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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1976
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1976

Vorland zeigt sie wenigstens stellenweise auch eine entschiedene Vorliebe für die kalkreichen Flachmoore underscheint daselbst zuweilen in grösseren Kolonien im Molinietum, in den Phragmites»Equisetum palustre«Beständen,im Parvocaricetum und Trichophoretum, sowie am Rande von Moorwäldern, gern in Gesellschaft von Moliniacaerulea, Phalaris arundinacea, Carex flava subsp. lepidocarpa, Carex stellulata, C. Hostiana, C. panicea undC. pulicaris, Parnassia palustris, Hypericum acutum, Aconitum Napellus, Gentiana Pneumonanthe und G.asclepiadea var. cruciata, Galium boreale, Serratula tinctoria, Crepis paludosa und C. mollis, Succisa pratensis,Cirsium palustre usw. Im Murnauermoor ist sie im Phragmitetum (Fig. 2952) vergesellschaftet mit Peucedanumpalustre, Saxifraga Hirculus und Aspidium cristatum. Stellenweise, so nadi Aubert im südlichen Schweizer Jura

und nach Nevole im Hochschwabgebiet in Obersteiermark,erscheint sie auch im Hochmoor, in den Ostalpen ferner (Lavant«aleralpen) im Alnetum viridis, in Quellfluren mit Alliumfoliosum, Cardamine amara, Sedum roseum und S. villosum,Saxifraga aizoides und S. stellaris, Trifolium badium, Epilobiumalsinifolium, Juncus triglumis u.a., nach Scharfetter sogarim Curvuletum. Nach Domin gehört Swertia im böhmischenErzgebirge in der Regel nicht den sich in reger Entwicklungbefindenden Hochmooren an, sondern den sie meist beglei»tenden Torfwiesen, wie z. B. unter dem Gipfel des Keilberges.An vielen Orten der Sudeten, wo sie zuweilen wie im kleinenKessel massenhaft auftritt, bewohnt sie quellige, durchnässteStellen nahe oder über der oberen Waldgrenze. Solche Beständestehen nach Alois Zlatnik ökologisch den Philonotis» Quell«fluren sehr nahe und ertragen eine vorübergehende Trockenheit.Hier wächst dann Swertia auf feuchtem Geröll oder berieseltenFelsen häufig zusammen mit Chiloscyphus polyanthus, Hyp»num chrysophyllum, Primula minima und Pedicularis Sudetica.In der Tatra erscheint Swertia im Caricetum firmae. In West»preussen gehört sie nach Scholz wiederum den Wiesen»mooren an neben Dianthus superbus, Saxifraga Hirculus(Bd. III, pag. 621), Pedicularis sceptrum Carolinum, Epipactispalustris, Tofieldia calyculata, Liparis Loeselii; andrerseits trittsie auch in Brüchen auf in Begleitung von Betula humilis,Salix repens, Pimpinella magna, Serratula tinctoria, Succisapratensis usw. Hinsichtlich der Bodenunterlage scheint Swer.tia also nicht sehr wählerisch zu sein. — Die i proteran»drischen, stahlblauen Blumen besitzen im Grunde 10 vonFransen bedeckte, dunkelviolette Honignäpfchen, die vonFliegen und Käfern aufgesucht werden. Ein Oeffnen undSchliessen der Blüten wie bei vielen Enzianen findet nicht statt. Dagegen führen nach Celakovsky dieStaubblätter während der Blütezeit periodische Bewegungen aus zur Narbe und zuletzt von derselben zurückzu der ausgebreiteten Krone, und zwar geschieht dies in einer bestimmten Reihenfolge (ähnlich wie bei Par«nassia). Ab und zu verkümmern einzelne Staubblätter, ebenso der Stempel. Auch können gelegentlich 4»oder 6«zählige Blüten (zuweilen mit einem dritten Stempel) auftreten, ferner vergrünte Blüten mit Sprossungenaus den Achseln der Kelch» oder Kronblattabschnitte. Wechselständige Laubblätter, sowie eine seitliche Ver»wachsung der Blattpaare sind gleichfalls festgestellt worden. Die Exine der eiförmigen, 26 u breiten und 46 jJ.langen Pollenkörner ist mit einer gleichmässigen deutlichen Netzstruktur versehen. — Im Schweizer Jura(Kanton Neuenburg) und in Baden steht Swertia perennis auf der Liste der geschützten Pflanzen.

DXCVIII. Lomatogönium ) A. Br. (= Pleurogy'na 2 ) Eschscholz, = Narketis

Rafin.). Saumnarbe, Fransenkante.

Die Stellung dieser Gattung ist eine viel umstrittene. Wulfen, der unsere Pflanze am 13. August 1775im Mölltale in Oberkärnten entdeckte, beschrieb sie (in Jacquin Miscellan. tom. II, pag. 53) als Sweertia carin»

Fig. 2952. Swertia perennis L., im Flachmoor(Murnauermoor in Oberbayern). Phot. M. Lutz undG. H e g i, München.

*) Vom griech. Xwfm [löma] = Band und yvvi [gyn£] = Weib.

') Vom griech. nXevgct [pleüra] = Rippe, Seite und yvvr t [gyn6] = Weib (hier Fruchtknoten). DieNarben sind mit den Nahten der Fruchtblätter verwachsen.