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Fig. 2303. Myrrhis odorata (L.) Scop.Querschnitt durch eine Teilfrucht (nachStyger).
im ganzen also deren 9). Fruchtwand von längsverlaufenden Oelstriemen (Vittae) in meist be=stimmter Zahl und in regelmässiger, symmetrischer Anordnung (gewöhnlich unter den Riefenoder Nebenrippen, seltener unter den Hauptrippen, ausserdem an der Fugenfläche der Teil»früdite) durchzogen. Samen mit einer aus 1 Integument hervorgehenden, dünnen Sdiale,der inneren Fruchtwandschicht in der Regel fest angewachsen (seltener von derselben frei),aus einem hornigen Nährgewebe von fetthaltigem Eiweiss und einem kleinen, von der Spitze
des Samens (bezw. Fruditfadies) in das innen weichere Nähr«gewebe hineinragenden Keimling bestehend. Keimblätterfast stets 2 (bei Biasolettia und Bünium nur 1), bei derKeimung ergrünend.
Morphologie der Vegetationsorgane. Nach der Lebensdauerder Pflanze und der Art der Verjüngung lassen sich folgende Lebens«formen unterscheiden:
I. Einmal blühende und nach der Blüte vollständig oderwenigstens in den Hauptachsen absterbende Kräuter.
a) Kräuter von einer einzigen sommerlichen Vegetations»periode (Therophyten).
b) In mehreren Vegetationsperioden langsam zur blühbarenStärke heranwachsende und nach einmaligem Blühenrasch absterbende Stauden (z. B. F6rula»Arten).
c) Wie b), aber Pflanze nach dem Verblühen durch die Bildung unregelmässiger Seiten.(Adventiv=)knospen sich teilweise verjüngend (wie bei II e); von solchen Fällen unsicheren und unregel»massigen Ausdauerns rühren die in den Florenwerken vielfach wechselnden Angaben über dieDauer einzelner Arten.
II. Mehrmals blühende und mit regelmässiger Knospen' und Seitenzweigbildung sich verjüngendeGewächse, fast nie im ersten Jahre blühend.
d) Pflanzen durch unterirdische Knollen ausdauernd.
e) Durch unterirdische Rhizomknospen sich er«neuernd oder mit oberirdisch sich ver«zweigenden Stocksprossen ausdauernd.
f) Mit oberirdischen, langjährig sich erhaltendenund nach Art der Zwergsträucher sich ver»zweigenden, rasen» oder polsterbildenden,holzigen Achsen blühend.
g) Mit über der Wurzel normal verholzendem,wenig verzweigtem Stamm versehene, niedrigeSträucher.
Die Tracht und Grösse der Doldenpflanzenund ihre Rolle im Landschaftsbilde sind recht verschie«den; von der unscheinbaren, im Rasen kriechenden unddarin fast verschwindenden Hydrocötyle (Fig. 2328)finden sich die verschiedensten Uebergangsstufen bis zuden grössten Hochstauden. Von den übrigen Umbelliferen
der mitteleuropäischen Flora, die als 2»achsig zu bezeichnen sind, weicht Hydrocötyle vulgaris durch ihren3»achsigen Aufbau stark ab. Die Hauptachse, die sonst mit einem Blütenstand abschliesst, ist hierniedergestreckt»kriechend und erzeugt andauernd Laubblätter, während alle Blütenstände als Achselsprosseerscheinen; das Rhizom selbst kann sich aus anderen Achseln verzweigen und entwickelt aus den BlattknotenAdventivwurzeln. Eine ganz eigenartige Tracht besitzen manche Azorella»Arten der antarktischen Gebiete,die durch einen ausgesprochenen Polsterwuchs ausgezeichnet sind. Es ist als sicher festgestellt, dass jedes deroft 60 cm Höhe und über 1 m im Durchmesser erreichenden Polster aus einem einzigen Keimling entsteht,also eine einzige riesig verzweigte und vielleicht mehrere Hunderte von Jahren alt werdende Pflanzedarstellt. Obgleich diese fast völlig krautartig und unverholzt bleibt, ist dank dem festen Gefüge diegrüne, lebende Aussenschicht des Polsters doch so hart, dass der menschliche Fuss beim Darauftreten keinenEindruck hinterlässt und selbst kleinere Revolverkugeln wirkungslos abprallen. Die dichten Polster einigerArten bilden in der „Puna" der Anden bei über 3500 m Meereshöhe eine eigene Assoziation, die „Llareta«
Fig. 2304. Wurzelstock mit knollenförmig verdickten Wur-zeln von Ferula NarthexBoiss., einer Asa foetida-Pflanze(nach Engler und Prantl).