1920
letzte der genannten Untersektionen in Frage, die beide auch in Asien und Amerika verbreitet sind. Diephylogenetisch zweifellos ältere Sektion ist nach Lingelsheim Ornus, deren Sprossystem in sofern nochkeine Arbeitsteilung besitzt, als der Langtrieb die Blütenbildung übernimmt, wohingegen bei der SektionFraxinastrum ein Fortschritt darin zu erblicken ist, dass der Langtrieb nur noch im Dienste der Assimilationsteht, während die Blütenstände in Gestalt von ^ armblütigen, lockeren, unbeblätterten Kurztrieben in denAchsen von vorjährigen Laubblättern erscheinen. Atavistische Rückschläge zeigen sich in den z. B. bei Fraxinusexcelsior beobachteten durchblätterten Rispen. Auch in der allmählichen Verkümmerung der Blütenhülle biszum völligen Verluste der Blütenhüllblätter liegt ein Beweis dieser phylogenetischen Ableitung. Ein wertvollesbiochemisches Hilfsmittel für die Gruppierung der Untersektionen und die Zugehörigkeit einzelner Artenstellte A. Lingelsheim (Berichte der Deutschen Botan. Gesellschaft. Bd. 34, 1916) in dem Besitz, bezw. indem Fehlen von blau bis blaugrün fluoreszierenden Rindenstoffen fest, deren Anwesenheit schon in sehrgeringen Mengen (0,1 mg) geschabter Rinde durch Einbringung und Schütteln in Wasser nachweisbar ist.Diese Fluorescenz zeigt sich in der Sektion Ornus (mit Ausnahme von 3 als sehr altertümlich anzusehenden Arten)
. bei allen Gliedern, ferner bei den Dipetalae, Scia»danthus und ausnahmslos bei den Bumelioides,dagegen bei den Meloides bis auf F.£ jC x /I anömala Torr, und bei den Pauciflorae.
fflfev Mj / J/ " )/ Wirtschaftliche Bedeutung kommt bei
(lf I {n l ' en aussereuropäischen Arten in AmerikaL'K'J lt^v\ fc'XW-. ' J besonders F. Americäna L. (vgl. auch
(K.- \/ ' S \ IpF ~ ~ " y unten), weiterhin F. quadranguläta Michx.,
\ v \ j 1 J?jÄ—— ■ y F. nigra Marsh., F. Pennsylvänica Marsh.,
V\ ~*n' 5 ve 'ütina Torr, und F. Oregöna Nutt.
viV \§M§l|§^/y // < L zu > die das Material für Zäune, Dielen, Fässer,
/ // A; llk Möbel, zum Wagenbau usw. liefern. In Japan
®jf| j wird besonders das auchzur Ausfuhrgelangende
i y|f/| Holz von F. nigra Marsh, var. M an d •
//-' schürica (Rupr.) Lingelsh. geschätzt. Dem
\V\Vl | yy\ //OL Fraxinus excelsior.Holze gleicht dasjenige des
\/f m / ostasiatischen F. pubindrvis Blume. Für
\ W % ■ / Indien kommt F. floribünda Wall, in Be«
\ j 1 / tracht. Der in Südchina und Hinterindien hei»
P^. / mische F. Chin6nsis Roxb. (Wadis«Esche j
I yZij b \ ■' ' I J engl.: Wax»tree) ist die Nährpflanze für die
/ ^ j|s^ wachsliefernde Schildlaus Cöccus ceriferus
VJt- "r „ . Fabr. Die Tiere werden in den kühleren
JSLaT Gebieten in geheizten Räumen überwintert
"*'| Jind im Frühling auf die Eschen ausgesetzt.
j m ^ u g us t unc j September werden dann dieF ig. 2908. Fraxinus Spaethiana Lingelsh. a Laubblattspross. b Laub- Zweige geerntet, die Rinde abgezogen undbiattspindel (vergrössert). , . , . , , , u .
gleich den Laubblattern von dem anhaftenden
Wachs befreit. Die jährliche Ernte ist in neuerer Zeit etwas zurückgegangen, beträgt aber immer noch etwa 200000 kg.Die Hauptproduktionsgebiete liegen in Szetschuan, Anhwei und Tschekiang. in geringerem Masse auch in Hainan,Kwangtung, Hunan, Schantung und selbst noch im Amurgebiete. Das Wachs dient in China zur Herstellungvon Kerzen und zum Steifen des Haares, ferner zum Einhüllen von Pillen und Boli, für Pflaster und zumWaschen von Papier und Baumwolle. In England wird es dem Walrat zugesetzt. Die natürliche Futterpflanzeder Laus ist zumeist Ligüstrum lucidum (vgl. pag. 1944). In Kiautschau werden die jungen Zweige auchzum Korbflechten benutzt. Auf Java dienen die Laubblätter von F. Griffithii C. B. Clarke bei den Ein=geborenen als Ersatz für Opium, dem sie beim Verbrennen im Gerüche ähneln, dessen narkotisch wirkendenStoffe sie aber nicht besitzen. — Für forstliche Zwecke hat sich in Europa keine ausländische Fraxinus«Artbesonders gut bewährt. Namentlich die Anbauversuche mit F. Americana haben keine Vorteile gegenüberF. excelsior ergeben, zumal der erstgenannte Baum eine Neigung zur Doppelgipfligkeit aufweist. Für mildeMoorböden, sowie als bodenfestigender Baum gegen Hochwassergefahren kann am ehesten noch F. Pennsyl»vänica Marsh, var. pub6scens (Lam.) Lingelsh. dienen. Der in neuerer Zeit wiederholt aus Bulgarienund Rumänien als neu aufgefunden angegebene F. coriariaefölia Scheele, dessen Heimat im Kaukasusliegt, hat sich nach den Untersuchungen von J. Mattfeld (In den Auwäldern der Kamcija in Bulgarien und übereinige südöstliche Eschen. Mitteilungen der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, Bd. 1925) als F. Pallisae