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zwar hauptsächlich zur Abgrenzung von Arten und ihren Unterabteilungen, systematisch verwendet werden, so dassvon einer so ausgedehnten Verwertung dieser Gebilde wie z. B. bei den Cruciferen keine Rede sein kann. Charakte*ristisch sind einzig die Sternhaare an den vegetativen Teilen der Gattung Bowlesia und die Sternhaare anden Nebenrippen der Frucht von Cumlnum Cymfnum, ferner die an der Spitze kurz sternförmig»verzweigtenBorstenhaare der Gattungen Smyrniöpsis und Opöpanax und die ähnlich gestalteten, aber mehr nur
vereinzelt neben einfachen Borsten auftretenden Haargebilde von Laserpitiumlatiföllum. Drüsenhaare finden sich bei Didlscus und an den Blütenstielen vonAsträntia, sowie an den Doldenstrahlen mancher Heräcleum«Arten. Die sonstausschliesslich vorkommenden, einfachen, unverzweigten Haare sind bald 1«,bald mehrreihig. Gegenüber den verwandten Gattungen ist Törills durch dierückwärts anliegenden Borstenhaare des Stengels gut gekennzeichnet. Anderecharakteristische Anhangsgebilde der Oberhaut, die durch die Beteiligung vonsubepidermalen Zellschichten den Charakter von Emergenzen erhalten, sinddie bei den Scandicinae und bei Daucus an der Frucht auftretenden borsten«artigen, oft mit Widerhaken versehenen Stacheln, die der zoochoren (epizoi»sehen) Verbreitung der Teilfrüchte (als „Klett"« oder „Häkelfrüchte") dienen.
Die Bedeutung der Sekretbehälter, speziell der Oelstriemen derFrucht. Physiologisch betrachtet, dienen sie nach Haberlandt der Exkretion(Ausscheidung) von für den Haushalt der Pflanze unnützen Stoffen. Biologischbedeuten die ätherischen Oele wegen ihrer Giftwirkung einen guten Schutzder Pflanze gegen Tierfrass, namentlich (nach Stahl) gegen körnerfressendeVögel. Sperlinge fressen freiwillig keine Umbelllferen» Früchte; nach gewaltsamer Einführung von wenigenFrüchten der Engelwurz (Angellca Archang6lica) oder von 5 Früchten des Kümmels (Carum Carvi) oder vonOenänthe peucedanifölia(nach Briquet) oder von15 Früchlen des Fenchels(Fcemculum vulgäre) gehensie innert wenigen Stundenzugrunde. Weitaus diemeisten Umbelllferen (ab»gesehen etwa von dendornig.be wehrten Arten vonEryngium, Echinöphora usw.)besitzen sonst keinerleiSchutzmittel gegen Tierfrass;im Herbarium sind sie dennauch nach der Verflüchtigungder ätherischen Oele demInsektenfrass ungemein starkausgesetzt.
Blütenverhältnisse.
Der Aufbau der Blüten»stände und der Bau und dieAnordnung der Blütenor«gane sind innerhalb derFamilie dermassen gleich»förmig und einheitlich, dassdie Umbelllferen stets alseine höchst natürliche Fa«milie betrachtet worden sind und schwere Abweichungen vom Familientypus (wie die Verkümmerungeines Fruchtblattes oder das Fehlen der Kronblatter) nur als Anomalien (die aber für eine Gattungkonstant und charakteristisch sein können) aufzufassen sind. Damit hängt die Schwierigkeit einernatürlichen Gliederung der Familie zusammen. — Der Blütenstand ist in der grossen Mehrzahl der Fälle eineregelmässige zusammengesetzte Doppeldolde mit von einem Punkt entspringenden Doldenstrahlen, welch'letztere oft durch Hochblätter (Hüll« oder Involucralblätter) gestützt sind; die Gesamtheit der Hochblätter derStrahlen der Hauptdolde wird als „Hülle" im engeren Sinn (Involücrum), die Gesamtheit der Tragblätter derStrahlen der Dolden zweiter Ordnung („Döldchen") als „Hüllchen" (involucellum) bezeichnet (Flg. 2305). Bei
Fig. 2306. a Junge Staubblätter (inder Knospenlage, nach Entfernungder Kronblätter} von AthamantaTurbith (L.)Brot.; b bis e Pollen-körner von Smyrnium perfolia-tum L. (nach Engler und Prantl).
Fig.2307. Blüten: u von Ferula feetida (Bunge) Regel, b von Anethura graveolens L.,c von Seseli Libanotis (L.) Koch var. Sib iricum (L.), d von Ammi majus L. (alle Figurennach Engler und Prantl, b daselbst als A. segetuni L. bezeichnet), e bis g: Kronblätter vonAmmoides verticillata (Desf.) Briq. (nach Reichenbach), g Kronblatt von unten.