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5,3 (1927) Dicotyledones : (IV. Teil), Sympetalae
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1969
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1969

2231. Centaurium umbellätum Gilibert-(= C. minus Moench, = C. vulgäre Raf., = Ery»threea Centaurium Pers., = Gentiäna Centaurium L., == Centaurödes Centaurium O. Kuntze,= Chirönia Centaurium Curt.). Echtes Tausendgüldenkraut. Franz.: Erythree, petitecentauree, herbe ä mille=florins, herbe ä la fievre, fiel de terre; engl.: Common centaury,pink centaury; ital.: Centaurea minore, caccia febbre, biondella, fiel de terra. Taf. 215,

Fig. 1; Fig. 2947, 2948 und 2935a bis c.

Der Name Tausendgü(u)ldenkraut, auch ein echter Volksname, wird als die missverständlicheUebersetzung des Artnamens centaurium (vgl. pag. 1968, Anm. 1) betrachtet (lat. centum = hundert, aürum = Gold),indem dashundert" in das volkstümlicheretausend" umgewandelt wurde mit Beziehung auf die (vermeintliche)hervorragende Heilkraft der Pflanze. Im Eichsfeld wird sogar ein Milijontouznkrut aus dem Tausend,güldenkraut. Eine ähnliche Benennung ist das lothringischeGoldgöllekreitchen [Goldguldenkräutchen| und Tau.schentkräft (Krain: Gottschee). Gottesgnädenkrüt(Nordthüringen), Düllhunnskrut [gegen Tollwut] (Lüne,bürg) und Stoh up und gah weg (Mecklenburg), Un«

Pfennigkraut [gegen das Ung'segnet.Rotlauf] beziehen sichauf die Heilkraft, G a 11 k r a u t (Obersteiermark) auf denbitterenGeschmack der Pflanze. Mancherorts (z. B. im Elsass) ist dasTausendgüldenkraut unter den 9 Kräutern, die an MariaHimmelfahrt (15. August) in der Kirche geweiht werden,daher die Benennung Muattergotteschrut(St. Gallen).

Im Latein des Mittelalters hiess die Pflanze auch Aurina(lat. aurum = Gold), daher die niederdeutschen NamenAurinken, Auriniken, Augerinken, Grinkens(Mecklenburg), Aurin (Wangerog), Laurin (Ostpreussen),

Orinken (Vorpommern), Rotorinkrud (Altmark).

Pflanze 1» oder 2=jährig, kahl, 10 bis 50 cmhoch. Stengel aufrecht, einfach, erst oberwärtsästig, 4=kantig. Unterste Laubblätter verkehrt»eiförmig, stumpf, in einen Stiel verschmälert, meist5=nervig, eine grundständige Rosette bildend;

Stengelblätter länglich»eiförmig bis lineablanzettlich,spitz, sitzend, am Rande glatt. Blütenstand flach,gabelästig, doldenrispig gedrängt, später locker,stets gleich hoch bleibend, die in der Gabel stehendeBlüte fast ungestielt. Kelch beim Aufblühen halbso lang als die Kronröhre; Kelchzähne lanzettlich,fein zugespitzt, 3=nervig. Krone 10 bis 15 mmlang, rosarot (selten weiss), mit ziemlich flach ausgebreiteten, stumpfen, elliptischen, 5 bis 8 mmlangen Zipfeln. Kapsel lineahzylindrisch, 7 bis 10 mm lang, halb 2= fächerig, wenig bis 1 /s längerals der Kelch. VII bis IX.

Verbreitet und ziemlich häufig auf Waldschlägen, dürren, warmen Grasplätzen, inlichten Gebüschen, an Feldrainen, Ufern, Wegrändern, auf Aeckern, in Dünentälern; vonder Ebene bis zirka 1400 m aufsteigend. Meist auf kalkreichem, lehmigem, doch auch auf san=digem und moorigem Boden.

Allgemeine Verbreitung: Fast ganz Europa (fehlt im Norden); Kaukasus, Persien;Nordafrika; in Nordamerika wohl nur eingeschleppt.

Aendert wenig ab. f. capitätum (Chamisso). Trugdolde auch nach dem Verblühen dicht gedrungen(nicht verlängert). Staubblätter mit der Krone kaum verbunden (Selten). Ausserdem gibt es zwischenkleinen, schmächtigen, wenigblütigen, auf dürrem Boden wachsenden, der Rosettenblätter entbehrenden Formenalle Uebergänge bis zu reich verästelten (bis 47 Zweigen vorhanden) und reich blütigen (bis 263 Blüten), üppigen

Fig. 2947. Centaurium umbellätum Gilibert, mitoffenen Blüten. Phot. B. Haldy, Mainz.