln.]Hieher auch subvar. subacaülis Thellung. Stengel fast fehlend. Blüten ungestielt (Westschweiz). — EinLusus, der ausser dem mittelständigen Blütenspross noch 2 bis 4 Blütenstengel in den Achseln der Rosetten-blätter entwickelt, wurde von G1 aab als var. pluricaülis bezeichnet. Beauverd erwähnt aus Hochsavoyenund aus dem Berner Jura (Bellelay) eine Spielart mit zahlreichen unterirdischen Stolonen, die alle in fruchtbare,stark vielblütige Rosetten endigen. Für die Farbenabweichungen der Blüten schlägt X. Wengenmayr (1907)folgende Bezeichnungen vor: f. subcaerülea. Blüten viel heller blau als beim Typus. — f. ldctea. Blüten bläulich-weiss. — f. d 1 b a (= f. albiflöra Murr, = f. flavescens Wettstein). Blüten reinweiss. — f. 1 i 1 a c i n a (= f. violäceaMurr). Blüten hell-lila. — f. ianthina. Blüten dunkelviolett. — f. väria. Blüten am Schlünde weissj Zipfel blau.

Gentiana verna mit alpin-präalpiner Verbreitung ist als bodenvag und ± düngerfliehend zu bezeichnenund kommt in recht verschiedenartigen Assoziationen (also gesellschaftsvag) vor, so im Tieflande auf trockenen(Brometum erecti, Nardetum) und frischen Wiesen (Trisetetum flavescentis, Festucetum rubrae), in Flachmooren,auf Heidewiesen, in den Alpen im Firm6tum, Curvuletum, Semperviretum, Elynetum, Festucetum väriae usw.,dann in der Geröll» und Schutlflur, im Tieflande ausserdem gelegentlich als Ansiedler in Kiesgruben. In denAlpen und Voralpen bildet diese prächtige Rasenpflanze zuweilen grosse tiefblaue Flecken mit zusammen,hängenden Kolonien von 4 bis 8 Quadratdezimeter. — Die Blüten sind bei G. verna und verwandten Arten alsFalterblumen zu bezeichnen. Der von dem Grunde des Fruchtknotens abgesonderte Honig ist zufolge derengen und ziemlich langen (23 bis 26 mm) Kronröhre nur langrüsseligen Faltern zugänglich. Ueber den Stoss«reiz der Blüten siehe pag. 1980. Die kugeligen, etwa 30 bis 36 ,u messenden Pollenkörner besitzen eine netz-maschige Exine. Pampanini erwähnt Polymerie der Blüten und Ausfall des Gynaeceum. Gefüllte Blütenkönnen gleich den Farbenspielarten hie und da beobachtet werden. Im Herbst gelangen nach dem Abmähen zu-weilen bedeutend kleinere Blüten zur Ausbildung. In milden Wintern kann man an apern Stellen gelegentlich imDezember und Januar blühende Pflanzen sammeln. Von Gallenerzeugern wird einzig Eriöphy es Kerneri Nal.genannt. Im Hortus Eystettensis (1613) ist G. verna als Gentianella minima verna flore caerulea aufgeführt.

2251. Gentiana Tergestina 1 ) Beck (= G. angulösa Rchb. pro parte, = G. aestiva Kochnec Roem. et Schult., = G. verna Archangeli, = G. verna L. subvar. pseüdo=TergestinaSchinz et Thellung). Karst = Enzian. Fig. 2990.

Ausdauernd, 3 bis 10 cm hoch, lockerrasig, meist 1= (selten 2=)blütige und nicht»blühende (diese 1 bis 4 cm hoch) Sprosse treibend. Grundständige Laubblätter rosettenartig,

') Lat. Tergeste (Terg£stum) = Name der Stadt Triest.