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Samen und Nachkommen, während die homostylen Formen durch fortdauernde Selbstbestäubung wenig undschwachen Samen erzeugten und nach und nach eingingen.
Im übrigen sind die Bestäubungsverhältnisse innerhalb der Primulaceenfamilie sehr vielgestaltig;wir finden alle Uebergänge bis zur regelmässigen Selbstbestäubung, bei Arten mit kleinen, unscheinbarenBlüten. Bei Primula Sinensis und Hottonia sind auch kleistogame Blüten beobachtet worden. Wir werdenbei den einzelnen Gattungen noch auf das Nähere eintreten. Da, wo in der Natur mehrere verwandtePrimula» oder Soldanella», seltener auch Androsace.Arten aufeinandertreffen, kreuzen sich diese leicht mit»einander. Solche Bastarde sind in grösserer Zahl aufgefunden und beschrieben worden (vgl. die einzelnenGattungen 1). Meist sind sie steril, in mehreren Fällen aber auch fruchtbar und bilden dann durch Aufspaltungund Rückkreuzung eine grosse Zahl von Formen, die sich in Reihen ordnen lassen, welche mit kleinen, stufen»weisen Uebergängen von der einen Art zur andern führen („gleitende Reihen", z. B. P. Auricula X P. hirsuta,P. glutinosa X P. minima). An gewissen Orten sind die Uebergangsformen sogar viel häufiger als die reinenStammformen. Bei mehreren dieser fruchtbaren Bastarde ist gegenüber den Stammeltern eine erhöhte Blüten»pracht eingetreten, so dass sie zu heute weitverbreiteten Zierpflanzen wurden (Primula Auricula X P. hirsuta,P. veris X P. vulgaris). Von älteren Forschern hat sich vor allem Darwin (1862, 1877) experimentell mitden Primula.Bastarden beschäftigt und ist zu_ grundlegenden Ergebnissen gelangt. In die gleiche Zeit fallendie Untersuchungen von Scott (1865) und Hildebrand (1864). Die Bastarde der Alpenprimeln, insbesondereauch die Gartenaurikel, erfuhren eine eingehende Bearbeitung durch Kerner von Marilaun (Die Primulaceen»bastarde der Alpen. Oesterr. Botan. Zeitschrift. Bd. 25, 1875. Die Geschichte der Aurikel. Zeitschr. des deutsch»österr. Alpenvereins 1875). Neuerdings hat Eva deVries diese experimentellen Untersuchungen auf breitererGrundlage wieder aufgenommen (loc. cit). Sie stellte fest, dass die Kreuzung P. vulgaris mit ihrer var. rubraund reziprok in den legitimen Verbindungen gleich leicht Früchte gibt wie legitime Artbefruchtungen vonP. vulgaris. Die legitime Kreuzung P. vulgaris (und var. rubra) X P. elatior gelingt weniger leicht als die legitimeArtbefruchtung von P. vulgaris, aber viel leichter als illegitime Artbestäubungen. Das Verhältnis der Früchte zuden bestäubten Blüten war etwa 1 s 2; doch bleiben die Bastardfrüchte im allgemeinen klein, und das Gewichtder Samen erreicht höchstens die Hälfte des Gewichtes von Artsamen, während ihre Zahl sich nicht vermindert.Die illegitime Kreuzung war beinahe unfruchtbar. Reziproke Kreuzungen P. elatior X P. vulgaris gabenentsprechende Ergebnisse; immerhin waren die Früchte normal ausgebildet, enthielten aber neben einigengrossen und schweren Samen zum grösseren Teil schlecht ausgebildete oder leere. Die Kreuzungen von P.vulgaris und P. elatior mit P. Juliae gehen so leicht vor sich, wie die legitime Artbefruchtung und liefernfruchtbare Bastarde. Die Kreuzungen P. Auricula X P. hirsuta und reziprok ergeben sich so leicht wie dieArtbefruchtungen, und die Bastardsamen sind von den normalen nicht zu unterscheiden (vgl. pag. 1769). DieBastarde P. veris X P. vulgaris sind von Ernst weiter verfolgt worden (Verhandl. Schweiz. Nat. Gesell"schaft 1925, pag. 149). Das Ausgangsmaterial war P. veris langgriffelig Q x P- vulgaris kurzgriffelig cf- DieFi.Generation zeigte einen unverminderten Fruchtansatz. Die Samenbildung war gegenüber den beiden Eltern»arten auf ungefähr die Hälfte herabgesetzt, was aber durch luxurierendes Wachstum, reichlichere Blütenbildung,bessere Keimkraft der Samen und erhöhte Selbstfertilität der Lang» und Kurzgriffel wieder ausgeglichen wird.Die auffallendsten Unterschiede der beiden Elternarten verhalten sich bei der Kreuzung wie mendelndeRassenmerkmale. Dominant sind von P. veris die gestreckte Blütenstandsachse, die blasige Auftreibung undHellfarbigkeit des Kelches, die Orangefärbung der Saftmale, der Wohlgeruch der Blüten, von P. vulgaris dieLangstieligkeit der Blüten, Grossblütigkeit, flache Ausbreitung des Kronsaumes, starke Behaarung, Grundfarbeder Kronblätter, Form des Saftmales, Blütezeit, werden intermediär vererbt. So steht der Bastard intermediärzwischen den Eltern. Die Bastarde sind in ihrer Erscheinung also ziemlich einheitlich und die grosse Viel»gestaltigkeit der veris X vulgaris Bastardformen, die zum Namen P. variäbilis Goupil geführt hat, beruhtvor allem auf dem Verhalten der weiteren Nachkommenschaft, zum Teil auch auf der Tatsache, dass sehrverschiedenartige Rassen von P. veris an diesen Kreuzungen teilnehmen. In F2 zeigte die Nachkommenschaft(53 Pflanzen) eine überraschende Mannigfaltigfaltigkeit der Formen, die durchaus dem Aufspalten eines poly»hybriden Bastardes entspricht. Die Merkmale der beiden Ausgangsarten kehrten in den verschiedenstenKombinationen wieder, zum Teil in einer Ausprägung, die weit über die Stammarten hinausging. Einige Stöckezeigten eine weitgehende Uebereinstimmung mit Primula elatior. Besonderes Interesse erweckt der von denGärtnern gezogene quadruploide Bastard P. Kewenis (pag. 1741).
Der Oeffnungsmechanismus der Fruchtkapsel lässt 2 Typen unterscheiden: Anagallis und Centun»culus tragen echte Deckelkapseln (Taf. 211, Fig. 5e); alle übrigen Glieder der Familie besitzen Klappenkapseln,die gewöhnlich längs der Verwachsungsnähte des Fruchtknotens aufspringen, so dass die Kapselzähne den Kelch»zahnen gegenüberstehen. Bei Cyclamen, Hottonia u. a. erfolgt das Aufreissen in der Mitte der Fruchtblätter;die Kapselzähne wechseln also mit den Kelchzähnen ab. Erfolgt das Aufreissen sowohl in der Mittellinie alsauch längs der Verwachsungsnähte, so bilden sich die 10»zähnigen Kapseln. Bei Soldanella und ähnlich auch