1909
bis 7=zählig. Kelchzähne gewöhnlich ungleich, bisweilen undeutlich. Krone mit meist längererRöhre und kurzen Kronzipfel. Staubblätter 2, seltener 3, im oberen Teile der Kronröhre eingefügt;Staubfäden kurz und die Röhre nicht überragend oder länglich=fadenförmig und länger als dieKronröhre; Staubbeutel Seiten wendig. Fruchtknoten 2=fächerig mit je 2 hängenden Samenanlagen;Raphen derselben einander zugekehrt; Griffel in der Kronröhre eingeschlossen. Kapsel länglich,fast stielrund oder parallel der Scheidewand zusammengedrückt. Samen flach zusammengedrückt,im unteren Teile schief geflügelt, mit fleischigem Nährgewebe und flachen Keimblättern.
Die besonders in Mittel« und Nordchina artenreich vertretene Gattung umfasst rund 30 Arten undstrahlt mit ihrem Verbreitungsgebiet über die Mandschurei und Korea bis Japan, sowie über den Himalaya,Afghanistan und Persien bis Osteuropa aus. Die meisten Vertreter ge«hören lichten Falllaubwäldern als Bäume oder Slräucber an. Die Be»stäubung der vielfach zu auffallend farbigen Rispen zusammengesetzten,meist stark duftenden, honigführenden und in der Regel homogamen,seltener proterandrischen Blüten geschieht durch honigsaugende Insekten.
Der Honig wird am Grunde der Kronröhre vom Fruchtknoten abge«schieden. Auch extranuptiale Nektarien kommen vor. Bei ausbleibenderFremdbestäubung kann durch Herabfallen des Pollens aus den höherstehenden Staubbeuteln auf die Narbe oder durch pollenfressende In«sekten Selbstbestäubung eintreten. Die kantigen, geflügelten Samenwerden beim Aufspringen, z. T. auch unter Mitwirkung des Windes,zerstreut. Auch vegetative Vermehrung durch einwurzelnde, nieder«hängende Zweige ist beobachtet worden.
Als beliebte Ziersträucher werden eine grössere Anzahl von
Arten in Gärten, Anlagen, auf Friedhöfen usw. gezogen, zumal sie in
der Kultur keinerlei Schwierigkeiten machen. In den Gärtnereien sind
sie besonders dadurch geschätzt, dass sie sich leicht treiben lassen und
deshalb in den blütenarmen Wintermonaten nicht nur sehr schöne,
sondern auch wertvolle Schnittblumen liefern (näheres unter S. vulgaris,
pag. 1915). Die kultivierten Arten entstammen den beiden, die Gattung
zusammensetzenden Unterfamilien (oder Sektionen) Eusyringa Karl
Koch und Ligustrina (Rupr.) Maxim, (vgl. Schlüssel). Zu der Fig-2897. a Längsschnitt durch eine Schild-
drüse der Laubblattoberseite von Syringa
letzteren gehört nur b. Amurinsis Rupr. Strauch oder kleiner josikaea Jacq. f. b Querschnitt durch einBaum mit kahlen Zweigen. Laubblälter rundlich oder eiförmig bis Laubblatt, c Querschnitt durch eine Atem-, , , , Iii , , . , I t_, Di Öffnung von S. Emodi Wallich, d Ge-
± lanzettl.ch, oberseits kahl, unterseits behaart oder kahl, am Rande wöhnliches und e Drüsenhaare von S. j o-
bewimpert oder kahl. Blüten in kahlen, selten spärlich behaarten sikaea Jacq. f. (nach G uly äs Antal).Blütenständen. Kelch kahl oder behaart, nur etwa 1 mm lang, am
Rande buchtig 4« oder i unregelmässig.zähnig. Krone mit kurzer, den Kelch kaum überragender oder vomKelch eingeschlossener Kronröhre, milchweiss oder (f. argdntea [Temple]) weissbunt. Kronzipfel eiförmig,spitz oder abgestumpft. Frucht 1,5 bis 2 cm lang, zusammengedrückt, spitz. Eine sehr formenreiche, ostasia»tische Art, von der sich in Kultur befinden: var. genuina Maxim. (= S. Amur6nsis Regel). Laubblätter imUmriss eiförmig, selten länglich, gegen den Grund zu verschmälert, gegen die Spitze zugespitzt, ganz kahl,unterseits deutlich netzig, etwa 2cm lang (sehr selten länger) und grob gestielt. Heimat. Japan. In Europaseit etwa 1860 in Kultur. — var. Pekin6nsis (Rupr.) Maxim. Laubblätter länglich, seltener eiförmig, amGrunde verschmälert, sehr selten fast herzförmig, vorn allmählich zugespitzt, kahl, 1,5 bis 2,5 cm lang, unter«seits schwach geädert, sehr dünn gestielt. Heimats Nordchina. Seit 1857 in Kultur. — var. Japönica (Maxim.)Franch, et Savat. Laubblätter eiförmig oder eilänglich, am Grunde abgerundet, vorn zugespitzt, oberseitskahl, unterseits deutlich netzig geädert und behaart, 1 bis 2 cm lang und grob gestielt. Heimat: Japan. Seit1876 in Kultur. — Die Untergattung Eusyringa besitzt 2 Sektionen: die Villösae C. K. Schneider unddie Vulgäres C. K. Schneider (s. Schlüssel). Von den ersteren finden sich hie und da in Gärten angepflanzt:S. Josikaea Jacq. f. (Fig. 2897a, d, e und Fig. 2898). Bis 1 m hoher Strauch mit aufrechten Aesten undgrünen, fein behaarten, rundlichen, jungen Trieben und grauroten, kahlen, 1 «jährigen Zweigen. Laub«blätter auf 1,5 cm langen Stielen, breit»elliptisch, am Grunde kurz zugespitzt, i abgerundet, ganzrandig, ober«seits sattgrün, kahl, unterseits hellbläulichgrün, grobnervig, an den Hauptnerven behaart oder verkahlend, amRande bewimpert. Blüten in endständigen, reich« und dichtblütigen Rispen. Kelch buchtig=4«zähnig oder abge»stutzt, fein behaart. Krone dunkelviolett; Kronröhre 10 bis 15 mm lang. Staubblätter im Schlünde der Kroneeingeschlossen. Der Strauch ist ein Endemismus des Bihargebirges und findet sich gern an Bachläufen und