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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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Aber schon nach etwa einer halben Stunde streckt sich der Griffel gerade, dessen Narbenpapillen nun auseinanderspreizen, sodass durch später besuchende, bereits mit Pollen behaftete Insekten Bestäubung erfolgt. BeiTage stellen sich, angelockt durch die lebhaft gelbe Farbe der Kronblätter — der Duft ist tagsüber unbedeutend— namentlich langrüsselige, honigsuchende Bienen ein. Gegen Ende der Blütezeit kann, falls keine Pollen«Übertragung stattgefunden hat, spontane Selbstbestäubung dadurch eintreten, dass die sich zuletzt zurück»rollenden Narbenäste mit den noch Pollen bedeckten Staubbeuteln in Berührung kommen. Nach demAbblühen knittern sich die Kronblätter zusammen, die Kelchblätter legen sich an und die ganze Blüte hängtam oberen Teil des Achsenbechers welk nach unten, bis sie sich ganz von der heranwachsenden Frucht trennt.Auf den ostfriesischen Inseln stellte Knuth nur pollensammelnde und .fressende Besucher fest, bei Kiel aber auchsaugende Insekten. In Frage kommen nach H. Müller Syrphiden, Hymenopteren, Lepidopteren, nach Redten«bacher auch der Schnellkäfer. An nordamerikanischen Pflanzen stellte Merrit etwas abweichende Ver»hältnisse fest. Dort öffnen sich die Blüten ebenfalls gegen 6 Uhr abends, schliessen sich aber dann früh«

morgens gegen 9 Uhr. Etwa eine Stunde vorherwaren die meisten Blüten bereits bestäubt, ohnedass jedoch Nachtschmetterlinge beobachtet wur«den. Ein leichter Wind soll genügen, um diedurch Viscinfäden spinnewebig zusammenhängen«den Pollen (Fig. 2242 b) auf die nur wenig höherstehende Narbe zu übertragen. Bei einer Garten«form soll nach D a y die Bestäubung bereits vordem Aufblühen erfolgen. In Illinois«wurde vonRobertson neben 3 langrüsseligen Apidenauch ein rotkehliger Kolibri als Besucher festgestellt.Der Samenansatz in den 2,5 bis 3 cm langen,walzenförmigen, 4»rippigen, reif lederigen, gelb«braunen Früchten ist sehr bedeutend und beläuftsich auf 200 bis 230 Stück. Das Auseinander«weichen der 4 Klappen erfolgt allmählich und vonoben nach unten fortschreitend. Die während desKrieges als Kaffeeersatz empfohlenen Samen sindunregelmässig 3« (4. bis 5»)kantig, ei. bis pyra«miden« oder säulenförmig, ihre Kanten stets scharfund teilweise häutig hervortretend. Die faltig«runzelige Oberfläche ist bei frischen Samen dunkelgrau bis graubraun, bei alten Samen dunkelbraunrot bis schwarz-braun. 1000 frische, grosse Stück wiegen lufttrocken 0,645 g, alte grosse im 4. Jahre 0,322 g. Nach C. O. Harzbesteht die Oberhaut (Fig. 2252 c) aus grossen, 17 bis 19 ^ langen, isodiametrischen, parenchymatischen Zellen,deren nach aussen etwas verdickte Membranen fein granuliert sind und mit der Lupe betrachtet, einen starkenFettglanz besitzen. Die 2. Schicht wird aus 40 bis 120 messenden, grösstenteils stark und porös verdickten,isodiametrischen oder schwach in verschiedener Richtung gestreckten Sklerenchymzellen mit gelbbraunenWänden gebildet. An den Stellen, wo sich die Samen gegenseitig berühren, sind diese Zellen meist nur1 »reihig, an denen aber, wo kein Druck herrscht, 2» bis 5«reihig. Zuweilen bleiben einige oder eine grössereZahl derselben viel dünnwandiger als die übrigen. In beiden Schichten treten nicht selten neben dem reichlichenLuftgehalt Fetttropfen und kleine Drusen oder Einzelkristalle von oxalsaurem Kalke auf. Die dritte, 14 bis27 « starke Testaschicht zeigt auf Längs» und Querschnitten sternförmige, kurzstrahlige Ringform und ist nachaussen häufig weisslich, nach innen gelblich bis tiefgelb gefärbt. Sie besteht aus einer Reihe parenchymatischerZellen, die sehr reich mit Kristallen (vorzugsweise Oktaedern, Rhombendodekaedern, daneben auch Trape«zoedern, Tetraedern und anderen Formen des tesseralen Systems) erfüllt sind. Auf diese Kristallschicht folgteine Reihe in der Längsachse des Samens liegender prosenchymatischer, langgestreckter, porös verdickterZellen von braungelber Färbung. An sie schliesst sich eine letzte, ähnliche Reihe an, die aber dünnwandigerund farblos ist. Vom Perisperm ist gewöhnlich die Oberhaut des Eikerns in Form einer dünnen, durch Kalilaugesich gelb färbenden Membran erhalten. Das Endosperm wird durch mehrere Zellreihen gebildet, die einengallertigen Ring darstellen, in welchem spaltenförmige Höhräume in mehreren Reihen deutlich sichtbar sind.Der Keimling ist gerade oder schwach gebogen, bis 1,67 mm lang, von denen etwa 0,9 bis 1 mm auf dieKeimblätter und 0,6 mm auf den Achsenteil entfallen. Eine Uebersicht über die bisher bekannt gewordenenFälle von Blatt» Ascidien und eine Beschreibung der Spross«Ascidien gibt Th, J.Stomps (Blattbecher undSprossbecher. Ree. des traveaux botaniques Neerlandaises. Vol. XIV/2). Als pflanzliche Parasiten wurdenfestgestellt Erysibe polygöni DC., Peronöspora Arthüri Farl., Phytöphthora Cactörum (Cohn et Leb.), PucciniaEpilöbii tetrdgoni (DC.) und Synchytrium fülgens Schroet.

Fig. 2252. Oenothera biennisL. a Querschnitt, b Längsschnitt durchden Samen, c Randteil aus einem quergeschnittenen Samen, d Quer-schnitt durch die Frucht, e Blütendiagramm ( a bis d nach C. O. Harz,e nach Eichler).