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Striemen (Fig. 2311, O). Rippen, die sich über diesen Tälchen erheben, heissen Nebenrippen (Jüga secundaria,Fig. 2309 g); sie entbehren infolge ihrer Stellung der Fibrovasalstränge (dagegen sind sie an ihrer Innenkante oftvon Oelstriemen flankiert) und unterscheiden sich von den Hauptrippen ausserdem dadurch, dass sie an JederTeilfrucht in gerader Anzahl (4, selten nur 2) vorkommen. Als „Fugenfläche" (Commissüra) wird diejenige(transversal gestellte) Fläche bezeichnet, in welcherdie beiden Teilfrüchte aneinander stossen und sich beider Reife trennen. Bei diesem letzteren Vorgangbleibt normalerweise ein aus Libriformfasern gebildetes,
Stäbchen» oder borstenförmiges, zentrales Stüde derBlütenachse, der Karpellträger oder Fruchthalter l )
(Carpöphorum, auch als „Träger der Teilfrüchte" oderkurz als »Fruchtträger" bezeichnet), als Verlängerungdes Blütenstiels in der Mitte der Fugenfläche stehen.
Er ist meist an seiner Spitze gegabelt oder bis zumGrunde geteilt und lässt von den Spitzen der Gabel»äste die Teilfrüchte frei schaukelnd herabhängen(Fig. 2309 c, 2310); nur selten ist er undeutlich ausgebildetz. B. bei Oenänthe. Die Oel« oder Balsamgänge, dieauch die vegetativen Organe durchziehen, führen in derFrucht die Bezeichnung „Oelstriemen" (Vittae [balsami»ferael); sie sind zuweilen (besonders an der Fugenfläche)in Form von glänzend-braunen, linienförmigen Wülstenäusserlidi sichtbar, meist aber erst auf dem Querschnitt beistarker Lupenvergrösserung oder unter dem Mikroskop alsrundliche Lücken im Gewebe der Fruchtwand erkenn«bar(Fig.2311,0). Nach ihrer Lage werden die Oelstriemenunterschieden als: 1. in den Tälchen (bezw. unter denNebenrippen) liegend (Vittae valleculares), 2. an derFugenfläche liegend (Vittae commissuräles), 3. unter denHauptrippen liegend (Vittae intrajugales). Diese letzterensind charakteristisch für die Unterfamilien der Hydro«cotyloideae und der Saniculoideae und finden sich unterden Apioideae im erwachsenen Zustand nur als selteneAusnahme (z. B. bei Trinia). Ist die Frucht nicht annäherndstielrund (im Querschnitt fast kreisrund oder gleichseitig«vieleckig wie in Fig. 2309 b, e), sondern abgeflacht, so ist zu unterscheiden zwischen vom Rücken oder von der Seiteabgeflachten oder zusammengedrückten Früchten ; im ersten Fall (Fig. 2309 i) entspricht die (transvers gestellte) Fugen«fläche dem grössten Querdurchmesser der Frucht und ist (im Querschnitt) länger als die (median verlaufende) Verbin»
dungslinie zwischen den rückenständigen Hauptrippen der beidenTeilfrüchte, im zweiten Falle (Fig. 2309 d) liegt die Fugenfläche imkleinsten Querdurchmesser derFrucht undistkürzerals der medianeDurchmesser zwischen den beiden mittleren Rückenrippen. —Der Same erfüllt mit seinem Nährgewebe den Hohlraum derTeilfrüchte und entspricht folglich im ausgereiften Zustand an»nähernd der Form des Körpers der Teilfrucht (nach Abzug derRippen). Für die Systematik ist von grosser Bedeutung dieForm des Nährgewebes an der der Fugenfläche zugekehrtenSeite, die hauptsächlich durch das Verhalten der Samennaht(Raphe) bestimmt und auf Quer» und Längsschnitten festgestelltwird. Man unterscheidet demnach nach der Samenform 3 Typen t1. Geradsamige Umbelliferen (Orthospdrmae)®): Nähr«gewebe an der Fugenseite sowohl im Längs» als im Querschnittgeradlinig verlaufend oder im Querschnitt schwach vor»gewölbt oder nur schwach ausgehöhlt (Fig. 2312 a, d). 2. Rinn«
Fig. 2312. Schemata der 3 Hauptgruppen der Umbelliferen nachder Form des Nährgewebes, a Geradsamige Umbelliferen oderOrthospermae (Carum Carvi L.), b Rinnsatnige Umbelliferenoder Campylospermae (Chaerefolium silvestre [L.] Schinzet Thell.), c Hohlsamige Umbelliferen oder Coelospermae (Co-riandrum sativum L.); stets nebeneinander gestellt der medianeLängs- und der Querschnitt durch eine Teilfrucht (nach Ascher-son und Graebner). — Dieselben Schemata in anderer Dar-stellung: d Orthospermae, e Campylospermae (Conium macu-latum L.), f, g Coelospermae (Coriandrum sativum L.).
Fig. 2313. Elaeoselinum Asclepium [(L.)Bertol. a Fruchtquerschnitt in der Höhe des Ab-ganges der Kelchzipfel, b in der Mitte der Frucht(nach Engler und Prantl).
*) Dieser von Wohlfarth (in Koch's Synopsis 3. Aufl. I, Lief. 7 [1892], pag. 1000) gebrauchteAusdruck erscheint als die beste Verdeutschung und soll daher auch hier Verwendung finden.
2 ) Von gr. oq&6( [orthös] = gerade und a-ne^fia [spdrma] = Samen.
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