1940
von 5 Millionen Pesos, abgesehen von den grossen Mengen von Salzoliven. Die Gewinnung ist jedoch inder Regel noch sehr roh. Für den Handel wird das Oel nach K. Reiche (Die Pflanzenverbreitung in Chile,1924) erst in einer einzigen Fabrik hergestellt. Weitere Anbaugebiete auf amerikanischem Boden liegen inKalifornien, wo die Olive durch spanische Franziskanermönche eingeführt wurde, aber zunächst keinen festenFuss fasste. Von einer wirklichen Kultur kann dort erst seit etwa 18S0 gesprochen werden. Die Haupt»anbaugebiete liegen gegenwärtig bei St. Barbara, San Diego, Los Angeles, Sononia, Ventura, Fresno, SanJoaquin, Alameda, Sacramento, Butte und Riverside. Der Anbau wird besonders durch das AgriculturDepartment unterstützt. Seit 1907 ist Kalifornien in der Lage, einen grossen Teil des nordamerikanischenBedarfes selbst zu decken. Anbauversuche sind ferner im südöstlichen Nordamerika (Florida, Süd=Carolina),sowie auf den Bermuda.Inseln und auf Jamaika gemacht worden. Auch Argentinien besitzt im Innern seinesLandes einige olivenbauende Gebiete. Mendoza wird bisweilen als die „Olivenstadt" bezeichnet. KleinereKulturen finden sich endlich in Vorderindien, in Süd- und Südwestafrika (teilweise mit Hilfe künstlicher
Bewässerung; in letztgenanntem Gebiete um 1910,z. T. aus Tunesien eingeführt) und in Australien(Queensland, Neu=Süd=Wales), wo die ersten Ver»suche auf das Jahr 1S78 zurückreichen.
Die Vermehrung der Kultur geschiehtgegenwärtig mehr und mehr durch die Aufzuchtaus Samen, die (z. B. in Südfrankreich) zurBeschleunigung der Keimung zuerst in Aschelaugegebeizt werden oder den Darmtraktus von Trut«hühnern durchlaufen. Die aus Samen erwachsenenBäumchen müssen gepfropft werden und tragenerst durchschnittlich vom 12. bis 14. Jahre an;doch sind sie lebenskräftiger, im Ertrage ergiebigerals auf andere Art erzogene Pflanzen und durchihr kräftiges und regelmässiger ausgebildetesWurzelwerk frost« und windbeständiger. Einesehr alte, schon dem Altertum bekannte undnamentlich in Italien beliebte Vermehrungsart istdiejenige durch die Uovoli (kleine Eier), d. h. durchrundliche, holzige Auswüchse am Wurzelhals undan freiliegenden Stellen der stärkeren Wurzeln,die mit mehreren Vegetationspunkten versehen
sind. Diese Uovoli werden im November ab»Fig. 2924. Olea Europaea L., kultiviert mit Opuntien im Mittel- . , _ . ,
meergebiet. Phot. cand. med. Meta Lutz und Dr. G. Hegi, München. geschnitten und in die erde gebracht. Sie ent»
wickeln im folgenden Frühling einige Sprosseund geben schon vom 7. Jahre an reife Früchte. Allerdings bleiben die so erzogenen Bäumeschwach und treiben reichlich Wurzelschösslinge. Sehr häufig geschieht auch eine Vermehrung durchAbleger oder Wurzelschösslinge. Bei den aus ersteren sich entwickelten Bäumen ist ein späteres Pfropfennicht notwendig. Hie und da wird auch die Wildform als Unterlage für die Kulturformen benützt (s. o.).Näheres über die Kultur vgl. besonders L. Degrully et P. Viala (L'Olivier, Annales de l'Ecole d'Agri.culture de Montpellier, Anncie II bis V, 1886/90), H. Semler (Die tropische Agrikultur. Bd. II, 1900),A. Coutance (L'Olivier. Paris, 1877), G. Cappi (La coltivazione dell'Olivo. San Remo, 1875), Cabrie
(Der Olivenbaum, seine Cultur 1901), Brizzi (Olivicultura, 1903), Eastmann (Olivenkultur in Cali.
fornien, Pharm. Era, 1896), Bonnet (L'olivier et l'huile, Paris, 1924). In Südfrankreich, wo die Olivenkultursehr sorgfältig betrieben wird, pflanzt man auf 1 ha ebenen Geländes etwa 125 Bäume, auf reicher gegliedertembis 200, in Ligurien durchschnittlich 220, in der Toskana 280, in Sizilien und Spanien bei Mischkulturen bisweilennur 80 bis 100. In dem grossen tunesischen Olivenhain von Sfax, wo die Kultur den höchsten Grad der Voll»kommenheit erlangt hat, stehen auf 1 ha nur 17 Bäume. Der Boden, der dort während der ersten 6 Jahremit Weizen, Gerste oder Bohnen bebaut wird, unterliegt späterhin einer fünfmaligen Bearbeitung währendeines Jahres. Die Bäume werden auch gedüngt, wobei besonders tierische Abfälle (Leder, Hahnenfedern),ferner auch Rückstände der ausgepressten Oliven, Baumwollsamenmehl, Seetang, in Südfrankreich auch alteLumpen sehr bevorzugt werden. Künstliche Düngung wird erst in bescheidenem Masse angewandt. DerErtrag eines Baumes wird in Bordighera in guten Jahren mit etwa 150 kg Oliven, in Mittel mit 50 kg angegeben.In Tunesien rechnet man für einen 20«jährigen Baum 90 1 Oliven durchschnittlich, maximal bis 200 1. DerBaum wird dann auf 45 bis 50 frs. bewertet. Die Zahl der Bäume wird in Italien auf reichlich 100 Millionen,