1693
Bodenskelett Feinerde Stickstoff PhosphorsäureCallunetum (a) 38,0 62°/o 6,80 3,58
(b) 27,0 73 % 3,90 3,80
Magnesium Eisenoxyd Aluminium Magnesia0.0 28.20 61.30 0,53 °/oo
3.90 36.20 92.40 0.36 °/oo
Eine etwas unerwartete Wendung nahm die Frage der Bodenstetigkeit von Calluna durch die Unter»sudiungen von Miss Ray ner (New Phytologist XII, 2, pag. 59 bis 77 [1913[ und Ann. Bot. XXIX Nr. 113 [1915],welche glaubte nachweisen zu können, dass Calluna ohne Mykorrhiza nicht gedeiht. Ohne den Wurzelpilz heran,gezüchtete Sämlinge sollen nämlich keine Wurzeln ausbilden. Auch stellte es sich heraus, dass die Mykorrhiza aufKalkboden stets von Bakterienkolonien infiziert war, was die Entwicklung des Pilzes und schliesslich der
Fig. 2694. Callunetum, Sukzessionsstadium aus Rhynchosporetum albae hervorgegangen. Phot.Dr. Fr. Kollmann, Weilheim (Oberbayern).
ganzen Pflanze beeinträchtigte. Experimentelle Versuche mit Kulturen von Calluna auf Kalkboden ergabeneine stark verzögerte Keimung, Wuchshemmung der Wurzeln und der vegetativen Sprosse, Verkleinerungund Rotfärbung der Blatter, sowie eine verminderte Keimfähigkeit der Samen. Die gleichen krankhaften Ver.änderungen konnten an Callunasämlingen auf Heideboden beim Begiessen mit filtriertem Extrakt desKalkbodens nachgewiesen werden. Während bei den kümmerlichen Versuchspflanzen des Kalkbodens einegeringe Entwicklung der Mykorrhiza und ein reichliches Vorkommen von Bakterien festzustellen war, zeigtendie normal entwickelten, in Heideerde gezogenen Topfpflanzen ein sehr reiches Mykorrhizagewebe, aber keineBakterien. Wurden unsterilisierte Samen auf Agar»Nährboden gezogen und mit Extrakt der Calluna=Erdebehandelt, so überwiegte das Pilzmyzelium, bei Behandlung mit Extrakt des Kalkbodens aber waren Bakterienvorherrschend. Diese Untersuchungen führten zu der Annahme, dass weniger Calluna selbst, als ihr Wurzel»pilz als „kalkfliehend* zu bezeichnen sei, und zwar kalkfliehend deshalb, weil die auf Kalkboden erfolgendeBakterieninfekton sein Gedeihen beeinträchtigt. Die Bedeutung des Mykorrhizapilzes sieht Rayner in Ueber»einstimmung mit Ternetz und Duggar und Davis in seiner Fähigkeit den Stickstoff der Luft zu binden.Neuerdings hat sich H. Ch ris to p h (Beihefte zum Botan. Zentralblatt. Bd. XXXVIII [1921], l)mitden mykotrophenVerhältnissen der Ericaceen beschäftigt, wobei er zu wesentlich andern Resultaten gelangle. Es gelang ihmdauernd sterile, nicht verpilzte Callunapflanzen zu ziehen, ohne dass ein Unterschied im Wachstum gegen»über den nicht sterilen festzustellen war. Der Wurzelpilz schien für das- Gedeihen belanglos zu sein undwird deshalb von Christoph als harmloser Parasit bezeichnet. In der freien Natur fand er Callunafakulativ mykotroph; an trockenen, nicht humosen Standorten fehlte der Pilz vollständig. Da Christophüber das Verhalten des Wurzelpilzes zu den Bodenbakterien nichts mitteilt, so bleibt diese Frage weiterhin offen.
Bei der weiten Verbreitung und der Anpassungs» und Konkurrenzfähigkeit unserer Pflanze ist esbegreiflich, dass die von ihr gebildeten Pflanzengesellschaften floristisch und auch ökologisch recht verschieden«
310*
Kali Kalziumkarbonat
1,18 0,30 °/oo
1,20 4,70 %o