1919
C. K. Schneider ist folgende: 1. var. typica C. K. Schneider (= P. spinösa Mill., = P. vulgaris var. latifoliaCaruel). Blattstiel etwa 1 (2) mm lang. Laubblätter eiförmig, am Grunde herzförmig oder abgerundet, scharfoder angedrückt gesägt. Frucht stumpf genabelt. Vorwiegend im westlichen Verbreitungsgebiete, im Ostensehr zurücktretend. — 2. var. media (L.) C. K. Schneider. Laubblattstiele 2 bis 3 mm lang. Laubblattereilanzettlich, am Grunde schmal abgerundet oder in den Blattstiel kurzkeilig verschmälert, am Rande angedrücktund flach kerbig gesägt oder ganzrandig (= f. integrifölia Albert [sub P. m^dia]). Frucht kurz zugespitzt,braun. Schwergewicht der Verbreitung im Osten, bis Syrien und Palästina reichend. Die im Gebiete alleinfestgestellte, höherwertige Sippe. Hierzu gehört wohl auch die P. buxifölia Ait. (= P. media var. buxifoliaKoehne) mit eilänglichen, stumpfen Laubblättern, die neben der var. media in 2 Sträuchern bei Castell Toblino,sowie bei San Paola bei Arco aufgefunden worden ist.
Phillyrea latifolia ist ein echtes Mittelmeergewächs, das nur in dem klimatisch begünstigten südlichstenSüdtirol in den Bereich des Gebietes eintritt. In den Mittelmeerländern bildet der immergrüne, xerophytischeHartlaubstrauch wie P. angustifolia ein charakteristisches Glied der Macchie, zusammen mit Juniperus Oxy»cedrus, Quercus Ilex und Q. coccifera, Calycotome spinosa, Capparis rupestris, Spartium junceum, Smilaxaspera, Pistacia Terebinthus, P. Lentiscus, Myrtus communis (Bd, V/2, pag. 791), Arbutus Unedo, Erica arborea,Cistus Monspeliensis und C. villosus, Olea Europaea var. silvestris (pag. 1937) usw. Bisweilen erscheint er auchan periodisch fliessenden Wasserläufen, gemeinsam mit Platanus Orientalis, Alnus Orientalis, Salix.Arten,Oleander, Tamarix.Arten usw., ferner in Kiefern.Beständen der Pinus Halepensis und P. nigra, in immer»grünen Eichenwäldern, seltener in Hecken. Infolge seines starken Ausschlagsvermögens ist der Strauch fürden Niederwaldbetrieb (Brennholzgewinnung) sehr geeignet. Die Blüten sind nach Kerner proterogyn undwerden in der Regel durch den Wind bestäubt; doch beobachtete S chl et ter er als Besucher auch Holzbienen.Rinde und Laubblätter enthalten gleich denjenigen von P. angustifolia Mannit, ein saures Harz, das GlycosidPhillyrin (Phillygenin abspaltend). Das Holz ist sehr dicht und feinfaserig und besitzt ein spezifisches Gewichtvon 0,92. Es dient z. T. zu Drechslerarbeiten (zur Herstellung von Lasttiersätteln, Holzstiften), z. T. zur Her»Stellung einer guten Kohle, hauptsächlich aber als Brennholz. Die Samen keimen erst im 2. Jahre. DieBlätter werden in Südeuropa als Diureticum, Emmenagogum, gegen Wechselfieber, als Gurgelwasser beiMundgeschwüren, die Blüten zu Kataplasmen bei Kopfschmerz benützt. In Kultur findet sich der Strauch seit1597, kommt aber als Freilandpflanze nur in den wärmeren Gebietsteilen (Tessin, Südtirol) fort.
DLXXXIX. Fräxinus L. Esche. Franz.: Frene; engl.: Ash; ital.: Frassino.
Bäume, selten Hochsträucher, mit sommergrünen, gegenständigen, unpaarig gefiederten,selten einfachen, vielfach gezähnten Laubblättern. Nebenblätter fehlend. Blüten in zusammen»gesetzten, endständigen und mit den Laubblättern hervorbrechenden oder seitenständigen, vorden Laubblättern erscheinenden Trauben, andromonöcisch, gynomonöcisch, gynodiözisch odertriöcisch oder rein zwitterig, klein, weiss. Kelch klein, glocken» oder becherförmig, 4=spaltig oderunregelmässig eingeschnitten oder ganz fehlend. Kronblätter in der Regel 4, selten 2 oder 6,bisweilen fast frei, aber häufig am Grunde durch die der Krone eingefügten Staubblätter paar»weise verbunden, oder aber ganz fehlend. Staubblätter 2, selten mehr, mit kurzen Staubfädenund ei=herzförmigen Staubbeuteln. Fruchtknoten aus 2, selten 3 bis 4 verwachsenen Frucht»blättern gebildet, in jedem Fache mit je 2 hängenden Samenanlagen. Frucht ein weniggeflügeltes, l=samiges Nüssdien; Samen länglich=eiförmig, zusammengedrückt, mit dünnerSchale, reichlichem Nährgewebe und einem flachblätterigen Keimling.
Die Gattung bewohnt vorwiegend die gemässigteren Gebiete der nördlichen Halbkugel, dringt aberin Amerika und in Asien auch in die Tropen ein und erreicht den südlichsten Punkt ihrer Verbreitung aufSumatra. Die Zahl ihrer Arten wird von A. Lingelsheim (Das Pflanzenreich, IV. 244. I. 1920) mit 64angegeben, doch stehen diese z. T. einander so nahe, dass ihre systematische Wertigkeit umstritten ist. DieGattung gliedert sich in die beiden Sektionen Örnus (Blütenstände mit den Laubblättern erscheinend, end»ständig, ausgebreitet, auf beblätterten Stielen. Staubfäden meist länger als die Staubbeutel) und Fraxindstrum(Blütenstände vor oder mit den Laubblättern erscheinend, aber an den vorjährigen Trieben seitenständig,unbeblättert, unterhalb der Laubblatttriebe. Staubfäden meist kürzer als die Staubbeutel), erstere mit denUntersektionen Euörnus und Ornäster, letztere mit den Untersektionen Dip^talae, Pauciflörae,Sciadänthus, Melioides und Bumelioides umfassend. Für Europa kommt nur die erste und die