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5,2 (1926) Dicotyledones : (III. Teil)
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CCCCLXXXX. Oenothera 1 ) (Onothera) L. Nachtkerze. Franz.: Onagre 2 ),onagraire, raiponce rouge; engl.: Evening primrose; ital.: Rapunci.

Kräuter, Stauden oder Halbsträucher mit meist fleischiger Pfahlwurzel und Wechsel»ständigen, ganzrandigen oder gezähnten, gelappten oder fiederspaltigen Laubblättern. Blütenachselständig, einzeln oder seltener zu 2 oder in Köpfdien vereinigt, meist ansehnlich, weiss,gelb, rot, bläulich oder andersfarben (Fig. 2243 a). Achsenbecher 4=kantig, über dem Frucht»knoten eine nach oben sich häufig erweiternde, abfallendeverkehrt=eiförmig oder herzförmig, sitzend oder nur sehrkurz genagelt. Staubblätter 8; alle gleich lang oder ab»wechselnd kürzer und länger. Fruchtknoten 4=fächerig.

Frucht eine Kapsel, 4=fächerig, stets mehrsamig oder durchdas Verschwinden der Scheidewände 1 »fächerig, fachspaltigaufspringend, häutig, lederig oder holzig.

Die Umgrenzung der Gattung wird infolge ihrer nahenVerwandtschaft zu den anschliessenden Gattungen sehr verschiedenvorgenommen, so dass sie nach der Auffassung von R. Raimannnur etwa 20 Arten umfasst und auf Chile bis Mexiko und Texasbeschränkt ist, während sie nach der neuerdings durchdringendenZusammenfassung mit den nächstverwandten Gattungen und deren Unter.

Ordnung als Sektionen etwa 100 bis 140 Arten besitzt und damitneben Epilobium zu den stärksten Gattungen der Familie zählt. DieHeimat liegt fast ausschliesslich in Nord» und Südamerika; doch istdas Verbreitungsgebiet verschiedener Arten in den letzten 2 Jahr*hunderten unter dem Einfluss des Menschen gewaltig erweitert worden,so namentlich das von O. biennis L. und O. muricata. Neuerdings ist auchO. grandiflora in Mitteleuropa, sowie die chilenische O. stricta in Italienin der Einbürgerung begriffen. Nach Ch. G u f f r o y besitzt die ana»tomische Struktur des Laubblattes einen nicht unbedeutenden Wertals diagnostisches Mittel. In Frage kommen besonders die Kristall,einlagerungen, der Bau des Mesophylls, der Leitbündel, der Haare,in selteneren Fällen auch die Beschaffenheit des Blattrandes und derVerlauf der Leitbündel. Am wesentlichsten davon dürfte die Gestaltder Haare sein, die mit seltenen Ausnahmen l.zellig sind. Sie besitzen entweder eine schlauch« oder keulenförmigeGestalt mit sehr dünner, glatter Wand oder sind spitz — mitunter auch stumpf — mit dicker, glatter, körnigerWand (Fig. 2239 c und d). Beide Formen treten zumeist gemischt auf. Sie stehen senkrecht ab oder aber siesind alle hakig oder fast ganz angedrückt. Für die aus Nordamerika stammende O. biennis gibt Guffroyfolgende anatomische Merkmale an: Laubblatt 215 fJ. dick mit 13 bis 16 a starker Epidermis. Mesophyll zentrisch,oberseits mit 2 Palisadenschichten. Leitbündel 305 u breit und 68 u hoch. Haare z. T. glatt, schlauchförmigmit dünner Wand, abstehend-geneigt oder hakig, 35 bis 60 u lang, 10 bis 15 ix breit, z. T. spitz oder stumpf,bald glatt, bald sehr feinkörnig, mit 2 bis 13 ,u starker Wand; einige aufgerichtet oder geneigt, 65 bis 385 ulang und 12 bis 40 u breit, andere hakig oder angedrückt, 85 bis 1065 u lang und 14 bis 30 u breit. Eineals O. cruciäta Nutt. bezeichnete, daher kaum mit O. biennis L. var. leptomeres Bartl. (vgl. pag. 867) über,einstimmende Form wird folgendermassen beschrieben! Laubblattstärke 420 bis 425 /x. Mesophyll zentrisch,obere Palisadenzellen subepidermisch, 65 bis 70 u hoch. Leitbündel 316 u breit und 68 u hoch. Haare teils(vorwiegend) glatt, keulenförmig, mit dünner Wand, abstehend, geneigt oder hakig, 30 bis 365 u lang und

*) t'ixjftr.oas [onothcras] bei Theophrast und bei Dioskurides ist die Bezeichnung für unserheutiges Epilobium hirsutum fBretzl deutet den Namen wohl richtiger auf den Oleanderl). DieBezeichnung leitet sich ab von olvog [oinos] = Wein und '>[ther] = wildes Tier, weil die Wurzel nach derBehauptung der Alten nach Wein riechen sollte und die mit Wein besprengte Pflanze jedes wilde Tier zähmen sollte.

2 ) oydyga [onägra], Pflanzenname bei Dioskurides (Mat. med. IV, 117), zudem er als Synonymdas obige ovoft-rßas angibt.

Röhre bildend. Kronblätter 4,

schnitt durch das Laubblatt, b Form desquergeschnittenen Leitbündels. c GlatteHaare, d Feine körnige, abstehende oderhakige Haare (nach Guffroy bei L6veill6).