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Arctocränia (z. B. C. Su6cica), bei denen die Blütenstande zunächst den Eindruck von Dolden erwecken,stehen in Wirklichkeit, wie bereits Buchenau (Flora, 1859) hervorgehoben hat, die Blüten (den 4 Hüllblätternentsprechend) in 4 Gruppen, wobei die Mitte von einer Gipfelblüte eingenommen wird. Jede Gruppe besitztihrerseits wieder eine am meisten geförderte Endblüte und eine infolge ungleicher Anlage und Förderung dernach aussen liegenden Teile sehr unbeständig grosse Zahl von Seitenblüten (5 bis 29). Die petaloiden Hüllblättergliedern sich in je 2 miteinander alternierende, in verschiedener Höhe eingefügte Paare. Bei der UntergattungM a c r o c ä r p i u m ist die Doldenform (vgl. C. mas) noch deutlich ausgeprägt, jedoch spricht bereits die Anwesenheitder Gipfelblüte für einen cymösen Aufbau. Bemerkenswert ist, dass die Blütenstände nur an Kurztrieben zurAusbildung gelangen und die Hüllblätter schuppenartige Form besitzen. Sehr ähnlich ist der Blütenstand beider Untergattung Afrocränia (C. Volk6nsii). Bei den Discocränia, einer aus 2 mexikanischen Artengebildeten Untergattung sind die Achsenteile noch mehr verkümmert. Ihre 4 in 2 2.zähligen Kreisen angeordnetenund bei der Entfaltung des Blütenstandes abfallenden Hüllblätter stehen am Rande eines scheibenförmigen,kreisrunden Blütenbodens, der den Eindruck eines Blütenkuchens macht. Bei den Untergattungen Benthämiaund Benthamidia werden die Blütenstände aus ausserordentlich dicht um eine mittelständige Gipfelblütegestellten, einem gewölbten Blütenboden aufsitzenden Blüten gebildet, der von 4 oder mehr stets petaloid aus»gestaltenen, gemeinsamen Hüllblättern eingeschlossen wird. Vereinzelte Trag« und Vorblätter auf dem Blüten»boden der letztgenannten 3 Untergattungen weisen als Reste auf den cymösen Ursprung hin. — Fossil reicht dieGattung durch Laubblätter bis in die obere Kreide von Grönland zurück. Im Tertiär von Europa, der arktischenGebiete, von Asien und Nordamerika sind Laubblätter ebenfalls häufig, hingegen Hüllblätter vereinzelt gefundenworden. Dem Eozän gehört C. platyphylla Sap., dem Miozän z. B. C. Stud6ri Heer an (Süsswassermolassevon Oberschwaben, Schweiz, Sachalin). C. rhamnifölia O. Web. ist für Oberschwaben, Böhmen, die Schweiz,Bonn, Samland, Sibirien und Spitzbergen sichergestellt. Auf die Hüllblätter sind die tertiären Formen C.mucronäta Sdiimp. und C. Büechii Heer gegründet. Ein weitverbreiteter Kosmopolit war C. orbifera Heer.Auch aus Java ist eine fossile Cornusart bekannt. Posttertiär sind Steinkernfunde von C. mas, C. sanguineaund C. Suecica nachgewiesen worden (s.u.).
Die einheimischen und die wichtigeren kultivierten Arten, die sich z. T. durch ihre schöne herbstlicheVerfärbung und durch ihre lange Blütendauer auszeichnen, unterscheiden sich nach folgendem Schlüssel:
1. Blütenstand ohne Hüllblätter, gross, locker rispig oder trugdoldig. Laubblätter stets ohne Bebartungin den Nervenwickeln (Untergattung Thelicrdnia) 2.
1*. Blütenstand mit 4 häutigen, frühzeitig abfallenden, oder mit 4 bis 6 petaloiden Hüllblättern . 10.
2. Laubblätter gegenständig. Stein mit zackenartiger Endgrube (Sektion Bothrocäryum) . . 3.
2°. Laubblätter wechselständig. Stein ohne Endgrube (Sektion Amblycäryum) 4.
3. Laubblätter mit 6 bis 8 Nervenpaaren. Blütenstand nach der Blüte breit spirrig auseinander»gezogen. Durchmesser der Stein.Endgrube l /a so lang als der Stein. Hochstrauch oder Baum mit ei» odereiförmig=elliptischen, kurz zugespitzten, oberseits zuletzt fast kahlen und glänzend grünen, unterseits i weiss«grauen Laubblättern. Heimat : Ost-Himalaya, Mittel«China, Korea, Japan. Bisweilen mit C. macrophylla Wall,verwechselt (s. 6") (= C. brachypoda Koch, = C. macrophylla Koehne) . . . C. controv6rsa Hemsley.
3*. Laubblätter mit 5 (6) Nervenpaaren. Blütenstand gedrungen ebensträussig. Durchmesser derStein »Endgrube halb so lang als der Stein. Strauch oder bis 10 m hoher Baum mit ei=elliptischen, unterseitshellbläulichgrünen Laubblättern. Heimat: Atlantisches Nordamerika von Süd«Kanada bis Karolina ... C. alternifölia L.
4. Laubblätter auf der Unterseite mit geraden, fest angedrückten Haaren, höchstens längs der Mittel»
rippe und längs der Seitennerven locker abstehend.behaart 5.
4*. Laubblätter auf der Unterseite kraus behaart, bisweilen wollig 8.
5. Laubblätter gross und breit, an den Blütenzweigen durchschnittlich über 10 cm lang und 5 bis7 cm breit, unterseits deutlich weissgrau oder weiss, mit 3 bis 4 Nervenpaaren 6.
5*. Laubblätter kleiner und schmäler 7.
6. Laubblätter mit 5 bis 7 Nervenpaaren. Blütenstand flach, ebensträussig. Griffel nicht keuligverdickt. Kelchzipfel kürzer als der Diskus. Früchte weisslich oder hellbläulich . . . . C. alba pag. 1544.
6*. Laubblätter mit 6 bis 8 Nervenpaaren. Blütenstand breit pyramidal. Griffel keulig. Kelch längerals der Diskus. Früchte schwarzblau. Hochstrauch oder bis 10 m hoher Baum mit dunkelgrauen, 4»kantigenZweigen. Laubblätter bis 15 cm lang, kürzer als die Stengelglieder. Kronblätter 6 bis 7 mm lang, länger alsdie Staubblätter. Heimat: Südliches Ostasien von Vorderindien bis Japan. Seit 1827 in Kultur. (= C. corynö»stylis Koehne) C. macrophylla Wallich.
7. Laubblätter elliptisch bis lanzettlich, beiderseits verschmälert, spärlich behaart oder kahl. Blüten»stand rispig verlängert. Stein kugelig, 4 bis 5 mm im Durchmesser. Bis 5 m hoher Strauch mit oberseits satt«grünen, unterseits fast weisslichen Laubblättern. Fruchtstände auffallend rot. Früchte weiss. Heimat: Atlan«