1898
DLXXXVI. Diospyros 1 ) Dalech. (= Cargillia K. Br., = Leucöxylum Blume).Dattelpflaume. Franz.: Plaque-minier; engl.: Date-plum, persimon.
Bäume oder Sträucher mit meist abwechselnden, seltener gegenständigen Laub»blättern. Blüten meist 4= bis 5=zählig, in achselständigen, zuweilen stammbürtigen Trug«dolden, zweihäusig. Kelch zur Fruchtzeit oft sich vergrössernd. Staubblätter in denmännlichen Blüten 4 bis viele (meist 16). Weibliche Blüten meist mit 4 bis 8 Staminodien.Fruchtknoten gewöhnlich 8», seltener 4=, 6» oder 16=fächerig. Beerenfrucht gewöhnlich
kugelig, 1» bis lOsamig.
Die etwa 200 Arten umfassende Gattung ist im ganzen Verbreitungsgebiet der Familie mit Ausnahmevon Südafrika vertreten. Ihre wirtschaftliche Bedeutung beruht auf dem harten und schön gefärbten Kernholzverschiedener Arten, das für feine Tischler» und Drechslerarbeiten, zu Möbeln usw. beliebt ist. Die geschätztestenArten sind das Bombay.Ebenholz von D. Eb6num König, D. melanöxy Ion Roxb., D. silvätica Roxb. u. a., dasMadagaskar.Ebenholz von D. haplostylis Boiv. und D. microrhömbus Hiern, das Ceylon=Ebenholz von D.ebenäst er Retz., das Coromandel»Ebenholz oder Tintenholz von D. hirsüta L., das Persimonholz von D. Vir»giniänaL.usw. Eine ganze Anzahl von Arten liefern geniessbare Früchte, soD.Philippin^nsis (Desr.) Gürke aufden Philippinen („Mabolo"), D. mespiliförmis Höchst, (in Abessinien „Aje", inTogo „dieti" genannt), D. melan»öxylon Roxb. in Indien, D. Virginiäna L. in den östlichen Vereinigten Staaten und D. Lötus L. (siehe unten]).Weitaus die bekannteste Frucht ist jene von Diospyros Käki L., die Kaki.Pflaume, Japanische Dattelpflaume, Chine-sische Quitte (Japanisch Kaki, chinesisch Shitse, englisch Persimon, französisch Raguemine). Die Art wird als kleiner,sommergrüner Obstbaum (franz.! Plaqueminier; ital.i Albero di S.Andrea, ermellino) vor allem in den subtro»pischen Ländern in Japan, Nordchina, Formosa, Korea, in verschiedenen, auch parthenokarpen Sorten kultiviert,neuerdings auch in Kalifornien und Florida, sowie in den Mittelmeerländern, an den oberitalienischen Seen, in derWestschweiz und im wärmeren Oberrheingebiet. Allerdings sind in Europa nur die Sorten aus dem nördlichstenVerbreitungsgebiet in Ostasien ganz hart. Die tomatenähnlichen, ziemlich rundlichen und vom Kelche gestütztenFrüchte sind goldgelb, orange» oder fleischfarben, glatt und erreichen etwa 5 bis 7 cm im Durchmesser. Die var.costäta (Carr.) Andr6 zeigt 4=rippige, fast kugelige, die var. Maz6li Mouillet 8=rippige Früchte. Da die Früchteerst im überreifen Zustand schmackhaft werden, werden sie gern lange (bis in den November) am Baume belassen.Wegen ihres starken Gehaltes an Gerbstoff dürfen die Früchte nicht mit eisernen Messern geschnitten werden.Dieser Gehalt ist es auch, welcher den Fruchtsaft (in Japan Kaki.Shibu genannt) in Ostasien zum Dauerhaft«machen von Netzen, Fischegeräten, von Packpapier und Anstrichfarben geeignet macht. Aus dem Fruchtfleischwird auch ein haltbares Mus hergestellt, welches die Engländer als Kegfig, die Franzosen als Figues caqueskennen. — Gelegentlich wird in der Kultur auch Diospyros V irginiäna L. aus dem nordöstlichen Nordamerikaangetroffen. Die Pflanze gleicht D. Lotus (Laubblätter aber stärker glänzend-, Blattstiele ziemlich dünn, 1,5 bis2 cm lang. Zweige mehr rotbraun. Früchte gelbrot). — Fossil sind verschiedene Arten aus der lybischenKreide, sowie aus der Kreide von Nordamerika und Grönland beschrieben worden. Während der ganzenTertiärzeit war die Gattung in Nordamerika, im arktischen Gebiet, in Europa und in Nordasien, ebenso aufJava und Sumatra vertreten. Neuweiler stellte Holzreste in der römischen Niederlassung Vindonissa (Schweiz)fest. Aus dem Holz ist eine Flöte gefertigt worden.
2220. Diospyros Lotus 2 ) L. Lotospflaume, Italienische Dattelpflaume, Lotusbirne. Ital.:Legno santo-, im Tessin: Sansövign, die Frucht Zenzuin. Fig. 2892.
5 bis 10 (20) m hoher, ausgebreiteter, rundkroniger Strauch. Verzweigung ^ 2=zeilig;junge Triebe ± behaart (Fig. 2892 b). Laubblätter ziemlich veränderlich (besonders in der Be=haarung), wechselständig, länglich bis lang=elliptisch, lebhaft grün, glänzend, oberseits bleibendkurzhaarig, unterseits mit längeren weichen Flaaren besetzt; Blattstiel verhältnismässig dick,1 bis 1,3 cm lang. Blüten klein, grünlich, fast sitzend, 2=häusig. Männliche Blüte: Kelchetwa halb so lang als die Kronröhre (Fig. 2892 b), kahl, nur kurz gewimpert. Krone ziemlichklein, kurz und breitglockig, fast oder völlig kahl. Staubblätter 6 bis 16; Staubfäden kahl;
') Vom griech. älog [dios] = göttlich, von Zeus stammend und tivqos [pyros] = Korn, Weizen,Frucht; also göttliche Frucht.
2 ) Griech. /twro? [lotös] = Name verschiedener Pflanzen, darunter auch der Lotospflaume Pliniusbezeichnete sie als Faba Graeca.