1934
sehr bedeutend. Gustav Lindau führt über 80 Arten an. Von Ascomyceten kommen etwa die GattungenAmphisphaeria, Diapörthe, Hypöxylon, Stictis, Vdlsa usw. in Betracht, als Bildner von Zoocecidien etwaEriöphyes fräxini Karp. und E. fraxinfcola Nal., Perrisia fraxini Kieff., Phyllocöptes fräxini Nal. Letztere kannoft das gesamte Laub eines Baumes verunstalten. Offene Krebsbildungen erzeugt vielleicht Nectria ditissimaund verwandte Arten. Durch die Tätigkeit holzzerstörender Pilze können bisweilen eigenartige Krebsbildungenim Holze erzeugt werden (vgl. Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, 1925).
Bastarde scheinen in der Gattung selten zu sein. In Gärten kommen hie und da vors F. Am er i»cana L. xF. Pennsylvanica Marsh. (= F. Biltmoreäna Beadle, = F. Catawbi6nsis Ashe). Die Mittezwischen den Eltern haltend. Frucht öfters 5»flügelig. Entsteht hin und wieder in Kultur. — F. lanceo»lata Borkh. x F. Pennsylvanica Marsh. (= F. aucubaefölia Kirchn., = F. pubescens älbo.marginätaC. Koch, = F. Americana foliis argcnteo»marginätis hört. Spaeth, = F. gläbra Lawson). Von F. lanceolatadurch die Behaarung der Zweige und Fiederblättchen, von F. Pennsylvanica durch die scharf gesägten Fieder»blättchen unterschieden. Nach A. Lingelsheim nur aus der Kultur bekannt und meist in einer panaschiertenForm auftretend. — Bastarde zwischen F. excelsior L. und F. oxycarpa Willd. sind wahrscheinlich eineReihe der unter ersterer Art angeführten Formen (pag. 1929).
DXC. Olea 1 ) L. Oelbaum.
Bäume oder Sträucher mit immergrünen, ungeteilten, lederigen Laubblättern. Blütenin meist blattachsel», bisweilen auch endständigen, zusammengesetzten Trauben, weiss, wohl*riechend, zwitterig, getrennt=geschlechtig oder vielehig. Kelch kurz, becherförmig, 4=zähnig.Krone mit kurzer Röhre und 4 (5) Kronlappen, selten ganz fehlend. Staubblätter 2 (3), indie Kronröhre eingefügt oder in den kronenlosen Blüten hypogyn. Staubfäden kurz; Staubbeutelseitenwendig oder nach innen gekehrt. Griffel kurz, mit 2=lappiger oder kopfiger Narbe. Fruchteine pflaumen* oder kirschenähnliche Steinfrucht; Samen mit fleischigemNährgewebe, flachen Keimblättern (Fig. 2920) und kurzem Stämmchen.
Die Gattung umfasst etwa 35 Arten, die sich namentlich im Kaplande, inOstindien und Australien (mit Einschluss von Polynesien) vorfinden, während eingeringer Teil durch Afrika nordwärts streicht und Europa nur noch mit O. EuropaeaL. erreicht. Aus gut begründeien Laubblattfunden aus den Tertiärschichten vonMitteleuropa und Nordamerika ergibt sich, dass die Gattung ehedem ein weiteresVerbreitungsareal besass und dass O. Europaea für Europa ein tertiäres Reliktdarstellt. Die Gattung wird in die beiden Sektionen Gymneleea (Krone fehlend.Staubblätter hypogyn) und Euelasa (Krone vorhanden. Staubblätter dem Grundeder Krone eingefügt) geteilt. Zu der ersteren zählen 4 auf Neuseeland und denNorfolkinseln heimische, wirtschaftlich bedeutungslose Arten. Von den ausser»
„ europäischen Arten der Sektion Euelaea sind hervorzuheben j O. 1 auriföIi a Lam.
Fig. 2920. Keimpflanze von
Olea Europaea L. (= O. unduläta Jacq). Höherer Strauch mit warzigen Aesten. Laubblätter eiförmigbis länglich, stumpf, oberseits glänzend grün, unterseits matt. Blüten in endständigen,zierlichen, rispenförmig«zusammengesetzten Trauben, weiss. Heimat: Südafrika, Abessinien. Hie und da alsKalthauspflanze gezogen. Von diesem Baum stammt das »Schwarze Eisenholz". Andere Stammpflanzenwertvoller Hölzer sind O. Cap^nsis L. (liefert das Bastard»Eisenholz), O. cuspidäta Wall, aus Indien (diebereits Theophrast bekannt war), O. chrysophylla Lam. aus Abessinien, Mauritius und Bourbon usw.Die letztgenannte Art wird auch in bergigen Lagen der Tropen gern als Ziergewächs gehalten. In Abessiniengilt sie als heiliger Baum.
') Abgeleitet von i'kuia [elaia], dem Namen des Oelbaums bei den Griechen. Das Oel hies sXaiov[elaion|. Die entsprechenden römischen Worte dafür sind olea und oleum; die Frucht hiess oliva. Einsprachlicher Zusammenhang mit dem armenischen iul ist unsicher. Aus dem Lateinischen wurden die angeführtenromanischen Formen (pag. 1935) gebildet. Im Babylonisch-semitischen fehlt eine Bezeichnung (s. Einführungpag. 1958). Im Hebräischen, Phönizischen, Aramäischen und Arabischen ist der älteste Name sait, der etwasverwandelt auch in andere orientalische Sprachen übergegangen ist. Im Gotischen hiess der Oelbaum aleva»bagms, das Oel alev, im Althochdeutschen olbir, olei, oliboum, im Mittelhochdeutschen oele, ol, olbaum, ilvynsussolpawn, im Mittelniederdeutschen Oly, ulber, ullebom; bei Luther ole, bei Albertus Magnus oliva,bei der Heiligen Hildegard Oleybaum und Baumoleum. Der wilde Oelbaum (subsp. sylvestris) wird vonTheophrast als xorivog [kötinos] bezeichnet (vgl. Bd. V/1 pag. 226 Anm. 4).