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carnea und Calluna). Der symbiotische Pilz ist nidit auf die Wurzelregion beschränkt. M. Cheveley R a y n e r (Annaisof Botany. XXIX, No. 113 pag. 99 bis 133, 1915) fand ihn bei Calluna in allen Geweben der Zweige, Blätter undBlüten und des Fruchtknotens. Die Pilzinfektion geschieht nach Eayner bereits im Fruchtknoten ; doch istnoch unaufgeklärt, wie der Pilz dorthin gelangt. Embryo und Endosperm des Samens sind (bei Calluna) nochnidit infiziert; kurz nach der Keimung findet die Infektion durch den Pilz statt, dessen Myzel in der Testa desSamens gefunden wurde. Mehrfach hat man versucht, den symbiotisdien Pilz zu isolieren und es ist auchgelungen, ihn in Reinkultur zu züchten. Miss Rayner nimmt an, dass jede Ericaceenart ihren besonderen Pilzbesitzt. Die bisher gefundenen Arten gehören zur Gattung Phöma (Fr.) Desm. der Sphaerioideen (Pyknidien.pilze). Als Subgenus ist hiervon Phyllophöma Rayn., die Mykorrhiza von Calluna, abgetrennt worden.
Alle bisher untersuchten Ericaceen zeigen eine i vom Licht abhängige Keimung j namentlich sinddie Rhododendroideae ausschliesslich auf die Lichtentwicklung angewiesen. Durch Frosteinwirkung wird dieKeimung der Ericaceen nicht beschleunigt.
Die systematischen und pflanzengeographischen Ergebnisse bei der Untersuchung der Ericaceae führendazu, der Familie ein hohes Alter zuzusprechen. Arten und auch Gattungen sind im allgemeinen gut umschrieben,abgegrenzt und fixiert. Eigentlich polymorphe, noch in reger Entwicklung befindliche Formenkreise kommen beiden Ericaceen nidit vor. Bastardierung ist im allgemeinen nicht häufig. Dagegen sind zahlreiche Formenkreiseausserordentlich artenarm und wohl z. T. als letzte Reste, als Stammesrelikte früher weit ausgebreiteter Formen,komplexe aufzufassen. Nicht weniger als 24 Gattungen, also mehr als ein Drittel sind mono, oder ditypisch,umfassen also bloss 1 oder 2 Arten. Von europäischen Gattungen zählen hierher: Loiseleuria, Rhodothamnus,Daboecia, Calluna und Bruckenthalia. Auch die Verbreitung der höheren Sippen weist auf hohes Alter hin;denn wir finden diese fast über den ganzen Erdball zerstreut, von den hocharktischen Polargegenden bis zumAequator und südwärts bis zu den antarktischen Inseln. Vollständig fehlt die Familie nur im Innern der kon.tinentalen Steppen, und Wüstengebiete, wie in der Sahara, in Arabien, in den Zentralasiatischen Steppen undWüstenj ferner fehlt sie dem Regenwald der tropischen Niederungen des Amazonenstroms, des Kongo u.a.Während die Unterfamilien der Arbutoideae und Vaccinioideae auf dem afrikanischen Kontinent nur sehrspärlich vertreten sind und die Rhododendroideae dort vollständig fehlen, sind die Ericoideae in Afrika zumächtiger Entwicklung gelangt und zählen geradezu zu den Charaktergewächsen, namentlich des KapländischenFlorenreiches. Im tropischen Afrika halten sie sich meist an die Gebirge (Agauria, Blaeria), einzelne Vertretersteigen dort bis über 4000 m. Dies trifft namentlich bei Arten der Gattung Blaeria zu. Eine Art (Bleeriaspicäta Höchst.) wurde von Schimper in Hochabessinien bei 11000 bis 13 000 Fuss entdeckt, eine zweite(B. Männii Engl.) geht am Kamerunberg bis 4000 m. Am Mount Aberdare in Ostafrika steigt Blaeriatenuipilösa Engl, bis 4000 m, am Kilimandschjaro erreichen B. silvätica (Engl.) Alm et Th. Fr. jr.,B. saxicola (Engl.) Alm et Th. Fr. jr., B. Mey6ri Johannis K. Schum. et Engl., B. KilimandschjäricaAlm et Th. Fr. jr. 4000 bis 4500 m und B. glutinös a K. Schum. et Engl., ein extremer Xerophytenstrauchvon 20 bis 30 cm Höhe mit dichter Drüsenbekleidung, geht dort gar bis 4800 m ü. Meer. Europa hat nur3 Ericoideen.Gatlungen erreicht; einige wenige Erica.Arten streifen Asien im mediterranen Teil von Syrien undKlein.Asien. Bruckenthalia reicht bis zum Westrand des Kaukasus (Gebiet von Batum). Anderwärts fehlt dieUnterfamilie. Die Angaben von Calluna (1860 festgestellt), Erica cinerea und E. Tetralix aus Nordamerika (inden Staaten Massachussets, Maine, Rhode Island, Neu.Schottland, Neufundland) haben sich nicht bestätigt resp.sie beziehen sich auf eingeführte und verwilderte Pflanzen (vgl. Owen. The three adventice heaths of Nantucket,Mass. in Rhodora X, 1908 und Riech in Rhodora II, 1900).
Obwohl die Ericaceen in Mitteleuropa zu denkleinen, d. h. artenarmen Familien gehören, so erscheinenihre Vertreter doch in solcher Individuenzahl, dass sie auf weite Strecken vorherrschen und den Vegetations.Charakter gewisser Gegenden geradezu bestimmen. Ihr geselliges Wachstum ist schon den „Vätern derBotanik" aufgefallen und hat wesentlich dazu beigetragen, das Erkennen von Pflanzengesellschaften zu fördern.Schon Linnd spricht von den „Ericeta", Alex. v. Humboldt von „Pflanzenzügen", welche ganze Ländereienbedecken. Willdenow (1792) hebt hervor, dass Calluna die Lüneburger Heide überziehe.
In Mitteleuropa sind es namentlich 3 Gebiete, die sich durch massenhaftes Auftreten der Ericaceen aus«zeichnen: das nordwestdeutsche Flachland („die Heide"), die Mittelgebirge mit ihren Hochmooren und die sub.alpine Stufe der Alpen; diese habenden ozeanischen Klimacharakter gemeinsam. In den kontinentalen Gebietennehmen die Ericaceen an Arten und an Individuenzahl rasch ab. Es ist dies umso auffallender, als sie ander,wärts (z. B. in Nordamerika und Südafrika) viel weniger kontinentalscheu sind, und die Vegetationsorgane unsererArten ja durchwegs ausgesprochen xerophytisdie Anpassung besitzen. Auch hier müssen wir die Erklärungwohl in der uralten, fest fixierten, konstitutionellen Xeromorphie suchen, die mit den heutigen klimatischenAnsprüchen der Arten nicht in Einklang steht.
Die Zahl der namentlich aus Mitteleuropa beschriebenen „fossilen" Ericaceen ist beträchtlich.Doch stehen die durchwegs auf Laubblätter gegründeten Bestimmungen grösstenteils auf schwachen Füssen,