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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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2011
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2011

befindet sich eine vom Fruchtknoten entspringende Drüse, welche die Tasche mit Nektar füllt. Somit mussein Insekt seinen Rüssel 5=mal eintauchen, wenn es den Honigvorrat völlig sammeln will. Kern er nannteaus diesem Grunde diesen Blütentypus „Revolverblüten»Typus". Als legitime Bestäuber können nur dieHummeln angesprochen werden, die aber auch hier von aussen her den Honig sehr oft erbohren. So fandMüller 90°/o der Blüten durch Bömbus mastrucätus Gerst. angebissen. Falter, Bienen, Fliegen und Käfer,welche die Blumen häufig besuchen, bewirken keine Befruchtung. Selbstbestäubung kann dann eintreten,wenn bei ungünstiger Witterung die Blüten eine hängende Stellung annehmen, wobei dann der ausfallendePollen in den durch die Falten der Krone gebildeten Rinnen nach abwärts geleitet und so auf die gefransteNarbe gelangen kann. Gelegentlich können schon anfangs März, andrerseits im Spätherbst und Winter (15. Dez.)einzelne blühende Pflanzen beobachtet werden. Die 32 bis 34 p messenden Pollenkörner besitzen auf der Exinenetzaderig verlaufende Membranleisten (Fig. 2980 f). Ausser der Variation der Blütenfarbe können gefüllteBlüten (die Staub»blätter werden peta«loid), kronenartigeoder blattartige Aus»bildung des Kelches(Fig. 2984), gespalteneKronen, eine Ver»mehrung der Blüten,kreise, Vergrünungeinzelner oder sämt«licher Blütenteile, Pe»talodie der Staub»

und Fruchtblätter,röhrenförmige Aus«bildung der Krön«läppen, zuweilen auchZwangsdrehung, dichtbeblätterte Stengel,

Prolifikation (2 Blütenstehen dann überein«ander), sowie Riesen«wuchskonstatiert wer«den. Verschiedene

dieser Bildungsabweichungen werden durch eine Milbe (Eriöphyes Kernßri Nal.) veranlasst. Die ungeflügelten,kleinen und mit Längswulsten versehenen Samen werden in grosser Zahl in den zur Fruchtreife auf stark ver-längerten Stielen (Fig. 2894 e) stehenden häutigen Kapseln ausgebildet. Die Pflanze gilt als „Wintersteher". —Ehedem wurde der Wurzelstock als Radix Gentian6llae alpinae medizinisch verwendet. Von Schma«rotzer-Pilzen kommt auf dieser und der folgenden Art Puccinia Gentidnae (Strauss), von ZoocecidienEriöphyes Kern6ri Nal. vor.

Fig. 2984.

Gentiana Ciusii Perr. et Song, a bis / Bliitenmissbildungen (doppelte Krone, Füllungustv.), e normaler Fruchtstengel.

2247. Gentiana Kochiäna ') Perrier et Songeon (— G. exci'sa Koch nec Presl, = G. latiföliaJakowatz, = G. acaülis L. var. latifölia Gren. et Godron, = var. latifölia Acloque, = var.möllis Neilr., = G. alpina Strobl nec Vill.). Keulen = Enzian. Taf. 217, Fig. 2; Fig. 2956,

2985, 2986, 2980 i und 2983.

Ausdauernd, 5 bis 10 cm hoch, mit grundständiger Blattrosette, kahl. Wurzelstockwalzlich, schief, abgebissen. Stengel kurz, 1 »blütig, nach der Blüte meist stark verlängert.Grundständige Laubblätter weich, elliptisch=oval, eiförmig oder verkehrt=eiförmig, 4 bis 15 cmlang, 2= bis 3=mal so lang als breit, stumpf, im oberen Drittel (nur selten in der Mitte ambreitesten), stumpf oder kurz spitz, mit allmählich verschmälertem Grunde, mattgrün, am Randeglatt (nicht papillös), beim Trocknen glatt bleibend. Stengelblätter (1 bis 2 Paare) viel kleiner,eiförmig. Blüten deutlich gestielt, 5=zählig. Kelch glockig, 5=zähnig; Keldizähne kürzer (höchstens

') Nach dem Floristen W. D. J. Koch (geb. 5. März 1771 zu Kusel in der Rheinpfalz, gest. 14. No»vember 1849 zu Erlangen), dem Verfasser der Synopsis florae germanicae et helveticae (Leipzig 1843 bis 1845).

Hegi, Flora. V, 3. 530