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2 Kronblätter (das vordere unpaare und eines der beiden seitlich anstossenden) vergrössert sind, wobei beide(auch das unpaare!) ungleich=2«spaltig sind. Die Kronblätter sind nur selten fladi und ganzrandig (Fig. 2307 a),vielmehr in der Regel an der Spitze eingerollt (Fig. 2307 b) oder mit einem eingeschlagenen Läppchen versehen,oft ausserdem noch mehr oder weniger tief verkehrt-herzförmig-ausgerandet (Fig. 2307 c) bis tief 2-spaltig(Fig. 2307 d )j bei Ptychötis und Ammoides (Fig. 2307 e bis g) entspringt das eingeschlagene Läppchen einer Quer«falte des Kronblattes. Aehnlich wie bei den Kelchblättern hängt auch bei den Kronblättern die Knospen»
deckung von ihrer Breite ab und bewegt sich in allen Graden vonder ganz offenen, klappigen Knospenlage durch eine schwache Ueber.deckung der Ränder bis zur normalen Ueberdachung nach '/s biszur Spitze der Kronblätter. — Die Staubblätter bestehen aus jeeinem fadenförmigen Staubfaden und einem am Rücken befestigtenStaubbeutel. In der Jugend sind sie nach innen eingebogen (Fig. 2306 a),wobei die Staubbeutel häufig in von den Faltungen der Kronblältererzeugte, hohle Taschen fest eingeschlossen sind) später, nachdemdie Staubfäden sich gerade gestreckt, kippen die Staubbeutel leichtnach oben und aussen um. Die Pollenkörner sind von ellipsoidischerGestalt i im trockenen Zustand weisen sie glänzende Pole und inder Mitte des kleinen Umfanges 3 ähnlich schimmernde Keimporen (Aus.trittsstellen für die Pollenschläuche) auf (Fig. 2306, 2308). Nach C.Fehl mann (Beiträge zur mikroskopischen Untersuchung des Honigs,Diss. Polyt. Zürich [1911], pag. 14) sind bei Heracl6um Sphondyliumzuweilen die Pollenkörner der inneren Blüten zu 50% von den.jenigen der Randblüten auffallend verschieden ausgebildet, nämlichkleiner und von unregelmässiger Form.
Frucht und Same. Aus dem Bau der reifenden oderausgereiften Frucht (zuweilen auch schon des Fruchtknotens), ohnederen Kenntnis eine sichere Bestimmung vielfach unmöglich ist, ergebensich die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale der Unterfamilien,Tribus und Gattungen der Umbelliferen, nicht selten auch der Arten.So ist schon Morison's Umbelliferen.System (1672; vgl. später) auf den Fruchtbau begründet.
Zur Terminologie der Umbelliferen-Früchte und -Samen. Die zur Reifezeit sich meistens voneinander trennenden Fruchthälften werden Teilfrüchte (Mericärpia, Diachaenia) genannt. Als Hauptrippen()üga primäria) bezeichnet man die über den 5 Haupt.Leitbündelnjeder Teilfrucht vorspringenden Rippen (Fig. 2311, H). Sie zerfallennach ihrer Stellung zu den Kelchzipfeln in carinale (Kiel.) undsuturale (Naht, oder Bucht.)Hauptrippen (Jüga carinälia et sutu=rälia), erstere in den Mittelnerven der Kelchzipfel auslaufend, letzterein den Buchten zwischen denselben endigend; die nach dem Innernder Dolde gerichtete Teilfrucht besitzt infolgedessen 3 Kiel, und2 Bucht-Hauptrippen, die nach aussen gerichtete Teilfrucht umge«kehrt 2Carinal. und3Sutural=Hauptrippen (Fig.2313). Auf die äussereMorphologie und den anatomischen Bau der Frucht haben dieseVerhältnisse jedoch (mit Ausnahme der äussersten Spitze derFrucht) in der Regel keinen Einfluss j die beiden Teilfrüchte sindvielmehr unter sich vollkommen spiegelbildlich gleich ausgebildet *),und die Carinalrippen der einen Teilfrucht entsprechen vollständigden an den analogen Stellen befindlichen Suturalrippen deranderen Hälfte. Ferner teilt man die Hauptrippen nach ihrerStellung an der Teilfrucht ein in (je 3) rückenständige (Jüga dor.
sälia) und (je 2) randständige (Jüga marginälia). Die zwischen den Hauptrippen liegenden Vertiefungenführen die Bezeichnung Tälchen oder Riefen (Vall6culae; Fig. 2311, T); unter ihnen liegen normalerweise die Oel-
Fig. 2310. Fruchthalter (Karpellträger, Carpo-phor) a von Pimpinella Anis um L. (an derSpitze gegabelt), b von Leibergia orogeni-oides Coulteret Rose (bis zum Grunde 2-teilig).Nach Engler und Prantl.
Fig. 2311. Typische, einfach gebaute Umbelliferen-Teilfrucht mit 5, von je einem Leitbündel durchzoge-nen Hauptrippen (H) und 4 Tälchen (T) mit darunterliegenden Oelstriemen (O); R = Raphe (Samennaht),E = Endosperm (Nährgewebe). Nach Styger.
*) Als seltene Ausnahme (die fast den Charakter einer Abnormität besitzt) kommen ungleichhälftigeFrüchte vor; so (in unserer Flora) z. B. bei Törilis nodösa (vgl. die Beschreibung dieser Art) und noch aus,gesprochener bei den afrikanischen Gattungen Heteromörpha (an der ganzen Frucht sind nur die Carinalrippenausgebildet, daher die eine Teilfrucht mit 2, die andere mit 3 Hauptrippen) und Annesorrhiza (die eineTeilfrucht 3., die andere 4=flügelig).